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"Die Dreieinige Göttin", 39. Blog

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Die noch unbekannten oder schon in Vergessenheit geratenen Ereignisse aus Zukunft und Vergangenheit konnten zwischen den Jahren auf vielerlei Art und Weise erkundet werden, weil die Nähe der Dreieinigen Schicksalsfrau (der Großen Mutter) den Blick dafür öffnete. Ein beachtlicher Teil alter Jul- und Weihnachtsbräuche, die in Richtung Orakel gehen, weist so noch immer auf die ehemalige Verehrung der „Großen Mutter" hin und konnte weder durch die Germanisierung noch durch die Christianisierung der Wintersonnwend-Bräuche ganz verdrängt werden. Heute finden wir solche „Zukunftsschau" freilich nur noch als Silvester-Gaudi in Form von Runenlesen, Wünscheschiffchen, Bleigießen und wenigen anderen Bräuchen.

„Eingeläutet" wird die gesteigerte Aufmerksamkeit auf die „Anderswelt" und ihre Erscheinungen durch eine zeitlich etwas früher im Jahr liegende „Zeit-Schwelle", die bei unseren keltischen Vorfahren als Schawien-Fest (Sowan) am 1./2. November gefeiert wurde. „Ab Sowan stehen die Tore zur Anderswelt offen", heißt es im irischen Sagenzyklus um Fionn mac Cumhaill. Auch die christliche Kirche hat den Monat November dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet. Zu Beginn des Monats Dezember erinnert dann der „Advent" an das Kommende, den Kommenden oder die Kommende, je nach Glaubensrichtung.

In der Nacht vom 12. zum 13. Dezember ist das Fest zu Ehren von Santa Lucia und eröffnet die 13 SPERR- ODER DUNKELNÄCHTE, die zur Nacht vom 24. auf den 25. Dezember hinleiten, zum Heiligabend. Dieser heißt in alten Kalendern noch die „MUTTER- ODER MÜTTERNACHT", später auch HOLLENNACHT (letztere befindet sich heute am 28. Dezember). Die Mütternacht (modernatten oder modraneht) leitete die 13 RAUH-, LOS- ODER WEIHENÄCHTE ein. An deren Ende, von 5. auf 6. Januar, steht der PERCHTENTAG, wie er noch in alten Kalendern heißt. So erstreckt sich vom 12./13. Dezember, dem nach dem Julianischen Kalender kürzesten Tag des Jahres, ausgehend von der Winter-Sonnwende und Santa Lucia, dem Fest der Lichtbringerin, diese besondere Zeit von zweimal 13 Nächten über die Mütternacht, die das Julfest und Weihnachten einleitet, bis zur Perchtennacht, wo den drei Perchten der Tisch gedeckt wurde mit Brot, Salz und Wasser oder Wein.

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