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"Die Dreieinige Göttin", 30. Blog

06/03/2016 15:53 CET | Aktualisiert 07/03/2017 11:12 CET

Erste Spuren neuheidnischer/naturreligiöser Bewegungen (Neopaganismus) gab es schon vor M. K. Ehmers Buch „Göttin Erde" 1994, nämlich im 18. und frühen 19. Jahrhundert als Gegenentwurf zur rationalistischen Weltsicht der Aufklärung: In den 1970er Jahren wurde die Vorstellung von einer Ur- oder Allmutter, die man der Erscheinung der Großen Göttin zurechnet, aufgenommen, um sogenannte ganzheitliche Ansätze zur Erfassung der Erde als einem eigenen Wesen zu beschreiben: im Wicca, in ökospirituellen und ökofeministischen Bewegungen, im spirituellen Feminismus und in Matriarchatstheorien.

So weit die Historie der wissenschaftlichen Ausgangslage zur Großen Mutter, wie sie bei Wikipedia zu finden ist. Sie geht schwerpunktmäßig von der Archäologie aus. Die eigentliche Fülle an Material, neuen Hinweisen, Überblicken und erhellenden Querverbindungen zu anderen Bereichen der Kultur hat bei Wikipedia noch nicht Eingang gefunden.

Doch nun wird es komplizierter: Für jede wissenschaftliche These über den Ursprung der Großen Muttergottheit und ihre Verbindung zu späteren Göttern oder Fabelwesen der Märchen und Sagen (z. B. Frau Holle, Waldminchen u. a.) finden sich Anhänger wie Gegner. Das bedeutet, dass jeder Versuch einer ganzheitlichen Zusammenschau aus einem der wissenschaftlichen oder weltanschaulichen Lager mit „Störfeuer" und lautem Schmähen, wie: „Unwissenschaftlich, unbewiesen, Fantasie!" zu rechnen hat.

Frau Holle3)

Schneeflocken wirbeln um und um,

im Garten blüht die Weihnachtsblum',

Frau Holle fährt im Land herum, -

Schnurre, Rädchen, schnurre!

Der Mond blickt aus dem Wolkengraus,

weist ihr den Weg zu jedem Haus,

dass sie die Flinksten findet aus

Schnurre, Rädchen, schnurre!

Gewahrt sie wo noch einen Schein,

Frau Holle hält und schaut hinein,

die munter drehn, belohnt sie fein --

Schnurre, Rädchen, schnurre!

(Martin Greif)

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