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"Der weite Weg" XII, 13. Beitrag 2017

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Im „Urteil des Apollon", dem Höhepunkt der „Eumeniden" von Aischylos, sprach Apollon der weiblichen Kreatur einen nur geringen Anteil am Zustandekommen der Kinder zu:
„Die Mutter hat kein Elternrecht an dem, was ihr Kind genannt wird. Sie ist nur die Amme, der Acker, in dem der frisch eingesetzte Samen wächst. Elternrecht hat der, der besteigt."

In dasselbe Horn stoßen die Misogynie-Theorien (Misogynie = Frauenfeindlichkeit), die ganz unverhüllt dem Frauenhass entspringen, deren Vertreter aber bis heute hoch geschätzt sind, so z. B. Johann Gottfried Herder: „Eine Henne, die kräht und ein Weib, das gelehrt ist, sind üble Vorboten: Man schneide beiden den Hals ab".

Eine der ersten bekannten Misogynie-Veröffentlichungen wurde von dem Franziskaner Alvaro Pelayo 1330 herausgegeben. In deren erstem Teil befindet sich eine Liste mit 200 weiblichen Lastern und Missetaten, die später zum Vorbild des „Hexenhammers" wurde, dem Hauptwerk zur Legitimation der „Hexenverfolgung".
Das Werk des Mönchs Bernhard von Cluny enthielt verhängnisvolle Passagen gegen die Frauen allgemein und wurde bis ins 16. und 17. Jhdt. als Leitfaden in der Seelsorge eingesetzt. Hierin findet sich übrigens auch die Vorstellung von der Frau als „Handlangerin Satans".

Etliche bis heute geschätzte Philosophen veröffentlichten Schriften, aus denen mehr oder weniger versteckt der Frauenhass sprach: Neben Herder waren das Jean-Jacques Rousseau, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche u. a.

Arthur Schopenhauer schrieb:
„Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, dass das Weib weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Tun, sondern durch Leiden ab, durch die Wehen der Geburt, die Sorgfalt für das Kind, die Unterwürfigkeit unter den Mann, dem es eine geduldige und aufheiternde Gefährtin sein soll. Die heftigsten Leiden, Freuden und Kraftäußerungen sind ihm nicht beschieden; sondern sein Leben soll stiller, unbedeutsamer und gelinder dahinfließen, als das des Mannes...Zu Pflegerinnen und Erzieherinnen unserer ersten Kindheit eignen die Weiber sich gerade dadurch, dass sie selbst kindisch, läppisch und kurzsichtig, mit einem Wort, zeitlebens große Kinder sind, eine Art Mittelstufe zwischen dem Kinde und dem Manne, als welcher der eigentliche Mensch ist".
Bei Friedrich Nietzsche findet sich in seinem Werk „Also sprach Zarathustra" unter Anderem folgende Passage:
„Das Glück des Mannes heißt: er will. Das Glück des Weibes heißt: er will... Siehe, jetzt eben ward die Welt vollkommen! - also denkt ein jedes Weib, wenn es aus ganzer Liebe gehorcht. Und gehorchen muss das Weib und eine Tiefe finden zu seiner Oberfläche, Oberfläche ist des Weibes Gemüt, eine bewegliche stürmische Haut auf seinem seichten Gewässer. Des Mannes Gemüt aber ist tief, sein Strom rauscht in unterirdischen Höhlen: das Weib ahnt seine Kraft, aber begreift sie nicht".