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"Der weite Weg" XI, 12. Beitrag 2017

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Im ersten Buch Mose verflucht Gott der Herr die Schlange und setzt Feindschaft zwischen ihr und der Frau. Gleichzeitig erhebt er den Mann zum Herrscher über die Frau.
Die Patriarchatsforscherin Dr. Kirsten Armbruster schreibt dazu:

„Die Ehe, die dazu dient, die freie Sexualität der Frau, die in der Natur verankerte freie female choice, zu begrenzen, um Vaterschaft möglichst eng einzugrenzen, wird theologisch mit einem Sakrament belegt, also herrschaftlich-hierarchisch geheiligt, denn der Vater wird das Oberhaupt der Eheinstitution. Monogamie gilt seitdem vor allem für Frauen, während für die Männer innerhalb der patriarchalen Gesellschaftsstrukturen entweder Vielweiberei wie bei den Mormonen und den Moslems, oder aber Prostitution als sexuelle Ausweichmöglichkeiten geschaffen wurde. Beide Formen entwürdigen die Frau. Prostitution ist daher nicht das älteste Gewerbe der Welt, sondern das Gewerbe des Patriarchats.

Mit dem Monotheismus patriarchaler Prägung verloren die Frauen endgültig ihre freie Wirkensmöglichkeit. Das Weibliche wurde verachtet und geduckt, es wurde als „nur passiv" angesehen, männlich dagegen als aktiv. Aristoteles versuchte, diese Wertung mittels der Biologie zu begründen; seine Theorien entstanden aber nicht durch unvoreingenommene Beobachtung, sondern stellen einen Biologismus dar, eine Scheinwissenschaft, um die patriarchale Ideologie zu stützen. Auch Xenophon, Cato, Plutarch und manch anderer machten sich so ihre tiefschürfenden patriarchalen Gedanken über das Wesen der Frau:

„Der Mann ist aktiv, voller Bewegung. Kreativ in der Politik, beim Geschäft, in der Kultur. Der Mann formt die Gesellschaft und die Welt. Im Gegensatz dazu ist die Frau passiv. Sie bleibt zu Hause, wie es ihrer Natur entspricht. Sie ist Materie, die darauf wartet, vom aktiven männlichen Prinzip geformt zu werden. Natürlich stehen aktive Elemente stets höher auf jeglicher Werteskala. Sie sind den Göttern näher. Folglich spielt der Mann die wichtigere Rolle bei der Fortpflanzung, die Frau ist der passive Brutapparat für seinen Samen....der männliche Samen bäckt und formt das Menstruationsblut zu einem neuen menschlichen Wesen."

„Die Götter schufen die Frau für das Haus, den Mann für alles andere. Die Götter sperrten die Frau ein, weil sie Kälte, Hitze und Krieg schlechter vertragen kann. Für die Frau ist es ehrenhaft, im Hause zu bleiben, und unehrenhaft, sich herumzutreiben. Für den Mann ist es schädlich, sich zu Hause einzuschließen und sich nicht mit öffentlichen Angelegenheiten zu befassen."

„Man muss die Frauen an der kurzen Leine halten...Frauen wollen die totale Freiheit oder genauer, die totale Zügellosigkeit. Wenn man ihnen erlaubte, den Männern vollkommen gleichgestellt zu sein - wäre das Zusammenleben mit ihnen leichter? Keineswegs. Wenn sie erst einmal die Gleichheit erreicht haben, werden sie unsere Herrinnen sein..."