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"Der weite Weg" X, 11. Beitrag 2017

05/03/2017 14:33 CET | Aktualisiert 05/03/2017 14:33 CET

Mit dem Übergang der von Frauen betriebenen Subsistenzwirtschaft zum männlich dominierten Ackerbau werden gegenüber den Frauen die Sitten roher und die Ansichten grotesker. Noch im Römischen Recht heißt es später: „Vor dem Gesetz ist die Frau wie das Feld und der Mann wie das Korn." Die Frau gilt als passiv und der Fortpflanzung unfähig; sie ist wie ein brachliegendes Feld, unschöpferisch ohne das in sie gesäte Korn, und nur fruchtbar, wenn von einem Manne „gepflügt und eingesät". Dagegen war der Mann alles zusammen: Pflug, Samen, Sprössling, Befruchter und Lebensspender. Judaismus und Christentum brachten bezüglich dieser Gesinnung keine Verbesserung mit sich. Nachdem das Weib in seiner ganzen Unfähigkeit und Unvollkommenheit durchschaut wurde und man im Christentum sogar erkannt hatte, „dass die Frauen mit dem Teufel im Bunde stehen", hub ein übles Schmähen und Verunglimpfen derselben an. So hieß es unter Anderem, dass die Frau scharf bewacht werden müsse, weil sie sonst während ihrer „monatlichen Läufigkeit" kreuz und quer fremdgehe.

Von großer Bedeutung war es, sich als Mann ihrer Unreinheiten bewusst zu sein, damit man sich körperlich, vor allem aber seelisch-geistig vor ihr schützen könne.

Gott die Mutter wird unrein, aus „Das Schwarzmond-Tabu" von Jutta Voss, zitiert von K. Armbruster):

„Unrein wird die Frau durch die Geburt. Wird ein Sohn geboren, ist sie 7 Tage unrein und muss 33 Tage isoliert werden; wird eine Tochter geboren, ist sie 14 Tage unrein und muss 66 Tage isoliert werden, das heißt, sie muss „im Blut ihrer Reinigung (!) bleiben. Anschließend muss sie - wie auch beim Aussatz - ein Sündopfer bringen, dazu noch ein Brandopfer. Unrein macht der Blutfluss der Frau. Während der Menstruation ist die Frau 7 Tage unrein. Jeder, der sie anrührt, und alles, was sie berührt, wird unrein... während der Zeit der Unreinheit darf sie den Tempel nicht betreten, denn sie würde den Tempel verunreinigen und daran selbst sterben. Unrein macht das Berühren von Toten. Die Unreinheit dauert ebenfalls 7 Tage und erfordert zur Sühne eine zweimalige Besprengung mit dem besonders vorbereiteten Sprengwasser aus der schwarzen (!) Asche einer roten (!) Kuh. Da aber nur die Frauen die Toten salbten, waren wiederum nur sie von dieser „Unreinheit" betroffen".

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