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Der weite Weg IX, 10. Beitrag

26/02/2017 10:35 CET | Aktualisiert 26/02/2017 10:35 CET

Überflüssig zu erwähnen, dass in allen Kriegen das ohnehin schon unterdrückte weibliche Geschlecht besonders übel zugerichtet wurde. Massenvergewaltigungen dienten bis in die Neuzeit (Krieg in Jugoslawien) als

► Belohnsystem für die eigenen Krieger oder Soldaten.

► Als Strafmaßnahme gegen den Feind.

► Als spezielle Maßnahme, um durch Gewalt Kinder ins feindliche Land und Leben zu setzen.

Doch es blieb nicht bei den religiös motivierten Kriegshandlungen. Kampf und Zerstörung waren ja „Lust, Ideal und Religion" und begleiteten das herrschende Patriarchat weiterhin und bis in die Jetztzeit. Allein im 20. Jahrhundert wurden weltweit 95 Kriege geführt.

Die Reihe könnte mühelos ins 21. Jahrhundert hinein fortgesetzt werden, wo sich bisher etwa 15 weitere Kriege anschlossen. Aber halten wir hier zuerst einmal inne: Jeder zivilisierte Mensch kennt die Begleitumstände und Folgen von Kriegen oder könnte sie zumindest kennen. In vielen Weltanschauungen liegt dieses „Du sollst nicht töten" ja auch ausdrücklich oder dem Sinne nach im Moralkodex begründet.

Töten ist Mord und Mord ist ein Verbrechen.

Doch die Kriege sind nur eines der zahlreichen Probleme einer überlebten Denkungs- und Empfindungsart und atavistischer Willensimpulse.

An drei Fronten wurde und wird der Kampf des empordrängenden Patriarchats ab etwa 1100 v. Chr. (Muttermord im babylonischen Weltschöpfungsepos ENUMA ELISH) kontinuierlich weiter ausgetragen:

1. gegen die Große Mutter und später alle Nachfolge-Göttinnen;

2. gegen die Frauen im Allgemeinen;

3. gegen die Natur und die Erde.

In grandioser Selbstüberschätzung geht das Patriarchat von dem Grundgedanken aus:

Wie Gott der Vater im Himmel herrscht, so muss auch der Mann -

Ebenbild des Vatergottes - über Weib, Land und Natur herrschen.

Das Weib, laut Bibel ohnehin nur durch eine männliche Rippe zustandegekommen, wird bis in die Neuzeit hinein als ein untergeordnetes Wesen erlebt, das strengster Führung bedarf. Frauen galten aufgrund ihrer Wesensart als kindlich oder kindisch und konnten dem Manne an Geist und Lebenstüchtigkeit (natürlich) nicht das Wasser reichen.

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