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Aktionsmonat Movember: Der Bartkult auf dem Höhepunkt

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HIPSTER MOUSTACHE
g-stockstudio via Getty Images
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Das Kunstwort Movember setzt setzt sich zusammen aus Moustache - dem französischen Schnäuzer - und dem Monat November. Weltweit ist der Movember der Aktionsmonat geworden rund um das Thema Männergesundheit.

Als Zeichen der Solidarität lässt Mann die Barthaare sprießen - und das treibt seltsame Blüten. Selbst vor Haartranplantationen an Kinn und Wangen strecken die Herren der Schöpfung nicht zurück.

Geboren wurde die Idee des Movembers im Jahre 2003 in Australien, als eine Gruppe junger Männer Spenden sammelte für das örtliche Krankenhaut. Als Zeichen ließen sie sich vom ersten bis letzten Tag des Novembers einen Bart wachsen. Aus der Einzelaktion wurde ein Kult und der Movember eroberte die Welt - und mit ihm der Bartkult.

Sollten zunächst Prostata- und Hodenkrebs im Vordergrund stehen, so lenkt die Bewegung heute das Interesse auf eine Vielzahl von Erkrankungen, deren Erforschung und Behandlung aus Spendengeldern finanziert wird: Krebs, Depression, Bipolare Störungen und Burnout.

So vielfältig wie die zu fördernden Aktionen sind mittlerweile auch die Bartformen, die bei diesem Wettstreit der guten Sache zugelassen sind. Waren es anfangs nur die Schnäuzer, die genehm waren, so ist mittlerweile von Kinnbart bis Vollbart aller erlaubt, was haarig-männlich ist.

Ein Kult mit seltsamen Ausprägungen

Doch genau mit der Haarespracht im Gesicht ist es bei vielen Männern nicht weit her. Und so treibt der Movember seine selbstamen Blüten. Sogar zur Barttransplantation greifen die Charity-Willigen, so die Berliner Medizinerin Dr. Sophie Chung: „Rund 10 Prozent der Haartransplantationen beziehen sich mittlerweile auf den Bart.

Die Anfragen steigen gerade im Movember-Monat. Viele wollen gar keinen langen Vollbart, sondern nur einen dichten Drei-Tage-Bart." Unter's Messer legen für den Bartkult?

Nicht jeder hat einen - die Natur ist schuld

Rein medizinisch betrachtet verdichtet sich die Bartpracht zeitlebens. Pro Jahr bilden sich immer mehr Bartstoppeln aus. Ein schwacher Trost für alle, die es erst nach zwei Wochen Rasur-Abstinenz zu so etwas wie einem Drei-Tage-Bart bringen.

Evolutionstheoretisch nimmt die Körperbehaarung des männlichen Homo Sapiens tendenziell sogar ab. Vom Komplett-Fell unserer Urahnen ist nur noch die partielle Körperbehaarung übriggeblieben. Mildes Klima und geschützte Lebensverhältnisse: Die Natur spart es sich da, Energie in die Ausprägung des Fells zu stecken.

Der Kampf um den Bart: Hollywood macht es vor

Seit selbst Stars wie Jake Gyllenhaal, Ashton Kutcher, David Beckham, Bradley Cooper einen Bart tragen, wollen alle einen. Die Schönheitsindustrie weiß, das auszunutzen: Ähnlich wie bei der klassischen Haartransplantation auf Kopf und Oberstirn funktioniert auch die Barttransplantation. Die Barthaare stammen - ebenfalls wie bei der Transplantation von Haupthaaren - aus dem Bereich am Hinterkopf.

Dort wachsen jene Haare, die gegen das Hormon Testosteron widerstandsfähig sind und nicht ausfallen. Dr. Sophie Chung: „Damit kann man dort gut 6000 Wurzelgruppen entnehmen, ohne dass man es sieht."

Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird diese Entnahme unter dem Mikroskop zu feinen, follikulären Einheiten zerlegt mit jeweils zwei, drei Haarwurzeln. Diese werden in der Bartregion eingesetzt und dabei so gut verteilt, dass ein natürliches Bild entsteht. Fertig für den Movember? Nicht ganz. Bis die Wurzeln neues Haar austreiben, dauert es ein paar Wochen - spät für die Bartpracht im Movember 2016.

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Experten warnen vor Billig-OP

Wer sich in Hamburg, München oder Düsseldorf einer solchen Bartverdichtung unterzieht, der muss - je nach Anzahl der transplantierten Follikel - schnell mit 7.000 bis 10.000 Euro rechnen. Daher suchen immer mehr Männer nach günstigen Alternativen und finden diese im Ausland. Doch die Medizinerin warnt: „Vor einer Haartransplantation im Ausland sollte Informationen zu Klinik und Operateuren recherchieren."

Mittlerweile gibt es auf Auslandsmedizin spezialisierte Portale, die bei der Reiseorganisation behilflich sind und die Kliniken in Istanbul, Bangkok oder Johannisburg einem genauen Check unterziehen, also dort, wo es vergleichbare OPs bereits ab 1.800 Euro gibt. Besonders die Türkei hat sich als Eldorado für den noch-nicht-so-haarigen Mann etabliert.

Infos & Recherchetipps rund um Bart und Movember

Eine Übersicht zu Projekten, Hintergründen und Aktionen der Movember-Bewegung gibt es bei Movember Deutschland Foundation e.V

Infos zur Haarchirurgie gibt es beim www.vdhc.de, dem Verband deutscher Haarchirurgen (VDHC)

Bart-Transplantation im Ausland: Das unabhängige Gesundheitsportal Junomedical bietet eine Liste geprüfter Kliniken.

Bartkult in Deutschland: Die haarige Tradition hält der 1. Berliner Bartclub aufrecht.

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