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An die Person, die meine Sachen mitnahm

29/11/2015 12:59 CET | Aktualisiert 29/11/2016 11:12 CET
boumenjapet via Getty Images

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Ich weiß wer du bist. Genieß diese wenigen Sekunden, denn das ist das erste und letzte Mal, dass ich dir überhaupt meine Aufmerksamkeit schenke. Ja, druck' dir gleich den Blogbeitrag aus, dann wird dir jedes Mal ganz warm um's Herz, wenn du ihn siehst. Mir fehlen die Zeugen und die Beweise und Justitia ist zu blind, als dass sie mir helfen könnte. Aber ich weiß ganz genau, dass du meine Sachen hast. Erst hast du mein silbernes Alu-Cityrad geklaut und dann mein Netbook. Wie durchtrieben muss ein Mensch sein, dass er einfach in den Garten seines Nachbarn marschieren und Sachen klauen kann?

Frech wie du bist, hast du dich mit meinem Netbook in dein Auto gesetzt und du hast mit unserem WLAN-Passwort im Internet gesurft. Das ist krank, das weißt du. Selbstverständlich hast du mein Netbook irgendwann nicht mehr einschalten können. Der hatte nämlich ein Betriebssystem, dass es nicht mehr gibt. Ein Freund hat ein Starterpaket drauf gespielt und das muss immer wieder erneuert werden.

Kein Wunder, dass mein Netbook kurze Zeit später auf dem Gartentisch stand. Komischerweise war die Festplatte ziemlich kaputt. Da hat sich sogar der Kumpel meines Vaters gewundert. Du kannst ja noch nicht einmal einen Computer angemessen bedienen. Ich habe ihn nur einmal benutzen können und schon hast du mein Netbook beim nächsten Besuch bei meinen Eltern wieder geklaut. Du hast auch nichts besseres zu tun im Leben oder? Du solltest wissen, dass du deine Zeit und Energie verschwendest. Nenn' es Karma oder Kader, aber alles Schlechte kommt wieder.

Ja, du bemühst dich seit Jahren. Deine Mutter hat ihr Leben diesem Zweck verschrieben. Auch die Nachbarn haben euch stets geholfen.

Aber ihr habt es nicht geschafft.

Obwohl ihr alle euer bestes gebt, sind eure gemeinen Pläne niemals aufgegangen. Ihr habt fiese Lügen und Gerüchte verbreitet. Aber es ist so offensichtlich, dass sie nicht wahr sind. Ihr erstattet Anzeigen für Briefe, die ihr selbst verfasst habt. Alles schön ausgedruckt im PC-Laden deines Schwagers. Denkt ihr tatsächlich, es kommt keiner dahinter? Und warum träufelt ihr um drei Uhr morgens diese weiße Flüssigkeit in unser und dann in Nachbarsgarten? Selbst mit Mord habt ihr mir gedroht, aber mal im ernst, ihr haltet echt zu viel von euch, nicht wahr?

Ihr habt euch so angestrengt für all diese und viele andere Dinge. Doch ihr könnt damit noch nicht einmal hausieren gehen. Wer kann schon mit seiner Schlechtigkeit prahlen? Nein, ihr agiert hinterhältig im Geheimem. Ihr verschwendet allesamt eure Zeit und Kraft. Und es hat sich nicht einen Tag für euch gelohnt.

Ihr habt es nicht geschafft.

Während ihr mit diesen Dingen beschäftigt seit, bemühen sich andere Menschen, um etwas aus sich zu machen und weiter zu kommen im Leben. Es sind nun ungefähr 13 Jahre vergangen. Diese 13 wertvollen Jahre habt ihr verloren. Ihr hättet die Zeit nutzen können. Ihr hättet viel erfolgreicher auf der Arbeit oder geschickter in einer Hobby-Beschäftigung sein können. Ihr hättet so richtig was erreichen können. Mein Gott, ihr hättet etwas aus euch machen können! Und das brächte euch so viel mehr. Ihr hättet glücklich sein können.

Aber ihr habt etwas anderes gewählt. Ihr habt schlicht und einfach das Schlechte gewählt. Ihr habt gewählt, hinterhältig zu agieren. Es hat euch nichts als Verschwendung gebracht. Ihr habt euer eigenes Leben in andere Menschen investiert. Ihr habt gewählt, eine tragische Existenz zu führen.

Für euch war wichtig, was wir machen, essen, tragen und wie wir leben. Während dessen ist euer Leben an euch vorbei gerauscht. Ihr habt euer eigenes Leben nur so halbwegs mitbekommen, aber uns verfolgt, als seien wir Prominente. Wir haben unser Leben geliebt. Wir lieben es und wir zelebrieren unser Dasein in all seinen Facetten. Ich feier' das Leben!

Lasst euch eins gesagt sein: Ihr lebt diesen Größenwahn für euch. Eure komische Phantasie hat sie erzeugt, genährt und zur Grundlage für euer Leben gemacht. Ihr lebt freiwillig im Schatten der anderen Menschen. Für Leute, die das Leben lieben und mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, seit ihr nicht nennenswert. Ihr habt noch nicht einmal einen Namen für sie. Ihr habt keinen Namen für mich.

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