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"Was ich in der Beziehung zu meinem Mann am meisten vermisse, seit ich Mutter bin"

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Note: Dies ist nicht die private Geschichte der Autorin, sondern einer anderen Frau, die nicht namentlich genannt werden will. Die Autorin interviewt Frauen aus aller Welt zu deren Lebensgeschichten und veröffentlicht diese auf ihrem Blog Hotel Mama.

Es ist nicht so, dass wir einander nicht mehr lieben. Es ist nur so, dass aus uns liebende Eltern wurden. Bevor wir Eltern wurden, hast du mich jeden Tag zum Abschied noch innig geküsst, bevor du in die Arbeit gegangen bist. Ein Kuss, der mich warm gehalten hat, bis du wieder da warst.

Die Liebe war heiß, die Passion glänzte uns in den Augen und unser Funke brannte heller als die Sonne. Ich dachte, unsere Liebesgeschichte sei einzigartig. Das was wir haben, das hat sonst keiner- so dachte ich.

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Ja, Menschen lieben einander hier und da, versprechen einander viel und ich weiß, dass jede Liebesgeschichte schön ist, aber unsere war mir die Liebste. Unsere war anders.

Wir sind keine innigen Liebenden mehr

Wir haben den Traum der anderen gelebt, aber vor allem haben wir einander geliebt. Dann wurden wir Eltern. Und wieder Eltern und wieder Eltern. Und es hat uns die Liebe nicht ganz genommen, aber sie vollkommen verformt.

Wir sind keine innigen Liebenden mehr, sondern Mitbewohner, die sich drei Kinder teilen und nebeneinander leben. Die Liebe wurde kalt, die Passion verstumpfte und der Funke erlosch.

Irgendwann nehme ich dich auf die Seite und mache dir klar, wie es mir geht. "Wir sind doch ineinander verliebt. Wir sind nicht nur Eltern, sonder auch und zuallererst ein Paar."

Du sagst nicht viel. Du sagst eigentlich gar nichts. Es sei alles nur meine Einbildung, denn so wie es nun ist, ist es doch schön. Normal. Es sei die Ehe. Es sei das Leben nach dem Elternsein. Es sei der Lauf des Lebens.

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Ich wünschte, wir könnten wieder Fremde sein

Ich wünschte, wir könnten wieder Fremde sein. Ich wünschte, ich könnte mich dir noch einmal vorstellen und würde alles noch einmal mit dir erleben, als sei es das erste Mal. Ich wünschte, ich könnte unsere Küsse wieder im Herzen spüren und ich vermisse die Stromschläge, die deine Berührungen in mir auslösten.

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Ich vermisse es, mich in deine Augen zu sehen und deiner Stimme zuzuhören. Ich vermisse alles, was wir zusammen zum allerersten Mal erlebt haben. Aber am allermeisten vermisse ich es, von dir vermisst zu werden. Ich wünschte, du würdest dich daran erinnern, was du einmal für mich empfunden hast und es wieder empfinden können.

Zuerst erschienen auf dem Blog Hotel Mama

Mernerva Hammad ist freie Journalistin, Wiener Mutti mit Migrationsblabla und führt seit einem Jahr den Blog "Hotel Mama". Ihre Hauptthemen sind Lebensgeschichten von Frauen aus aller Welt, Mutterschaft und Feminismus, Multikulti-Lifestyle und Reisen mit Kind.

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