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Am 12. Mai ist der internationale ME-Tag

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ME
Melanie Schickedanz
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An diesem Tag tragen Menschen die blaue Schleife (blue Ribbon), um ihre Solidarität gegenüber ihren an ME erkrankten Mitmenschen zu zeigen. Im Zeitalter des Internets zeigen auch viele ihre Solidarität, indem sie an diesem Tag beispielsweise ihr Facebook-Profilbild durch ein Bild der blauen Schleife ersetzen. Hier kann man ganz schnell und einfach eine blaue Schleife in sein Profilbild einfügen und somit seinen Beitrag zur Aufklärung leisten.

Was ist ME?

ME steht für die Erkrankung Myalgische Enzephalomyelitis.

17 Millionen Menschen weltweit sind an ME erkrankt. 300.000 Menschen in Deutschland sind betroffen. Man schätzt, dass davon 40.000 Kinder und Jugendliche sind. Die Erkrankung ist eine neuro-immunologische. Sie ist seit 1969 von der WHO als eine Erkrankung des zentralen Nervensystems klassifiziert. Dazu gibt es mehrere Tausend Fachartikel, sowie zahlreiche Studien, die organische Anomalien belegen.

Eine unbeschreibliche körperliche Schwäche und die Zustandsverschlechterung nach körperlicher/geistiger Anstrengung sind Hauptmerkmale der Erkrankung. Zig weitere Symptome kommen ebenfalls hinzu. Die Erkrankung, egal ob leicht oder schwer betroffen, hat verheerende Auswirkungen auf das Leben. Gehört man zu den „leicht" erkrankten Menschen, kann man noch kleine alltägliche Dinge, in Maßen und mit Pausen, selber bewältigen. Die schwer Erkrankten sind Pflegefälle, welche teilweise im abgedunkelten Raum liegen müssen, nicht mehr in der Lage sind zu sprechen, sich selber zu bewegen und Nahrung zu kauen/schlucken. Die Folgen der Erkrankung können tödlich sein. ME ist nicht heilbar und es gibt zudem auch keine Standardtherapie, die eine Linderung mit sich bringt.

Häufig wird ME in den Medien als Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS/Chronic Fatigue Syndrom) betitelt, was zu Verwirrungen und Falschinformationen führt, da es mehrere verschiedene chronische Erschöpfungszustände gibt, die, zusammen mit den verschiedensten Erkrankungen, in Erscheinung treten. Zudem wird ME irrtümlicherweise häufig mit Burnout, Depression, Überarbeitung und Befindlichkeitsstörungen in einen Topf geworfen.

Die Erkrankten erhalten in Deutschland keine angemessene medizinische Grundversorgung. Außerdem gibt es keine Klinik, welche für die schwer erkrankten Menschen ausgestattet ist.

Ein kurzes Infovideo über ME kann man sich hier anschauen:

Warum ist der 12. Mai der internationale ME-Tag?

Am 12. Mai 1820 wurde die „Lady mit der Lampe" geboren, besser bekannt unter ihrem richtigen Namen Florence Nightingale.

Florence Nightingale erlangte schon zu ihrer Lebzeit eine große Bekanntheit, da sie nicht nur ihr Leben den kranken Menschen widmete, sondern die komplette Krankenpflege modernisierte und somit eine bessere Gesundheitsfürsorge auf die Beine stellte.

Florence stammte aus einer wohlhabenden Familie. Schon als Kind besuchte sie kranke Menschen in den umliegenden Dörfern ihres Familienwohnsitzes. Im Alter von 24 Jahren begegnete sie Samuel Gridly Howe, einem amerikanischen Arzt, der die erste Blindenschule in den USA errichtet hatte. Er bestärkte sie in ihrem Wunsch, ihr Leben der Krankenpflege zu widmen. In den kommenden Jahren besuchte sie, während ihrer Reisen nach Italien, Ägypten und Griechenland, einige Krankenhäuser. Mehrere Wochen half sie in der Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf aus. Letztendlich sahen auch ihre Eltern, die jahrelang dagegen gewesen waren, ein, dass dies das Leben war, welches Florence glücklich machte. Nachdem sie in mehreren Krankenhäusern und Pflegeheimen gearbeitet hatte, reiste sie, zusammen mit mehreren freiwilligen Helferinnen, im Oktober 1854 nach Scutari, um die Verwundeten und Kranken des Krimkrieges (1853-1856) zu versorgen.

Florence, die vor Ort hauptsächlich für die Organisation zuständig war, sah abends noch einmal nach den Kranken und Verwundeten. Ihr Kommen kündigte der Schein ihrer Petroleumlampe an, was ihr den Namen „Die Lady mit der Lampe" einbrachte.

Als sie im Frühsommer 1855 ein Lazarett in Balaklava besuchte, erkrankte sie schwer am Krimfieber. Die Ärzte gaben ihr kaum Überlebenschancen. Doch sie erholte sich wieder ein wenig und blieb bis Juli 1856 in Scutari. Doch wirklich gut ging es ihr nicht. Im August 1857 erlitt sie einen schweren körperlichen Zusammenbruch. Den Rest ihres Lebens litt sie unter vielen verschiedenen Krankheitssymptomen, hatte häufig Fieber, Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe und war lange Zeit körperlich so schwach, dass sie bettlägerig war. Zeitweise war sie nicht einmal in der Lage, Krankenbesuche zu empfangen. Dies hielt sie nicht davon ab, soweit ihr das möglich war, sich weiter für die Verbesserung der Versorgung von Kranken einzusetzen, indem sie Schriftstücke verfasste. Am 13. August 1910 verstarb sie. Weitere Informationen über das Leben von Florence Nightingale kann man hier nachlesen.

Es liegt die Vermutung nahe, dass Florence Nightingale an ME erkrankt war.

Es werde Licht

In einigen Ländern werden am 12. Mai für eine gewisse Zeit öffentliche Gebäude in blaues Licht getaucht, um auf ME aufmerksam zu machen. In Kanada beispielsweise werden wieder die Niagara-Fälle blau angeleuchtet. Ein Video vom letzten Jahr kann man sich hier anschauen. Zudem werden der CN Tower sowie die City Hall in Toronto, die Langevin Brücke in Calgary, Alberta und das BC Place Stadium in Vancouver blau beleuchtet. In UK werden die Newry City Hall, das Newry Arts Centre sowie die Bessbrook Town Hall in blaues Licht getaucht. Die Belfast City Hall, die Newry City Hall, die Bessbrook Town Hall, das Innere der großen Halle im Stormont Building in Belfast sowie das Newry Arts Centre und weitere öffentliche Gebäude in Nordirland werden ebenfalls in blauem Licht erstrahlen, wie auch das ASPAM Gebäude in Aomori in Japan und das Capitol in San Juan in Puerto Rico.

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