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Die 5 sinnlosesten Jobcentermaßnahmen

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/Fuse via Getty Images
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Das Wort „sinnlos" kann eigentlich nicht gesteigert werden. Angesichts einiger Jobcentermaßnahmen, für die wertvolle Steuergelder verschwenden werden, haben wir uns aber diese grammatikalische Sonderregelung erlaubt, um Ihnen die fünf sinnlosesten Jobcenter Maßnahmen zu präsentieren.

1. Persönliches Coaching inklusive Farbberatung

Anette freut sich über Typ- und Farbberatung sowie ein persönliches Coaching. Der Coach legt ihr Karten vor mit Motiven wie Ritter, Fußballspieler, Entenküken, einer Waldlichtung... Anette soll sagen, welche Karte ihrem Selbstempfinden entspricht und auf welcher Karte sie sich in 5 Jahren sieht.

Sie soll ihre Träume aufmalen und beantworten, welche Farbe Motivation hat. Diese Maßnahme endet bald, aber sie wurde bereits zur „Coaching Messe" beim Jobcenter Friedrichshain/Kreuzberg eingeladen, um sich eine neue Maßnahme auszusuchen.

Verweigern kann sie diese Maßnahmen nicht, denn wer Jobcentermaßnahmen ablehnt, wird durch das Jobcenter bestraft mit Kürzung der ALG 2 Bezüge um bis zu 100 Prozent.

2. Das Fortbildungsprogramm bietet Kaffee und Entspannung

Nicht weit von Zwickau, in Niederfrohnau besucht Norman eine Eingliederungsmaßnahme beim Träger. Besonders bewegt fühlt Norman sich allerdings nicht.

Was er dort jeden Tag tut, seit einem halben Jahr, beschreibt er mit „Dösen, Kaffee trinken, Füchse und Eulen aus Holz bauen, Monopoly-Nachahmungen basteln und an ca. zwei Tagen im Monat betreiben wir eine Stellenrecherche."

Was diese Maßnahme alleine für ihn kostet, darüber ist er auch informiert. Pro Monat 1200 Euro und ca. 130 Euro Fahrtkosten.

3. Beim Bewerbungscoaching lernen, wie der PC bedient wird

Paulchen aus Untermosel geht fünf Tage die Woche acht Stunden lang zu einem Bewerbungscoaching beim Berufs-Bildungs-Institut in Altenkirchen. Dort zeigt er den anderen Kursteilnehmenden wie man den PC bedient, da das dafür eingestellte Personal mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Sehr viele Maßnahmeteilnehmenden berichten übrigens von ähnlichen Zuständen. Einige Kurse werden gar nicht betreut, andere unzureichend, viele berichten davon, dass jeder für sich frei durch das Internet surft.

4. Nichtstun als Jobcentermaßnahme

Sabine aus Georgsmarienhütte in Niedersachen macht einfach 30 bis 40 Stunden die Woche gar nichts. Sie beschreibt ihre Tätigkeit während der Maßnahme mit „Dumm 'rum sitzen und darauf warten, dass der Tag vorbeigeht."

Angeboten wird dieser lehrreiche Kurs von der gemeinnützigen Grone-Schule Niedersachsen GmbH. Er soll Menschen über 50 auf Jobs im Qualitätsmanagement vorbereiten.

5. Laub harken als Bewerbungstraining

Aber es ist ja nicht so, dass in Georgsmarienhütte alle nur so herumsäßen den ganzen Tag. Daniel zum Beispiel harkt Laub im Wald zusammen. Er tut das im Rahmen eines Bewerbungstrainings mit dem Ziel, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Sollte nicht zufällig einer im Wald herumliegen, wird daraus auf diese Weise aber aller Voraussicht nach nichts. Angeboten wird dieser Bewerbungskurs von der Bildungswerkstatt Georgsmarienhütte.

Menschen im Bezug von ALG 2 bekommen regelmäßig Maßnahmen dieser Art „angeboten". Sie kosten mehrere Millionen Euro jedes Jahr. Wer die Annahme einer solchen Maßnahmen verweigert, wird sanktioniert.

Eine Sanktionierung bedeutet, dass die Bezüge von Arbeitslosengeld 2 gekürzt werden. Um bis zu 100 Prozent. In Deutschland verlieren dadurch immer mehr Menschen ihre Wohnung und leben ohne ausreichende Versorgung.

Wer die Maßnahme verweigert, wird sanktioniert

Um diese Praxis zu beenden, sammelt ein neu gegründeter Verein aus Berlin unter dem Namen Sanktionsfrei derzeit Spenden. Sie wollen Hartz IV-Empfänger/-innen Werkzeuge anbieten, mit denen sie ihre Rechte unkompliziert wahrnehmen können.

Dazu stellen sie ein Netzwerk aus Anwälten bereit, richten einen Solidarfonds ein, der einen finanziellen Ausgleich für sanktionierte Menschen bieten soll und erarbeiten eine Onlineplattform zur niedrigschwelligen Klärung juristischer Sachverhalte im Bereich des Sozialgesetzbuches.

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Wer Menschen vor Maßnahmen und Sanktionen bewahren will, unterstützt sie am besten mit einer Spende, zum Beispiel über startnext.

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