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Ich bin aus der CDU ausgetreten - ich kann alle nur ermuntern, mir zu folgen

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MAXIMILIAN KRAH
Maximilian Krah
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Ich bin aus der CDU ausgetreten, weil ich mit dem Kurs der Partei seit vielen Jahren nicht mehr einverstanden bin.

Ich meine damit die Politik der unbegrenzten Zuwanderung, die Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank und die Energiewende, die sogar über die Pläne von Rot-Grün hinausläuft.

Ich weiß, dass es vielen Mitgliedern so geht wie mir. Sie haben ein politisches Weltbild, das der CDU aus dem Jahr 2005 entspricht. Und sie hoffen darauf, dass die Partei ihren Weg dorthin wieder zurückfindet.

Die Wahrheit ist: Die CDU, die ihre Heimat war, gibt es nicht mehr.

Das ist der Grund, warum die CDU einen unvergleichlichen Niedergang erlebt - sie gleicht dem Reichstagsgebäude, bei dem die Seitentürme erodieren. Die Kuppel aber steht.

Es ist völlig offen, wie es nach Merkel weitergeht

Wenn Kanzlerin Merkel geht, ist die Frage, ob der Kern bleibt. Dass viele Parteimitglieder die aktuelle Entwicklung mittragen, hängt an der Person Merkel. Ich sehe niemanden, der sie hier ersetzen kann.

Sie kann nur noch durch eine starke Person, die die Machtsicherung verspricht, zusammengehalten werden. Wenn sie weg ist, ist es völlig offen, wie es weitergeht.

Mehr zum Thema: "Natürlich haben wir Flüchtlinge gefälschte Pässe - und das ist auch gut so"

Viele fragen mich, ob ich meine politische Zukunft in der AfD sehe. Ich weiß, dass die Partei für viele ehemalige CDU-Mitglieder eine neue Heimat geworden ist.

Ich weiß aber auch, dass diese Partei einige Mitglieder und Anhänger hat, mit denen ich nichts zu tun haben will. Die Wahrheit ist: Ich kann aktuell noch nicht sagen, ob ich der Partei beitreten möchte.

Ich kann aber sagen, dass sie in meinen Augen das einzige Konzept für Zuwanderung, das praktikabel ist.

Wir können Flüchtlinge nur ins Land lassen, nachdem wir sie kontrolliert haben.

Deutschland ist das einzige Land auf der Erde, das es andersherum macht. Und die CDU ist dafür verantwortlich, dass sich daran nichts geändert hat.

Die CDU kann nicht mehr verändert werden

Fragt man die aktiven Mitglieder, weshalb sie noch in der CDU sind, so lautet die Antwort immer, dass sie nicht aufgeben wollen, die CDU von innen zu erneuern. „Nur wer im Auto sitzt, kann die Richtung mitbestimmen" ist ein oft gebrauchtes Zitat.

Ich habe war selbst davon überzeugt. Meine Kandidatur für den Bundestag war der Versuch zu zeigen, dass man sehr wohl in der CDU etwas erreichen und bewegen kann.

Mittlerweile hat Wolfgang Bosbach seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Horst Seehofer kann sich nicht durchsetzen. Selbst die Wahlniederlagen in Mecklenburg und Berlin prallen an der CDU ab.

Die Erkenntnis der letzten Monate ist, dass es tatsächlich keine Chance gibt, den derzeitigen CDU-Kurs zu ändern.

Nun gibt es für CDU-Mitglieder, denen der Kurs nicht passt, zwei Möglichkeiten.

Entweder, sie passen sich an. Oder sie verlassen die Partei. Eine dritte Möglichkeit - nämlich, dass sich die Zeit zurückdrehen lässt - gibt es nicht.

Mein Austritt ist nicht das Ende der Debatte, es ist der Beginn. Ich kann alle nur ermuntern, mir zu folgen.

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