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Auch das noch - Wein aus Brandenburg!

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Wein wird ja mittlerweile fast überall angebaut. Am Berliner Kreuzberg oder auf Sylt. Und bestimmt bald auch am Nordkap, dafür sorgt der Klimawandel. Exotische Weinanbauflächen, wenn auch nur zu PR-Zwecken entstanden, finden immer einen Platz in der Medienberichterstattung. Der Wein selbst ist in der Regel ungenießbar und eignet sich im Bestfall als Geschenk für Gelegenheitsbekanntschaften.

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Brandenburgs Natur hat in den letzten Jahren insbesondere durch ein massives Wolfsaufkommen für bundesweites Aufsehen gesorgt. Dass hier seit Hunderten von Jahren (ca. 1280) bereits Weinbau betrieben wurde, interessiert kaum jemanden. Die Geschichtsbücher sagen, dass im 15. und 16. Jahrhundert der Weinbau in Brandenburg seine Blütezeit erfuhr - prüfen kann das keiner. Was sicher ist: im 19. Jahrhundert wurde der Weinbau komplett eingestellt. Es lag sicherlich nicht daran, dass die Weine zu gut für die deutschen Gaumen waren.

Doch jetzt ist alles anders: Wein aus Brandenburg ist zurück und richtig gut. Zumindest vom Weingut Wolkenberg aus Cottbus. Bettina Muthmann und der Önologe Martin Schwarz begannen 2005 genau 99 Reben dort anzubauen, wo einst Braunkohle abgebaut wurde. Nach der Aufschüttung eines neuen Weinberges entwickelte sich die Arbeit der Jungunternehmer rasant weiter. Heute erstreckt sich das Gebiet des Weinbetriebes über eine Fläche von beachtlichen sechs Hektar, auf denen nun rund 26.000 Reben gehegt und gepflegt werden. Das Ergebnis der jahrelangen Arbeit ist nicht nur eine rasante Ausbreitung der Weinanbauflächen, sondern wirklich tolle Weine, die es bis in die gehobene Gastronomie in Europa geschafft haben.

Insbesondere die nachhaltige und naturnahe Landwirtschaft liegt den Winzern vom Weingut Wolkenberg am Herzen. Um einen höheren Aufwand an Pflanzenschutz zu vermeiden, entschieden sie sich für neue, widerstandsfähige Rebsorten beim Anbau (PiWi). Dazu zählen Sorten wie Johanniter, Helios (als Müller-Thurgau-Ersatz) und Solaris sowie Muscaris, Saphira und Schönburger. Der letztgenannte gehört zu den Highlights des Sortiments der Winzer.

Hier zu zwei besonderen Weintipps vom Weingut Wolkenberg:

1. Schönburger trocken (Weißwein, 2016)

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Die Rebsorte Schönburger wurde in den 1930ern Jahren an Deutschland Elite-Weinbau-Universität in Geisenheim gezüchtet. Man findet sie jedoch relativ selten abgefüllt in Flaschen. Für die Lausitz ist sie wie gemacht, robust und widerstandsfähig. Schon der Geruch des Weins ist geradezu betörend: Waldmeister, Stachelbeere und Muskat. Der erste Schluck schmeckt sogar leicht exotisch nach Litschi und wird mit ein paar leichten Gewürzen (Zimt, Anis) ergänzt. Toller Schmelz am Gaumen.

Zu bestellen für 11,95 Euro direkt beim Weingut.


2. "Barbara" Rotwein-Cuvée trocken (Rotwein, 2016)

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Eine Cuvée (Rebsortenmischung) aus Rondo und Cabernet Dorsa, beides vorher noch nie getrunken, überzeugt aber ungemein. Tiefe Aromatik nach Schokolade und Espresso, dahinter Frucht: Kirsche und Johannisbeere. Herzhafte Tannine, schön strukturiert, auch der Alkohol wirkt nicht aufdringlich, sondern gut eingebunden. Passt sehr gut in den Herbst und Winter.

Zu bestellen für 11,95 Euro direkt beim Weingut.

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