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G20-Krawalle: Umfassende Analyse wirft neue Fragen auf

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+++ Aussagen der PolizeifĂŒhrung im Innenausschuss stimmen nicht ĂŒberein mit den Aussagen der KommandofĂŒhrung vor Ort +++

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Großer Festsaal. Hamburg Rathaus - 19. Juli. Die EinsatzfĂŒhrer und der Hamburger Senat stehen dem Innenausschuß der Hamburger BĂŒrgerschaft Rede und Antwort zum Einsatzgeschehen wĂ€hrend der G20-Gipfeltage. Verlesen wurde unter anderem ein Bericht zu den Ereignissen vom Abend des 7. Juli, wo GewalttĂ€tern unterstellt wurde, im Hamburger Schanzenviertel einen Hinterhalt gelegt zu haben, um gezielt das Leben der EinsatzkrĂ€ften zu gefĂ€hrden. Diese Darstellung muss nun möglicherweise korrigiert werden.

Ein Recherche-Bericht von Max Bryan

Seit Anbeginn der Debatte zur Aufarbeitung der G20-Krawalle stand die Frage im Raum, warum die Polizei am Abend des 7. Juli nicht frĂŒher gegen die Randalierer und PlĂŒnderer im Hamburger Schanzenviertel vorging. Eine umfassende Analyse der VorgĂ€nge wirft neue Fragen zur bisherigen, offiziellen Darstellung des Einsatzgeschehens auf.

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Verantwortliche mĂŒssen Rede und Antwort stehen - Kaisersaal Hamburg Rathaus 19. Juli (Foto: Max Bryan)

So behaupten die EinsatzfĂŒhrer gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli, man konnte nicht frĂŒher eingreifen, weil das betreffende SEK noch "eingegraben" war, sprich an andere Stelle im Einsatz war und erst einmal "ausgegraben" werden musste. Zudem habe es im Vorfeld des Anrufs beim SEK wohl eine Art "Befehlsverweigerung" (formellen Protest) gegeben, wonach der fĂŒr den Abschnitt Schanzenviertel zustĂ€ndige Einsatzleiter Normen Großmann Bedenken dahingehend Ă€ußerte, mit seinen Leuten in das Viertel reinzugehen. "Zu gefĂ€hrlich", fĂŒr die Beamten seiner Einheit, so die bisherige Darstellung.

Grund der ZurĂŒckhaltung waren eigenen Angaben zu Folge diverse Personengruppen auf weiteren DĂ€chern entlang des Schulterblattes, so wie beispielsweise in Höhe von Schulterblatt 72 bis 76. Auf einer der WĂ€rmebild-Aufnahmen der Hubschrauber-Kamera ist zu sehen, wie eine Person etwas vom Dach wirft. Unklar bleibt jedoch, warum das geschah. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich kaum Menschen, geschweige denn Polizei auf der Straße. Auch das zeigt die Kamera. Wem also hĂ€tten die TĂ€ter damit verletzen wollen? Und könnte es nicht auch ein Böller gewesen sein?

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AuffĂ€llig ist auch die Uhrzeit im Clip "0:12 Uhr am 8. Juli" - ein Zeitpunkt, wo das SEK bereits im Einsatz war. Die DĂ€cher da vorn am Schulterblatt 76 wurden vom SEK aber nicht mal kontrolliert. War die Gefahr dann doch nicht so groß?

Es war insoweit auch der einzige Wurf vom Dach eines Hauses, den die Polizei am 19. Juli zusĂ€tzlich zu dem schon bekannten Material vom Schulterblatt 1 prĂ€sentierte und es wurde auch zugegeben, dass nicht unterscheidbar gewesen sei, ob es sich bei den dortigen Personen um "Schaulustige, Anwohner oder GewalttĂ€ter handele", so Normen Großmann, Leiter der Bundespolizei-Inspektion Hamburg, der an dem Abend auch das Kommando in der Schanze hatte.

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Verdeckte Beamte - sogenannte "AufklĂ€rer", hĂ€tten lediglich berichtet, dass die Schanze zu einer Art "Festung ausgebaut" sei. Von "1500 zu allem bereite Personen" war die Rede. Beweise fĂŒr diese Zahlen gibt es allerdings nicht. Auf vielen Videos, die am Abend gemacht wurden, sieht man vor allem Gaffer und Schaulustige, wie auch an jedem 1. Mai dieser Orts.

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Großmann verteidigte das Vorgehen der Polizei dennoch und entschieden: "Die Polizei habe mit Angriffen von zahlreichen DĂ€chern rechnen mĂŒssen".

Und dennoch, wo waren denn die gefĂ€hrlichen Wurfgeschosse von den DĂ€chern? Sind die sichergestellt worden? Weder Senat noch PolizeifĂŒhrung haben am 19. Juli entsprechendes Bildmaterial von einem der DĂ€cher prĂ€sentieren können und seltsam ist auch, dass nicht ein einziges Handy-Video von einem der Gaffer oder Schaulustigen existiert, auf dem erkennbar wĂ€re, das grĂ¶ĂŸere Dinge wie "Gehwegplatten" oder Molotow-Cocktails vom Dach geworfen wurden. Ich meine da sind tausende Menschen in der Schanze und es existiert nicht ein einziges Video, dass die StraftĂ€ter in Aktion zeigt? Wie kann das sein?

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Sonderausschuß-Sitzung im Kaisersaal des Hamburger Rathauses vom 19. Juli 2017

Michael Zorn, der Leiter des fĂŒr die SpezialkrĂ€fte zustĂ€ndigen Einsatzabschnitts erklĂ€rte gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli - Zitat: "Wir sind dann um 23:37 Uhr mit zunĂ€chst 24 SEK-Beamten auf das GebĂ€ude am Schulterblatt 1 vorgerĂŒckt" und seien dabei "von der rechten Dach- und GerĂŒstseite mit Eisenstangen, Steinen und Holzpaletten beworfen worden". Da seine KrĂ€fte "keine Demo-Ausstattung" hĂ€tten, bestand somit auch eine "unmittelbare Lebensgefahr" fĂŒr seine unterstĂŒtzenden KrĂ€fte, so Zorn. Man habe dann in Reaktion darauf "40-Millimeter-Gummigeschosse auf die Dachkante gefeuert", denn man habe mindestens Schwerstverletzte oder Tote befĂŒrchten mĂŒssen, so Zorn gegenĂŒber dem Innenausschuss.

Seltsam dabei ist allerdings, dass der tatsĂ€chlich vor Ort eingesetzt KommandofĂŒhrer Sven Mewes (57) gegenĂŒber dem Spiegel eine etwas andere Geschichte erzĂ€hlt. Auf die Frage hin, ob das vor Ort eingesetzte SEK auf Widerstand stoß, antwortet Mewes - Zitat: "Es hat ĂŒberhaupt keine Gegenwehr gegeben. Wir haben in den ersten beiden GebĂ€uden auf dem Dach StraftĂ€ter stellen können, die sich, als sie uns sahen, sofort ergeben haben. Insgesamt haben wir sechs oder sieben HĂ€user durchsucht. Es gab nach meiner Erinnerung 13 Festnahmen" - Zitat Ende.

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Ich finde da ist eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was am 19. Juli gegenĂŒber dem Innenausschuss berichtet wurde und dem, was zuvor in Interviews gegenĂŒber den Medien von den tatsĂ€chlich vor Ort eingesetzten Beamten geschildert wurde.

Quelle hier: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/g20-sek-einsatz-im-schanzenviertel-dann-herrschte-absolute-stille-a-1157522.html

Frage daher: Wie groß war das Gewaltpotential seitens der Personen auf dem Dach und dem GerĂŒst am Schulterblatt 1 tatsĂ€chlich? Und gab es nun eine Gegenwehr per Bewurf der SEK-KrĂ€fte mit "Steinen, Eisenstangen und Holzpaletten" oder gab es diesen Bewurf nicht? Ich finde das ist eine wichtige Frage, die man unbedingt klĂ€ren sollte. Im Zweifel auch durch Befragung weiterer Zeugen.

Michael Zorn fĂŒgte seinen AusfĂŒhrungen dann noch hinzu: "(...) man sah ja, dass sogar Spezialeinheiten bedroht werden, das hatte etwas von sich abzeichnenden Unruhen". Und die Frage ist, ob diese Darstellung tatsĂ€chlich so zutrifft oder ja möglicherweise nur eine besonders ĂŒberzogene Zuspitzung der tatsĂ€chlichen Ereignisse vom 7. Juli ist. Eine vielleicht aufgebauschte Dramatisierung, um das zu spĂ€te Eingreifen der Beamten gegenĂŒber der Bevölkerung zu rechtfertigen. Was wirklich in den Abendstunden des 7. Juli geschah, wissen vor allem diejenigen, die persönlich auch vor Ort waren.

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Das berĂŒhmteste GerĂŒst der Welt. Hier sollen Radikale angeblich Holzpaletten, Molotow-Cocktails und Eisenstangen runtergeworfen haben (Foto: Screenshot / Youtube)

SEK-KommandofĂŒhrer Sven Mewes (57) sagte dem SPIEGEL: "Wir haben in den ersten beiden GebĂ€uden auf dem Dach StraftĂ€ter stellen können, die sich, als sie uns sahen, sofort ergeben haben." Von Bewurf mit Steinen, Eisenstangen und Holzpaletten war in dem Statement des vor Ort eingesetzten KommandofĂŒhrers keine Rede und wĂ€re dem so gewesen, hĂ€tte Mewes das sicherlich erwĂ€hnt. Warum hĂ€tte er ein so wichtiges Detail verschweigen sollen?

Auch wurden dem Innenausschuss am 19. Juli keinerlei Beweise fĂŒr die angefĂŒhrten "Eisenstangen, Holzpaletten oder Gehwegplatten auf DĂ€chern" prĂ€sentiert. Keine WĂ€rmebilder der Kameras vom Hubschrauber und nicht ein einziges Handy-Video der Anwohner konnte diese bisherige Darstellung des Senats belegen.

Bislang keine Beweise fĂŒr einen gefĂ€hrlichen Hinterhalt

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Definition Hinterhalt: "Als Hinterhalt wird eine militĂ€rische Taktik bezeichnet, bei der eine Partei aus dem Verborgenen einer Deckung heraus einem Gegner auflauert und diesen bekĂ€mpft. Hierbei spielt die Überraschung durch Tarnung eine wesentliche Rolle" (Quelle: wikipedia.de)

Nun, der Überraschungsmoment war wohl kaum gegeben. Kreiste doch seit den frĂŒhen Abendstunden ein Helikopter ĂŒber dem Viertel, der so ziemlich jede Bewegung möglicher StraftĂ€ter live und am Bildschirm mit verfolgen konnte, wonach die vor Ort eingesetzten BFE-Beamten bestens im Bilde gewesen waren, was die Damen und Herren auf den DĂ€chern da so trieben.

GenĂŒgend Zeit war also durchaus, etwaige Vorkehrungen zu treffen, wie zum Beispiel ein SEK schon mal in Bereitschaft zu versetzen - auch lange vor 22 Uhr schon. Ich meine, wenn man weiß, dass man fĂŒr den Fall der FĂ€lle weder Willens, noch fĂ€hig ist das Problem selbst zu lösen, sollte man vorsorgen. Diese Vorausschau fehlte an diesem Tag.

FĂŒr die Zeit danach, als die Lage schon am eskalieren war, gab Abschnittsleiter Normen Großmann gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli zu Protokoll, dass er "mindestens mit Schwerstverletzten" oder sogar "Toten" hĂ€tte rechnen mĂŒssen, wenn er zum Zeitpunkt der PlĂŒnderungen (ab ca. 21:30 Uhr) in die Schanze vorgerĂŒckt wĂ€re und habe fĂŒr diesen Fall auch "Schusswaffengebrauch" nicht mehr ausschließen können. Aus diesem Grunde wurde dann lt. Protokoll um 22:07 Uhr das SEK gerufen. Das aber war nicht sofort startbereit, weil alle KrĂ€fte entweder gebunden oder sich in Ruhephase befanden. 23:10 Uhr habe man dann schließlich den Einsatzort erreicht und um 23:47 Uhr begann der Einsatz der SEK-KrĂ€fte, der bis 1:24 Uhr am 8. Juli andauerte.

Ungereimtheit

AuffĂ€llig daran ist folgende Äußerung, die der Leiter der SpezialkrĂ€fte Michael Zorn gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli tĂ€tigte (und er las dabei ab) - Zitat: "Als unsere KrĂ€fte - auch unter dem Schutz der KrĂ€fte von Herrn Großmann - die HaustĂŒr, bzw. das GerĂŒst am GebĂ€ude Schulterblatt 1 erreicht hatten, sind sie von der rechten Dachseite und von der rechten GerĂŒstseite mit Eisenstangen, Steinen und Holzpaletten beworfen worden".

Das Augenmerk liegt hier auf der Formulierung "auch unter dem Schutz der KrĂ€fte von Herrn Großmann". Das bedeutet, die dem Einsatzleiter Normen Großmann unterstellten Beamten sind MIT VORGERÜCKT - zusammen mit den KrĂ€ften des SEKÂŽs und das fĂŒhrt unweigerlich zu der Frage: Wenn GroßmannÂŽs KrĂ€fte seit 19 Uhr vor Ort waren und diese vor 23:37 Uhr das GebĂ€ude am Schulterblatt 1 nicht haben betreten wollen, weil sie fĂŒrchteten, dass ihnen Gehwegplatten und Ähnliches auf den Kopf fallen könnten, warum sind GroßmannÂŽs Leute dann doch noch im Schlepptau des SEK um 23:37 Uhr bis mit vor die HaustĂŒr des Schulterblatt 1 vorgerĂŒckt? HĂ€tte ihnen da nicht auch was auf den Kopf fallen können? Was war um 23:37 Uhr anders als um 21 oder 22 Uhr, wo GroßmannÂŽs Leute selbst und ohne dem SEK das GebĂ€ude hĂ€tten lĂ€ngst sichern können?

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SEK-SpezialkrĂ€fte im Einsatz am GerĂŒst des GebĂŒudes Schulterblatt 1 (Screenshot / Youtube)

Eine Gehwegplatte vom Dach geworfen um 22 Uhr ist doch die selbe Gefahrenlage wie eine Gehwegplatte um 23:37 Uhr, oder etwa nicht? Im Grunde ist das ein Widerspruch!

Denn in der Pressekonferenz am 9.7. wurde den dort versammelten Journalisten mitgeteilt, dass Zitat: "man erst auf die BEREINIGUNG DER LAGE DURCH DAS SEK WARTEN WOLLTE", eben weil Gefahr fĂŒr Leib und Leben der BFE-Beamten (GroßmannÂŽs Leute) bestand und man sie dieser Gefahr nicht aussetzen wollte. Um 23:37 Uhr aber setzte man eben diese Beamten sehr wohl der Gefahr fĂŒr Leib und Leben aus, indem man das SEK - Kommando bis an die TĂŒr des GebĂ€udes am Schulterblatt 1 begleitete, wo ihnen jederzeit eine Gehwegplatte hĂ€tte auf den Kopf fallen können. Frage: Wie passt das zusammen?

Ich finde das passt gar nicht zusammen und alle diese VorgĂ€nge gehören lĂŒckenlos untersucht. Am besten durch einen "parlamentarischen Untersuchungsausschuss" - kurz "PUA", nur der ermöglicht das Einfordern von Beweisen, respektive unumstĂ¶ĂŸlichen Belegen fĂŒr all die Behauptungen, die lt. Wortprotokoll des Innenausschusses vom 19. Juli gegenĂŒber den Abgeordneten gemacht wurden.

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Standbild: Max Bryan

AufzuklĂ€ren wĂ€re auch, wie es zu den unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse vom 7. Juli kommen konnte. Warum ein Michael Zorn aus der Ferne eine wesentliche dramatischer Geschichte schildert, als der tatsĂ€chlich vor Ort eingesetzte KommandofĂŒhrer Sven Mewes. Und warum Normen Großmann mit seinen Leuten erst auf das SEK wartete und nicht selbst eingriff, wo er sich um 23:47 doch mit dranhing und das SEK bis vor die HaustĂŒr des Schulterblatt 1 begleitete. Warum ging Großmann mit seinen Leuten dann nicht auch frĂŒher schon rein und tat das, was er kurz vor Mitternacht als UnterstĂŒtzungseinheit des SEKÂŽs auch tat? HĂ€tte man den Bereich denn nicht auch frĂŒher schon selbst sichern und die GeschĂ€fte vor PlĂŒnderungen schĂŒtzen können? Die Gefahr vom Dach - wenn sie denn existierte - war um 23.47 Uhr doch die selbe wie um 22 Uhr, oder nicht?

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Gesamteinsatzleiter Hartmut Dudde - Alles was er am 19. Juli tat, war ablesen (Screenshot / Youtube)

Nicht alle DĂ€cher am Schulterblatt kontrolliert

Im Innenausschuss am Mittwoch wurde zudem bestĂ€tigt, dass die HĂ€user entlang des Schulterblatts 72 bis 76 nachher - als das SEK eintraf, vom Selbigen nicht mal kontrolliert wurden. Angeblich, weil sich zum spĂ€teren Zeitpunkt und nach Eintreffen des SEK keine Menschen auf den DĂ€chern dort mehr befunden hĂ€tten, weshalb es ĂŒberflĂŒssig gewesen sei, diese DĂ€cher seitens des SEK zu kontrollieren.

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Kontrolliert wurde lediglich Schulterblatt 1, 3, 7, 9, 10, 11, 13 und 15. In einem der letzten HÀuser habe sich zudem ein SanitÀtsteam befunden, dass eine schwer verletzte Person behandelte. Das SEK rief daraufhin den Rettungswagen.

Nur 13 Festnahmen

Am Ende bilanziert das SEK 13 Festnahmen aus den Bereichen DĂ€cher und GerĂŒst am Schulterblatt 1. An den ĂŒbrigen 8 Hausnummern - Schulterblatt 3 bis 15 wurde demnach keine Personen festgenommen und auch die StraftĂ€ter vom Schulterblatt 1 sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Man habe ihnen nichts nachweisen können. Eine sofortige Tatort-Sicherung habe ebenfalls nicht stattgefunden. Die wurde erst "Tage spĂ€ter" gemacht und bei allem Respekt vor der Arbeit der Beamten, diese Einsatzbeschreibung klingt (fĂŒr Laien) wie ein schlechter Witz!

Keine FingerabdrĂŒcke?

Wenn von dem Dach und dem GerĂŒst des GebĂ€udes am Schulterblatt 1 tatsĂ€chlich gefĂ€hrliche GegenstĂ€nde geworfen worden wĂ€ren, mĂŒssten sich auf diesen GegenstĂ€nden auch FingerabdrĂŒcke befinden. Die hĂ€tte man mit den FingerabdrĂŒcken der 13 festgenommenen Personen auf Übereinstimmung abgleichen können und die Frage ist, ob dies geschehen ist? Und wenn ja, mit welchem Ergebnis?

Konnte man denn wenigstens eines der Wurfgeschosse mit einem der 13 TĂ€ter in Verbindung bringen? Oder hat auch das nicht geklappt?

Harmlose Touristen

13 offenbar harmlose Personen hatten es also geschafft, ganze 6 Hundertschaften davon abzuhalten die Schanze zwischen 20 Uhr und Mitternacht zu rĂ€umen. Darunter 4 Russen, zu denen Senat und PolizeifĂŒhrung (trotz Nachfrage eines Abgeordneten) im Innenausschuss am 19. Juli keinerlei Angaben hinsichtlich Vorstrafen und/oder sonstige Vorgeschichte machen konnten. Auch das ist merkwĂŒrdig. Wo doch 7 Tage zuvor schon in diversen Medien die IdentitĂ€t der Russen im geoutet wurde, wie die Veröffentlichung dieser ARD-Sendung auch belegt:

http://daserste.ndr.de/panorama/G20-War-es-wirklich-ein-Hinterhalt,panorama7900.html

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In dem - wohlgemerkt schon am 11. Juli - also 8 Tage vor der 1. Sondersitzung des Innenausschusses vom 19.7. - veröffentlichten Filmbeitrag handelt es sich bei den 4 festgenommenen Russen um harmlose Touristen, die lediglich vor hatten das Geschehen vom GerĂŒst aus zu filmen, dennoch aber wie "Terroristen" behandelt wurden. Frage: Warum wurde das am 19.7. dem Innenausschuss der Hamburger BĂŒrgerschaft nicht mitgeteilt? Warum gab man an, keine Informationen zu diesen 4 Russen zu haben? Vielleicht weil es peinlich ist, keine echten StraftĂ€ter prĂ€sentieren zu können?

Der Mann vom GerĂŒst

Auch dieser Herr hier machte eher einen harmlosen Eindruck, wie der SPIEGEL zu berichten weiß.
http://www.spiegel.de/spiegel/g20-randale-im-schanzenviertel-der-mann-auf-dem-geruest-das-bin-ich-a-1157856.html

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Auch von ihm ging augenscheinlich keine sichtbare Gefahr aus und damit schon Nummer 5 von 13 festgenommenen Personen am GebÀude Schulterblatt Nummer1, die nicht das hielten was sie nach EinschÀtzung der Beamten vor Ort "versprachen".

Tobias Marquardt, 30 Jahre alt, war aus dem Harz angereist und kletterte auf das GerĂŒst, um sich ein besseres Bild der Lage am Boden zu verschaffen. Wurde dann aber in Gewahrsam genommen und durch das volle Programm der MĂŒhlen der Justiz gedreht. Dabei existiert nicht ein einziger Beweis dafĂŒr, dass er Dinge vom Dach geworfen hat. Auch wurde seitens der Kripo keine sofortige Beweissicherung auf dem Dach durchgefĂŒhrt. Ein Unding (fĂŒr Außenstehende).

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Frage daher: Wo sind die gefÀhrlichen Gehwegplatten geblieben? Wo die Molotow-Cocktails? Im Innenausschuss am 19. Juli konnte die Polizei nicht einen einzigen Bildbeweis dahingehend liefern, was im Einzelnen sich auf dem Dach an GegenstÀnden befunden hat. Keine Gehwegplatten, keine Eisenspeere, keine Holzpaletten und auch keine Molotow-Cocktails. GÀbe es diese Bilder, wÀren sie am 19. Juli sicher vorgelegt worden.

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Aufnahmen eines Anwohners - auch er hat keine Molotow-Cocktails gesehen (Foto: Max Bryan)

Auch ĂŒber die ĂŒbrigen festgenommenen 8 Personen vom Dach am Schulterblatt 1 konnte oder wollte die Polizei am 19. Juli keine nĂ€heren Angaben zur Person oder deren Vorgeschichte machen. Ich finde das seltsam. Ein Untersuchungsausschuss sollte diesen Fragen nachgehen und letzte Gewissheit einholen.

GefÀhrlicher Hinterhalt?

Auf diesem Bild der WÀrmekamera vom Hubschrauber sieht man, wie eine Person einen Gegenstand vom Dach wirft. Möglicherweise ein Stein.

https://www.youtube.com/watch?v=dpT5NKqUHC0&t=0m07s

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Eindeutig wurde hier was geworfen. Die Frage ist W A S?

Auf einem weiteren Bild sieht man, wie eine der Personen auf diesem Dach einen augenscheinlich zuvor angezĂŒndeten weiteren Gegenstand vom Dach wirft. Hartmut Dudde - Gesamteinsatzleiter wĂ€hrend des G20 will darin einen Molotow-Cocktail erkannt haben.

Hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=dpT5NKqUHC0&t=0m29s

Dudde erklĂ€rte dazu am 9. Juli in der Pressekonferenz gegenĂŒber Journalisten - Zitat: "Sein Molotow-Cocktail zĂŒndet und jetzt wird er ganz gepflegt auf den Wasserwerfer geworfen". Doch woher weiß Dudde, dass es sich um einen Molotow-Cocktail handelt? Woher stammt diese Information? Und wer hat sie in Umlauf gebracht? Gibt es unabhĂ€ngige Augenzeugen, die beschwören, dass es sich dabei um einen Molotow-Cocktail handelt? Kann es nicht auch ein "Bengalo" oder "Böller" gewesen sein? Ist das Bild einer WĂ€rmebild-Kamera denn ĂŒberhaupt Beweis genug, um die Art und Beschaffenheit eines Wurfgeschosses zu identifizieren?

Experten bezweifeln die offizielle Darstellung der Polizei. Der anerkannte juristische SachverstĂ€ndige und Fachingenieur fĂŒr WĂ€rmebildtechnik Georg DittiĂ© jedenfalls behauptet, dass dies kein Molotow-Cocktail war. Seiner EinschĂ€tzung zu Folge handelt es sich um einen "Böller" oder dergleichen.

Zitat: „Die Infrarot-Emission auf dem Bild ist nur geringfĂŒgig höher als die der Personen" und "ein brennender Stofflappen wie bei einem Molotow-Cocktail mĂŒsste eine viel höhere Infrarot-Emission abgeben. Die Kamera wĂŒrde in die SĂ€ttigung gehen, das Bild wĂ€re ĂŒberstrahlt", teilt der SachverstĂ€ndnis im Interview mit (Quelle: Mopo).

http://www.mopo.de/hamburg/g20/schanzen-randale-war-das-ein-molotow-cocktail--27962168

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Auch eine "Bengalfackel" oder sonstiges pyrotechnisches Material könnte in Frage kommen. Theoretisch kann das alles gewesen sein, nur kein Molotow-Cocktail, der nĂ€mlich wĂ€re mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Aufprall am Boden explodiert. Zitat DittiĂ©: „Ein benzingetrĂ€nkter Lappen entflammt sofort".

GruppenfĂŒhrer dementiert

Was auch immer da vom Dach flog, muss nicht zwingend ein Molotow-Cocktail gewesen sein. Etwas derartiges wurde auch von unabhĂ€ngigen Beobachtern nicht gesehen. Ein GruppenfĂŒhrer der Polizei, der zu dieser Zeit mit seiner Einheit am Boden stand, erinnert sich nicht daran, dass ein Molotow-Cocktail herabgefallen, zersprungen, aber nicht in Flammen aufgegangen ist. Spuren hiervon seien am Boden "nicht gesichert worden". (Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung).

http://www.sueddeutsche.de/politik/g-gipfel-wartete-ein-bewaffneter-hinterhalt-auf-die-polizei-1.3594134-2

N24 berichtete Live

Nicht einmal der erfahrene Fernseh-Reporter Christoph Wanner konnte bestÀtigen, dass Molotow-Cocktails oder dergleichen vom Dach geworfen wurden. Zitat aus seinem Fernseh-Bericht bei N24:

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"Wir haben gesehen, wie sich radikale Demonstranten diesen PolizeikrĂ€ften regelrecht ergeben haben und ihnen dann auch entgegen gegangen sind und da gab es dann ĂŒberhaupt keine Gegenwehr mehr" und auch er habe weder Holzpaletten, Gehwegplatten, noch Eisenstangen vom Dach oder GerĂŒst fliegen sehen. WĂ€re dem so gewesen, hĂ€tte er es mit Sicherheit im Bericht erwĂ€hnt. Der Kollege sendet live.

https://www.youtube.com/watch?v=3knqVVCRdAc&t=2m34s

Ein Polizeisprecher habe Wanner gegenĂŒber dann erklĂ€rt, dass die Demonstranten mit Molotow-Cocktails ausgerĂŒstet seien oder auch Steinplatten auf den DĂ€chern deponiert haben "KÖNNTEN". Doch das seien alles Dinge, die der Reporter selbst so nicht gesehen hat. Zitat aus seinem Bericht, der auf N24 lief: "Selbst haben wir keine Molotow-Cocktails gesehen", man habe Feuerwerk und Pyrothechnik gesehen und "auch Demonstranten, die Steine und Flaschen warfen", aber Molotow-Cocktails habe er persönlich "nicht gesehen", so Wanner in seinem Fernsehbericht, der allerdings auch nur am Boden stand und nicht auf dem Dach oder dem GerĂŒst. Frage daher an den Hamburger Senat: Wo waren diese gefĂ€hrlichen Wurfgeschosse? UND haben sie je existiert - auf diesem Dach am Schulterblatt 1?

Diese Frage ist deshalb so wichtig, weil dies der Hauptgrund dafĂŒr war, die Schanze vor Eintreffen des SEKÂŽs nicht rĂ€umen zu wollen und Selbige damit den PlĂŒnderern und GewalttĂ€tern am Boden zu ĂŒberlassen, die dann ungehindert und stundenlang das Viertel auseinander nehmen konnten. Allein das ist ein Skandal, wenn sich am Ende herausstellt, dass es den Grund der ZurĂŒckhaltung nie gegeben hat, dass der Wurf eines Molotow-Cocktails vom Dach des Schulterblatt 1 nie wirklich stattgefunden hat.

Öffentliche Umfrage

Nicht besonders reprÀsentativ, aber immerhin eine mögliche Spur zu dem vermeintlichen Molotow-Cocktail, der lt. Angaben der Polizeu angeblich vom Dach am Schulterblatt 1 geworfen wurde. Vielleicht gibt es ja Augenzeugen auch unter denen, die am 7. Juli in der Schanze waren. Frage also: Hat irgendwer die Tat beobachtet? Stand zufÀllig jemand daneben, als der besagte Gegenstand vom Dach fiel? Hat Jemand gehört oder gesehen, wie die Flasche des angeblichen Molotow-Cocktails auf dem Dach des Wasserwerfers zerschellte und gibt es Bilder davon? Hier meine Umfrage:

https://www.facebook.com/max.bryan.9216/posts/1525764970819369

GegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli erklĂ€rte Michael Zorn - Leiter der SpezialkrĂ€fte - dazu, Zitat: "Als unsere KrĂ€fte unter dem Schutz der KrĂ€fte von Herrn Großmann die HaustĂŒr, bzw. das GerĂŒst am GebĂ€ude Schulterblatt 1 erreicht hatten, sind unser KrĂ€fte von der rechten Dachseite und von der rechten GerĂŒstseite mit Eisenstangen, Steinen und Holzpaletten beworfen worden" und die Frage ist, ob das ausser der Polizei sonst noch Jemand gesehen hat. Ein Anwohner zum Beispiel oder ein Schaulustiger, der das vermeintliche Tatgeschehen mit beobachtet hat?

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Standbild: Max Bryan

Falls nicht, bleibt die Frage, woher diese Information stammt und ob es sich dabei nicht um eine nachtrÀgliche Dramatisierung der tatsÀchlichen Ereignisse handelt. Vielleicht um das zu spÀte Anrufen und Eingreifen des SEK-KrÀfte zu rechtfertigen. Wie auch das stundenlange Abwarten der 600 Polizisten vor Ort - die nicht eingriffen, weil deren Aussage zu Folge die Möglichkeit bestand mit Gehwegplatten und Molotow-Cocktails vom Dach aus beworfen zu werden. Interessant wÀre zu erfahren, von wem im Einzelnen diese Information stammt, dass angeblich Gehwegplatten und Molotow-Cocktails auf DÀcher gebracht wurden. Wer vor Ort die AufkÀrung dazu betrieben hat und wer das verantwortet. Auch das könnte ein Untersuchungsausschuss gut in Erfahrung bringen.

Testreihe

DarĂŒber hinaus könnte man einen Test machen und auf abgelegenen GelĂ€nde die Szene nachstellen. Beispielsweise zehn Versuche unternehmen, einen brennenden Molotow-Cocktail von einem Hochhaus 10 Meter in die Tiefe fallen zu lassen und dann zu schauen, was passiert. Wie oft also so ein "Cocktail" am Boden dann tatschlich explodiert - oder eben nicht.

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Böller, Bengalo oder Molotow-Cocktail? Was fliegt da vom Dach?

In dem von der Polizei bei der Pressekonferenz am 9. Juli vorgefĂŒhrten Video ist der angebliche Molotow-Cocktail bei Auftreffen auf dem Dach des Wasserwerfers ja ausdrĂŒcklich NICHT explodiert. "Das hat nur was mit GlĂŒck oder Zufall zu tun", meinte Hartmut Dudde zur ErklĂ€rung. Frage bleibt dennoch, wie oft so etwas passiert? Ein Test - durchgefĂŒhrt von einem entsprechenden SachverstĂ€ndigen - könnte letzte Gewissheit darĂŒber bringen, in welcher RegelmĂ€ĂŸigkeit solche Molotow-Cocktails am Boden auch explodieren, wenn sie erstmal brennend vom Dach eines fĂŒnfstöckigen GebĂ€udes geworfen werden. Auch das könnte ein etwaiger Untersuchungsausschuss in Erfahrung bringen.

WĂ€rmebilder

Hartmut Dudde - der Gesamteinsatzleiter schwĂ€rmte im Vorfeld des Gipfels davon, dass die Polizei zum G20 das "modernste Equipment", was die Polizei derzeit zu bieten hat, zum Einsatz bringt. Nun, da könnte man eigentlich erwarten, dass auch die Hubschrauber-Ausstattung wenigstens ĂŒber eine handelsĂŒbliche Kompakt-Kamera verfĂŒgt, mit der man aus der Luft bequem hĂ€tte gestochen scharfe HD-Aufnahmen vom Geschehen UND DEM DORT BEFINDLICHEN WURFMATERIAL hĂ€tte machen können. Frage: Ist das geschehen? Und wenn ja, wo sind diese Bilder?

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Die TĂ€ter vom Dach auf dem RĂŒckzug. Unwahrscheinlich, dass sie die Beweise (die gefĂ€hrlichen "Gehwegplatten") wieder mit herunter trugen.

Ich meine der Scheinwerfer am Helikopter hĂ€tte das Dach komplett ausleuchten und die Bordkamera gute Aufnahmen liefern können. So hĂ€tte man gesehen, ob dort Steinplatten, Molotow-Cocktails oder sonstiges Geschoß in Stellung gebracht war. Wurde das gemacht? Gibt es derartige Bilder? Und wenn nein, warum nicht?

Nicht existierende Bilder dieser Art könnten Kritiker glauben lassen, man habe bewußt keine hochauflösenden (gut ausgeleuchteten) Bilder aufgenommen, um die Wahrheit nicht zeigen zu mĂŒssen, die ja durchaus darin bestehen könnte, dass ausser Steinen und ein paar Böllern auf dem Dach nichts zu finden war und so das Argument, man habe mit Gehwegplatten vom Dach fallend rechnen mĂŒssen, nicht lĂ€nger haltbar wĂ€re.

Falsche Signale?

Fakt ist, die Polizei weigerte sich ins Viertel reinzugehen, weil die theoretische Möglichkeit bestand, mit "Gehwegplatten und Molotow-Cocktails" von DĂ€chern aus beworfen zu werden. So hatte es der Polizeisprecher Timo Zill gegenĂŒber N24 am Abend des 7. Juli mitgeteilt. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass von den 13 auf dem Dach gestellten Personen mindestens mal die HĂ€lfte harmlos waren. Frage: Was fĂŒr Signale gehen davon aus?

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Wechselkleidung - auch ein Problem fĂŒr die Polizei (Screenshot / Youtube)

Im Grunde eine KapitulationserklĂ€rung in Richtung all derer, die am 7. Juli die Schanze vom Boden verwĂŒsteten. Denn es erweckt den Eindruck, dass man lediglich eine Hand voll Leute auf DĂ€chern platzieren mĂŒsse, die dann irgendwas Undefinierbares vom Dach herunter werfen und schon hĂ€lt die Polizei sich aus dem Viertel raus. Weigert sich gegen die StraftĂ€ter am Boden vorzugehen. Wonach die dann in aller Seelenruhe die LĂ€den plĂŒndern, Barrikaden bauen und Autos anzĂŒnden können. Ist das jetzt jenes "Schaufenster moderner Polizeiarbeit", von der Andy Grote im Vorfeld des Gipfels sprach? Oder ist es eher ein Zeugnis des Versagens, der FehleinschĂ€tzung, der Kapitulation?

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Sechs Hundertschaften hochgerĂŒsteter BFE waren ĂŒber Stunden nicht in der Lage die Schanze zu rĂ€umen - das ist das was bleibt.

Die BĂŒrger und BĂŒrgerinnen des Schanzenviertels dĂŒrfte das kaum zufrieden stellen. Sind sie es doch, die jeden 1. Mai mit Verlusten am eigenen Hab und Gut zu rechnen haben und jetzt vielleicht noch mehr. Wo man doch sehen konnte, wie leicht es ist, sich die Hamburger Polizei vom Hals zu halten. Eine Besorgnis erregende Entwicklung, wie ich finde, dass keiner der sonst so hart agierenden BFE-Beamten (siehe 6. Juli) Held genug war die Schanze vor Randale zu schĂŒtzen. Das muss einfach mal gesagt werden!

VerklÀrter Heldenstatus?

Der erste BĂŒrgermeister Olaf Scholz (SPD) wird in diesem Zusammenhang auch nicht mĂŒde die EinsatzkrĂ€fte des G20 als "Helden" zu feiern. Das mag in mancher Hinsicht stimmen, was geleistete Arbeitsstunden und Entbehrungen bei Verpflegung und Unterbringung anbelangt. Hinsichtlich Mut und Aufopferungswillen haben aber zumindeste diese 600 Beamten in der Schanze am 7. Juli nebst zustĂ€ndigen Einsatzleiter keinen wirklichen Orden verdient. Bedeutet Held sein doch auch, sich fĂŒr Andere aufzuopfern und das ist am 7. Juli nun bei weitem nicht geschehen.

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Helden wĂ€ren diese 600 Beamten gewesen, wenn Sie vor 23 Uhr das Haus gesichert und die LĂ€den in der Schanze geschĂŒtzt hĂ€tten. Doch stattdessen wartete man bis 23:10 Uhr auf das SEK, das wo genau noch mal war? Stimmt - auf FahrrĂ€dern und Mopeds in der Stadt verteilt, mit Jeans und T-Shirts bekleidet - völlig unauffĂ€llig - um etwaige AttentĂ€ter dingfest zu machen, die es wo gab? Wie wichtig war die eigene Bevölkerung im Vergleich zur imaginĂ€ren Bedrohungslage durch Terroristen in der Stadt? Gab es die ĂŒberhaupt? Etwaige Terrorwarnungen?

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Olaf Scholz hat stets bestritten, dass der Schutz der StaatsgĂ€ste Vorrang vor dem Schutz der eigenen Bevölkerung hatte. Wenn dem tatsĂ€chlich so wĂ€re, hĂ€tte man wenigstens mal FRÜHZEITIG ein SEK Kommando auch Richtung Schanze abstellen können, wo man doch wusste, dass dort jeden 1. Mai regelmĂ€ĂŸig die LĂ€den zu Bruch gehen. Da muss es doch logisch gewesen sein, dass dies im grĂ¶ĂŸeren Ausmaße auch zum G20 passiert. Wer das nicht weiß oder ahnt, gehört abgesetzt, respektive ersetzt! Hier bitte lesen: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article166935135/Das-verstoesst-gegen-die-Verfassung.html

Anderes Klientel

Frage bleibt auch, ob es mit den vorhandenen rund 600 KrĂ€fte vor Ort nicht frĂŒher schon möglich gewesen wĂ€re, die Schanze zu sichern. Auf dem GerĂŒst standen anfangs nur harmlose Party-People. Wie jenes unbekannte PĂ€rchen, das ein Video beim einvernehmlichen Sex zeigt. Auch sie waren auf dem GerĂŒst am Schulterblatt 1. Jenes GerĂŒst, dass von der Hamburger Polizei spĂ€ter als Ort eines "gefĂ€hrlichen Hinterhalts" bezeichnet wurde.

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Das Video kursierte in den Tagen nach den Krawallen bei Whatsapp und wurde von vielen Usern gesehen und geteilt. Es tauchte allerdings in keiner Polizeimeldung auf. Auch nicht in den offiziellen Berichten des Senats vom 19. Juli. Gemacht hat das Video offenbar ein Herr, der ebenfalls auf dem GerĂŒst stand. Hier im Screenshot nur mit einem Ellenbogen zu sehen.

https://www.youtube.com/watch?v=wohEjS-mdfw

Ich finde das zeichnet ein etwas anderes Bild von dem Klientel auf dem GerĂŒst. Videos oder Bilder von schweren StraftĂ€tern, die gerichtsverwertbar erkennbare "Gehwegplatten, Molotow-Cocktails oder Holzpaletten auf DĂ€cher schleppen und/oder von Dach und GerĂŒst dann wieder herunter werfen, wurden bislang nĂ€mlich nicht gefunden.

Man habe weder einen Bericht ĂŒber die Sicherstellung entsprechender GegenstĂ€nde gefunden, noch irgendein Bild, das die vermeintlichen BrandsĂ€tze oder Reste von Wurfgeschossen zeigt, so die Hamburger Polizei (Stand: 19. Juli).

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Dennoch aber reichte allein die VERMUTUNG aus, es könne eine derartige Gefahr von DĂ€chern drohen. um das Viertel komplett und stundenlang dem Mob zu ĂŒberlassen. FĂŒr die Anwohner ist das sicherlich auch im Nachhinein nur schwer zu ertragen.

Anwohner berichten

So hatten die PlĂŒnderer in aller Ruhe die GeschĂ€fte ausrĂ€umen und ihre Beute in Sicherheit bringen können. Nachdem sie das Diebesgut im Park dann deponiert hatten, "kehrten sie in die Schanze zurĂŒck und machten da weiter, wo sie aufgehört hatten" - berichtet Steffen A., der unerkannt bleiben will (Name geĂ€ndert). Von ihm stammen auch zahlreiche ErklĂ€r-Videos, wie er die Situation am Abend des 7. Juli wahrnahm. "Die Polizei hatte NICHTS gemacht" und "die hĂ€tten von den Seitenstraßen bequem mit dem Wasserwerfer hier reinkommen und das Viertel rĂ€umen können", erklĂ€rt der Mann, der die Straßen rund um das Schanzenviertel gut kennt und dort auch wohnt. "Wenn die hier mit dem Wasserwerfer rein wĂ€ren, hauen die eh alle ab", so der 51-JĂ€hrige, der so gar nicht verstehen kann, warum die Polizei nicht eingriff.

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Steffen A. (Name geÀndert) hat am Abend des 7. Juli alles gesehen und dokumentiert (Foto: Max Bryan)

Die Polizei hingegen behauptet, man habe zwar versucht, unter anderem auch von der Altonaer Strasse ins Viertel vorzurĂŒcken, sei aber massiv unter Beschuß geraten. Von Flaschen und Steinen ist die Rede, woraufhin man sich habe zurĂŒck ziehen mĂŒssen. "Man wolle keine neue Lage schaffen", weil es anderen Orts schon zu viele EinsĂ€tze gab.

Diese Aussage ist deshalb interessant, weil sie sich mit den Aussagen zahlreicher Bewohner des Schanzenviertels deckt. Eine weitere Anwohnerin analysiert die Situation nÀmlich wie folgt:

"Man hat die Vermummten hier randalieren lassen, damit die nicht in andere Bezirke ziehen, so wie an die Elbvororte. Man hat die hier machen lassen, damit die Staatschefs in aller Ruhe in der Elphilharmonie sitzen und anschließend in Ruhe nach Hause fahren können. Die Polizei stand da vorne ĂŒberall, aber sie durften nicht eingreifen. Und als der letzte Staatsgast zu Hause war, hieß es dann: 'Bitte jetzt die Schanze rĂ€umen'", erklĂ€rt eine Anwohnerin gegenĂŒber "MVmedial Leipzig".

https://www.youtube.com/watch?v=MIsEBbgThVg&t=1m57s

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Theorie oder Wahrheit? Was diese Frau berichtet könnte tatsÀchlich stimmen ...

Diese EinschĂ€tzung ist zwar nur eine Meinung - eine persönliche EinschĂ€tzung dessen, was die Dame glaubt zu wissen, aber sie ist nicht ganz so abwegig, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Grunde ist das die vielleicht sogar einzige plausible ErklĂ€rung dafĂŒr, warum die 600 Polizisten vor Ort stundenlang nicht eingriffen. Frage nĂ€mlich bleibt, warum das SEK nicht frĂŒher gerufen wurde. Hartmut Dudde - der Gesamteinsatzleiter tat dies erst um 22:07 Uhr und die Frage ist, warum nicht schon davor? Die Leute auf dem GerĂŒst standen da schon lĂ€nger - als es noch hell war und einen angeblichen Hinterhalt habe man sicher nicht erst seit 22:07 Uhr befĂŒrchtet, sondern auch vorher schon. Insofern bleibt die Frage, warum das SEK nicht frĂŒher schon gerufen wurde, respektive es nicht frĂŒher schon bereit stand und da wiederum landet man bei Aussagen wie "alle KrĂ€fte waren gebunden".

SEK zu beschÀftigt?

Michael Zorn, der Leiter der SpezialkrĂ€fte gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli: "Wir hatten starke KrĂ€fte in den Schutzmaßnahmen, weil die Prozedur in der Elbphilharmonie noch lief", will heißen, die nun wirklich umfangreichen Schutzmaßnahmen rund um die Elbphilharmonie banden viele KrĂ€fte und auch an den Hotels der Schutzpersonen (wie Putin & Co.) "wurden viele KrĂ€fte benötigt, weil deren RĂŒckkehr aus der Elbphilharmonie erwartet worden war", so Zorn gegenĂŒber dem Innenausschuss am 19. Juli und weiter: "Wir hatten InterventionskrĂ€fte fĂŒr die Begleitung der Schutzkolonnen in den GefĂ€hrdungsstufen 1 und 2. Wir hatten KrĂ€fte bereits in der Ruhephase, die tagsĂŒber den gesamten Komplex Messehallen geschĂŒtzt haben", erklĂ€rte Zorn am 19. Juli.

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Leiter der SpezialkrĂ€fte - Michael Zorn (1.v.r.) und Normen Großmann, Leiter der Bundespolizei-Inspektion Hamburg (Foto: Max Bryan)

Nun stelle man sich vor, die Polizei hĂ€tte die Schanze um 21 Uhr schon gerĂ€umt. Das hĂ€tte a) mehr Nachschub-KrĂ€fte fĂŒr die Schanze bedeutet - (die man vor 23 Uhr nicht hatte, weil diese bis 23 Uhr zum Schutz der StaatsgĂ€ste abgestellt waren) und b) hĂ€tte die Gefahr dann bestanden, dass die Randalierer in andere Bezirke abwandern, dort, wo man sie - aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden - nicht haben wollte.

"Deshalb hat die Polizei hier in der Schanze nicht eingegriffen und die Leute konnte hier alles kaputt machen. Die StaatsgÀste konnten anderen Orts sicher nach Hause fahren", analysiert die Dame aus dem Video von soeben.

Schanze absichtlich geopfert?

Der fĂŒr die Schanze zustĂ€ndige Einsatzleiter Normen Großmann teilte dem Innenausschuss am 19. Juli mit - Zitat: "Wenn wir da rein gegangen wĂ€ren, dann hĂ€tten wir eine zusĂ€tzliche Lage geschaffen und eine solche wollten wir im Schanzenviertel nicht erzeugen". Das klingt exakt nach dem, was diese Anwohnerin wie eben genannt analysiert hat und die Frage bleibt, warum wollte man keine zusĂ€tzliche Lage schaffen? Vielleicht weil es zutrifft, dass man die GewalttĂ€ter im Viertel halten wollte, indem man sie dort auch ungestört machen ließ?

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Ein Bild der VerwĂŒstung - Das Hamburger Schanzenviertel am Morgen des 8. Juli (Foto: Screenshot / Youtube)

Eine etwaige frĂŒhere Intervention hĂ€tte die StraftĂ€ter ja möglicherweise vertrieben und sie wĂ€ren dann anderen Orts vor 23 Uhr tĂ€tig geworden. Es wĂ€re nur logisch, das verhindern zu wollen, um die StaatsgĂ€ste anderen Orts nicht zu gefĂ€hrden. Aus diesem Grunde könnte die EinschĂ€tzung diverser Beobachter durchaus zutreffen.

Gefahr vom Dach nur konstruiert?

Es wĂ€re natĂŒrlich ein Novum, wenn das irgendjemand der hohen Herren zugeben wĂŒrde, dass es genau so war. Oder ein "PUA" (parlamentarischer Untersuchungsausschuss) genau das zu Tage fördert, was hier schon beschrieben steht. Ich persönlich könnte mir gut vorstellen, dass dem so wird, aber ich kann mich auch tĂ€uschen. Vielleicht taucht doch noch im Nachhinein ein Beweis oder ein Foto auf, wie linke Extremisten Gehwegplatten auf DĂ€cher schleppen und/oder von da aus wieder runterwerfen. Ausschließen kann man dieser Tag gar nichts, zumal die Hamburger Polizei angeblich noch Waschkörbe weise ungesichtete Berichte vorenthĂ€lt.

Bislang gesichert ist nur die bisherige Darstellung des Senats zu den VorfĂ€llen am 7. Juli, wonach 6 Hundertschaften Polizei angeblich nicht in der Lage waren die Schanze zu rĂ€umen, so wie das vergleichsweise auch jeden 1. Mai geschieht. Und das nur, wegen ein paar fraglicher Momente auf den DĂ€chern der Schanze? FĂŒr Laien: Man hĂ€tte doch den Helikopter so nah an das betreffende Hausdach heranbringen können, dass das AnzĂŒnden eines Molotow-Cocktails von dort aus unmöglich wird. Jedes Feuerzeug wĂŒrde unter dem Luftdruck der RotorblĂ€tter streiken "und schon wĂ€re die Gefahr vom Dach des Schulterblatt 1 gebannt gewesen", wissen auch Insider zu berichten. Parallel dazu hĂ€tte man am Boden mit einem Panzerwagen und den Wasserwerfern (ohne Beamte am Boden) vorrĂŒcken können und sich so mit LuftunterstĂŒtzung Haus fĂŒr Haus vorarbeiten können. Ich bin sicher, dass die Schanze dann auch vor 22 Uhr ganz schnell leer gewesen wĂ€re, so wie das jedes mal am 1. Mai auch passiert und vielleicht wĂ€ren die LĂ€den dann ja heile geblieben. Aber dazu sah sich die Polizei nicht im Stande. "Wir waren nicht mal bis Rote Flora vorgedrungen", hieß es im Innenausschuss am 19. Juli.

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Diese TĂŒr am Hamburger Jesus-Center wurde ĂŒbrigens nicht von den GewalttĂ€tern so zugerichtet, sondern von RettungskrĂ€ften, die ins Haus wollten (Foto: Max Bryan)

Alternativen ignoriert?

Wo wir beim Thema wĂ€ren. Denn ein weiterer, nicht unwesentlicher Aspekt der Geschichte ist die Frage, warum man nicht frĂŒher und vor 22 Uhr mit den vorhandenen 6 Hundertschaften ĂŒber die anderen Zuwegungen in die Schanze vorgerĂŒckt ist, wie das bequem ĂŒber die Juliussstrasse, die Susannenstrasse und auch die Altonaer Strasse hĂ€tte geschehen können. Die PolizeifĂŒhrung arugmentiert aber, das habe man zwar "versucht", aber man sei quasi "abgeprallt" und "durch SteinwĂŒrfe und andere Dinge zurĂŒckgeworfen worden".

Kann das stimmen?

Ich meine JEDEN 1. Mai riegelt die Polizei das Viertel weitrÀumig ab. Keiner kommt mehr rein oder raus. Frage: Warum ist das am 7.7. nicht geschehen?

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Kein Weg in die Schanze? (Grafik: Max Bryan)

Die Polizei argumentiert, dass wenn man ĂŒber Altonaer Strasse kommend weit in die Schanze vorgerĂŒckt wĂ€re, die Gefahr bestand von DĂ€chern aus mit Steinen und Ă€hnlichem Material beschossen zu werden und das Risiko wollte man nicht eingehen. Deshalb kein VorrĂŒcken in der Schanze bevor nicht das SEK da ist.

Kritiker entgegnen aber, dass es sehr wohl alternative ZugĂ€nge zur Schanze gegeben hat. "Alle Straßen waren offen und frei zugĂ€nglich und "bei Ă€hnlichen Ereignissen" haben man auch schon mal "Hubschrauber in eine Höhe von 3 bis 4 Metern ĂŒber das GebĂ€ude gebracht, wodurch es quasi unmöglich wird einen Brandsatz, Molotow-Cocktail oder dergleichen anzuzĂŒnden oder auch nur einen Stein zu werfen". Der Druck des Rotors mache das einfach "unmöglich" - berichtet ein weiterer Experte der Szene und genau so sehe ich das auch. Peinlich ist daran eigentlich nur, dass einfache BĂŒrger der Hamburger Polizei erklĂ€ren mĂŒssen, wie sie ihren Job zu machen hat. Wirklich schade drum!

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Parallelen zu 2013

Zudem - und das sei an dieser Stelle auch mal angemerkt - gab es auch frĂŒher schon wesentlich heftigere Angriffe von GewalttĂ€tern auf die Polizei an exakt der selben Stelle. Ich denke da nur an den 21. Dezember 2013, als rund 4000 gewaltbereite, vermummte Personen von der Polizei in der Schanze eingekesselt wurden und Schritt fĂŒr Schritt bekĂ€mpft wurden. Und das waren wohlbemerkt gut 2000 Leute mehr als am 7. Juli diesen Jahres. Hier bitte schauen:

https://maxbryan.wordpress.com/2014/01/15/polizeigewalt-in-hamburg-chronik-einer-krise/

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Eindeutige Beweise - Aufnahmen fĂŒr das RTL Nachtjournal am 11. Juli 2017

Auch damals sprach man von "noch nie dagewesenen ZustĂ€nden" und es ist doch einigermaßen verwunderlich, dass anders als heute sich die Polizei den StraftĂ€tern damals stellte und das auch ohne SEK und trotz des massiven Bewurfs mit Steinen, Flaschen, Tischen und PartybĂ€nken und allem, was man sonst noch in die Finger bekam.

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Vermummte werfen Steine, Flaschen und PartybÀnke gegen Polizisten (Foto: Max Bryan)

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Damals stellte die Polizei sich den StraftÀtern entgegen (Foto: Max Bryan)

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Und rÀumte sehr wohl von der Altonaer Strasse kommend die Schanze - trotz tausender vermummter Personen im "Kessel" (Aufnahme vom 21.12.2013) (Foto: Max Bryan)

Und das war mit Sicherheit ein wesentlich heftigerer Bewurf als der vom Abend des 7. Juli. Damals (2013) hat dieses imense Gewaltpotential die Hamburger Polizei auch nicht abgehalten in die Schanze vorzurĂŒcken. Wie auch - die Beamten sind ja dermaßen hochgerĂŒstet, dass die RĂ€umung auch unter diesen Bedingungen machbar ist.

Zitat Hartmut Dudde im Vorfeld des Gipfels: "Wir werden das gesamte deutsche Polizeiequipment in Hamburg sehen. Wenn's geht, möglichst zurĂŒckhaltend, wenn wir es komplett brauchen, packen wir eben alles aus", erklĂ€rte Dudde damals großspurig gegenĂŒber Journalisten und jetzt plötzlich wird diese Armada hochgerĂŒsteter Polizisten durch ein paar SteinwĂŒrfe in die Flucht geschlagen? Never ever! Wenn, dann weil sie genau das wollten - weil sie sich freiwillig zurĂŒck ziehen und das Viertel im Stich lassen wollten. Möglicherweise, aus den schon genannten - wie soeben beschriebenen GrĂŒnden.

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4 Jahre spĂ€ter und wieder ein Sonderausschuß

Insofern - und so leid es mir tut dies sagen zu mĂŒssen - wirken die AusfĂŒhrungen der Verantwortlichen vom 7. Juli fĂŒr meinen Geschmack deutlich ĂŒberkonstruiert - aufgebauscht - dramatisiert. Als wolle man im Nachhinein (und fĂŒr 2017) eine völlig neue, gefĂ€hrliche, nicht lösbare Lage herbeireden, um die Dinge am Ende sich so zurechtbiegen zu können, wie man sie fĂŒr die eigene, offizielle Darstellung braucht. Jeder soll glauben, dass es keiner mit so schlimmen Ausschreitungen gerechnet hat und es deshalb auch keine andere Möglichkeit gab, als das SEK einzusetzen. Ob dem tatsĂ€chlich so war, wird sich erst noch zeigen mĂŒssen. Belastbare Beweise dafĂŒr existieren bis dato nĂ€mlich keine.

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Keine Stahlseile in der Schanze gefunden

Die "Stahlseile" zum Beispiel, die von den StraftĂ€tern angeblich zum Aufstoppen von RĂ€umfahrzeugen in der Schanze benutzt werden sollten, fand man gar nicht in der Schanze, sondern anderen Orts in Altona bei einer ganz anderen Aktion. Die vom Morgen des 7. JuliÂŽs, als eine maskierte Bande auf die Polizei los ging. Stolz drappierte man anschließend das sichergestellte Material. Darunter unzĂ€hlige Skimasken und eben auch diese Stahlseile, die man spĂ€ter der Schanze zugeordnet hatte.

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"PUA" dringend erforderlich

In einem ersten Statement der Linksfraktion zur 1. Sondersitzung des Innenauschusses vom 19. Juli schreibt Christiane Schneider - Zitat: "Ein Sonderausschuss (wie der vom 19.7. - Anm. d. Redaktion), der keinerlei Rechte hat, z.B. Personen zu laden und Dokumente einzufordern, die freiwillige niemals herausgerĂŒckt werden, wird uns der AufklĂ€rung des Gesamtgeschehens nicht viel nĂ€her bringen. Wir brauchen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss und vor allem brauchen wir außerparlamentarisch AufklĂ€rung und außerparlamentarischen AufklĂ€rungsdruck, erklĂ€rt Christiane Schneider von der Linksfraktion der Hamburger BĂŒrgerschaft und Recht hat sie. So ein "PUA" (parlamentarischer Untersuchungsausschuss) wĂ€re dringend von Nöten, um Dinge vollends zu klĂ€ren. Sonst versteckt man sich nur wieder hinter geheimen "Quelleninformationen", die nie belegt werden - und schon deshalb reine Erfindung sein könnten, um das eigene VersĂ€umen zu rechtfertigen und / oder zu vertuschen.

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Rolle der V-Leute

AuffĂ€llig oft nĂ€mlich, wurden in der Sitzung am 19. Juli immer dann "Quelleninformationen" genannt, wenn es um die wirklich wichtigen, heiklen Fragen ging. Wie zum Beispiel die Info, dass auf dem Dach am Schulterblatt 1 angeblich "Gehwegplatten" zum Bewurf auf die Beamten bereit lĂ€gen. Frage: Woher kam diese Info? Waren neben herkömmlichen "AufklĂ€rern" (Tat-Beobachter aus Beweissicherungs- und Festnahme-Einheiten) auch V-Leute anderer Dienste beteiligt? In der Sitzung hieß es dazu nur: "Einer Quelleninformation zu Folge ..." und das kann nun wirklich alles sein - auch eine Erfindung. Solange keine gerichtlich belastbaren Beweise dafĂŒr gezeigt werden, WER WANN WAS kommuniziert hat und WER im Einzelnen hinter diesen Informationen steht, kann der Senat quasi alles behaupten, nur um seine eigene Haut zu retten, respektive das eigene Image reinzuwaschen. So wĂ€lzt man die Verantwortung auf Geheimdienste und sogenannte "AufklĂ€rer" ab und keiner kann je nachprĂŒfen, ob es diese Quelleninfo tatsĂ€chlich so gab und/oder ob sie in der kommunizierten Form so auch korrekt war.

Schon deshalb wÀre ein PUA meines Erachtens dringend erforderlich. Nur dann können die Verantwortlichen auch vorgeladen werden und unter Eid ihre Aussage wiederholen.

Text und Fotos: Max Bryan
Screenshots Youtube: NDR / ZDF / ARD / N24