BLOG

Mein Mann wurde nach einem United Flug festgehalten, der Grund ist eine Schande

18/04/2017 14:20 CEST | Aktualisiert 19/04/2017 09:54 CEST
dpa

Mein mexikanischer Ehemann wurde auf einem Flug mit United Airlines des Kinderhandels mit unserer Tochter beschuldigt

Es wird immer Menschen geben, die rassistische Bemerkungen machen. Wir dachten nicht, dass Flugbegleiter solch eine Überwachung ernst nehmen würden.

Als ich gerade über die George Washington Brücke fuhr, um meinen Mann und meine Tochter am Newark Flughafen abzuholen, nachdem die beiden eine Woche Urlaub in Cancun in Mexiko gemacht hatten, um seine Familie zu besuchen, erhielt ich einen Anruf von einem Beamten der Flughafenbehörde.

Diese Person stellte sich als Unteroffizier vor und fuhr damit fort, mir zu erzählen, dass es einen "Zwischenfall" im Flugzeug gegeben habe, in den mein Mann und meine Tochter involviert waren.

Ich hätte niemals damit gerechnet

Mein Herz schlug mir bis zum Hals - ich konnte nicht einmal antworten, weil sich meine Gedanken überschlugen, bei dem Versuch, alle Möglichkeiten zu erfassen, was auf dem Flug passiert sein könnte.

Meine größte Angst: Sind sie verletzt? Der Unteroffizier versicherte mir, dass sie beide wohlauf seien, aber ich war bereits im Schockzustand und es fühlte sich an, als ob meine ganze Welt zusammenbrach.

Mehr zum Thema: Erneute Vorwürfe: United Airlines lässt Paar auf dem Weg zur Hochzeit aus Flugzeug werfen

Mein Mann ist Mexikaner. Ich habe irische Vorfahren. Unsere Tochter, sie ist drei Jahre alt, sieht uns beiden ähnlich: sie hat dunkle Haare, Mandelaugen und weiße Haut. Sie sind nach Mexiko gereist, um Zeit mit seiner Mutter zu verbringen, ihrer Großmutter, die sie nur einmal im Jahr sehen.

Das war eine wertvolle Zeit, Zeit für meine Tochter, mit der Seite der Familie meines Mannes Kontakt aufzunehmen und ich begrüßte es, dass sie gingen, während ich aufgrund meiner Arbeit zuhause blieb.

Ich hätte niemals damit gerechnet, was auf ihrer Rückreise passieren würde.

Sie führten meinen Mann ab

Der "Zwischenfall": Ein anderer Passagier im Flugzeug, der offensichtlich betrunken war, beschuldigte meinen Mann des Kinderhandels. Sie behauptete, dass meine hellhäutige Tochter nicht wie ihr mexikanischer Vater aussähe und schürte den Verdacht, dass er sie entführt habe. Dieser Passagier hatte keinerlei Grundlage für seine Behauptung, oder einen Beweis dafür.

Als er erfuhr was passiert war, brach ich in Tränen aus. Wie konnte das sein?

Wenn ich die Details heute Revue passieren lasse, kämpfe ich noch immer damit, sie zu glauben.

Nachdem unsere 3-Jährige fast den gesamten Flug über auf dem Schoß ihres Vaters geschlafen hatte, landete das Flugzeug. Er schrieb mir, um mir mitzuteilen, dass sie angekommen seien.

Als das Flugzeug zum Gate rollte, kamen mehrere Beamte der Flughafenaufsicht und des Grenzschutzes an Bord, liefen auf meinen Mann zu und forderten ihn auf, seine Sachen zu packen und ihnen zu folgen. Er und meine Tochter wurden aus dem Flugzeug begleitet, bevor irgendjemand sonst aussteigen konnte.

Der Zwischenfall

Aus dem Flugzeug ausgestiegen, wurden sie von vier Beamten der Flughafenbehörde und des Grenzschutzes umstellt. Sie überhäuften sie mit so vielen Fragen, dass sie nicht einmal ausmachen konnten, wer welche Frage gestellt hatte. Mein Mann wusste gar nicht, was los war. Unsere Tochter begann in diesem ganzen Aufruhr zu weinen.

Nachdem sie gefragt hatten, wo unsere Tochter geboren wurde, wer dabei war und wo ihre Geburtsurkunde ausgestellt wurde, fragten sie nach meiner Telefonnummer. Das war der Moment, in dem sie mich anriefen und mir dieselben Fragen stellten, um die Geschichte zu bestätigen.

Danach schienen sie überzeugt, dass mein Mann unsere Tochter nicht entführt hatte. Sie sagten mit dann, dass diese Anschuldigung nicht von der US Zoll- und Grenzschutzbehörde kam, die darin geschult war, solche Situationen auszumachen, sondern von einem Fluggast.

Sie handelten nur danach, was das Protokoll einer angezeigten Verdächtigung, wie dieser, vorgab. Sie sagten mir, dass es nicht notwendig sei, die geistige Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigenden zu untersuchen.

Es gab kein Anzeichen dafür

Der Passagier, der seine "Besorgnis" mit den Flugbegleitern teilte, saß neben meinem Mann. Ihm zufolge war sie den Flug über freundlich, doch mein Mann bemerkte ihre seltsame Besessenheit von unserer Tochter. Ab und zu beugte sie sich über meinen Mann, um Kontakt mit meiner Tochter aufzunehmen.

Es gab kein Anzeichen dafür - abgesehen von der rassistisch motivierten Überwachung des Passagiers - dass mein Mann keine normale, liebevolle Beziehung mit seiner Tochter hatte. Es gab keinen "Zwischenfall".

Es wird immer Menschen geben, die rassistische Bemerkungen machen - meinem Mann und mir ist das nicht fremd. Noch einmal, mein Mann ist Mexikaner. Deshalb ist er ein Ziel und letztlich auch unsere Familie.

Wir dachten nie, dass Flugbegleiter einer großen Fluggesellschaft - United Airlines - sich dazu entscheiden würden, solch eine Anschuldigung ernst zu nehmen - und im Zuge dessen, dass die Flughafenbehörde und die US Zoll- und Grenzschutzbehörde meinen Mann und Tochter aus einem Flugzeug bringen und sie mit der Schuldvermutung verhören würde.

Ein Blick auf den Reisepass hätte gereicht

Geschweige denn, dass er mit einer Green Card reiste, und Ausweise bei sich hatte, die beide mit demselben Nachnamen auswiesen und einen beglaubigten Brief, der bestätigte, dass ich meiner Tochter erlaubte, für eine Woche nach Mexiko zu reisen.

Als ich eine Beschwerde an den Kundenservice geschickt hatte, antworteten sie einige Tage später mit einer Entschuldigung und einem Reisegutschein im Wert von 100.00 Dollar.

Dieser ist nutzlos für uns, denn wir werden niemals wieder mit dieser speziellen Fluglinie fliegen. Außerdem ist es wichtiger für uns, dass United Airlines und andere Fluglinien ihre Handlungsweise überdenken.

Ein einfacher Blick auf die Reisepässe oder Flugdaten würde deutlich zeigen, dass es kein Problem gibt und hätte das Drama vermieden.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Das war eine beängstigende Erfahrung für uns. Aus dem Flugzeug geführt zu werden von Sicherheitsbeamten und auf diese Weise verhört zu werden. Einen Anruf von einem Mann zu erhalten, der mich fragt, wo mein Baby geboren wurde.

Dann von noch mehr Beamten begleitet zu werden, um meinen Mann und Tochter vorzufinden, die immernoch von der Sicherheitsbehörde festgehalten wurden, obwohl der Fall schon fallengelassen wurde. Auf dieses hasserfüllte politische Klima waren wir vorbereitet, dachte ich - doch darauf konnten wir niemals vorbereitet sein.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei HuffPost US und wurde übersetzt.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

id="TWC-provided-widget-ID-goes-here"

z-index="999"

lang="de-DE"

units="m"

par="adw_test_par_val"

geocode="33.75,-84.39"

links="Stündlich|https://weather.com/weather/hourbyhour/l/$geocode,Heute|https://weather.com/weather/today/l/$geocode,10-TAGE|https://weather.com/weather/tenday/l/$geocode">

googletag.pubads().setTargeting('[cnd=cld]').display('/7646/mobile_smart_us', [300, 251],'wxwidget-ad');

Sponsored by Trentino