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Was in Hamburg passiert, ist nicht zu rechtfertigen: Doch es lohnt sich zu protestieren - auch radikal

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G20 DEMONSTRATION
dpa
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Was jetzt in Hamburg von KrawallbrĂĽdern und -schwestern ausgehend passiert, ist mit keinem Argument zu rechtfertigen.

Trotzdem können wir nicht einfach der Polizei nur den Rücken stärken und die vielen friedlichen Menschen dabei mit verurteilen, die nach Hamburg gekommen sind und morgen hoffentlich kommen werden, um als DEMONSTRANTINNEN (nicht RandarlierInnen!) zu demonstrieren.

Der (friedliche!) Protest gegen G20 ist richtig und wichtig. Er wurde meiner Meinung nach (und der vieler bei welcome to hell anwesender, unabhängiger JournalistInnen von BILD, NDR, taz und mehr) von der Polizeistrategie am Donnerstag unmöglich gemacht.

➨ Mehr zum Thema: All wichtigen Informationen zum G20-Gipfel findet ihr in unserem Live-Blog

Wer die Bilder von der Auflösung der Welcome to hell Demo nochmal anschaut, mag sich an Szenen von der Loveparade erinnert fühlen. Dass es nicht zu einer Massenpanik gekommen ist, grenzt an ein Wunder und hat nichts damit zu tun, dass die Polizei besonnen oder deeskalierend vorgegangen wäre.

Ausschreitungen aus Selbstverherrlichung und Selbstzweck

Das ist traurig und steht weder Hamburg noch Deutschland, noch der Welt gut zu Gesicht. Ich habe bei allem Mitgefühl für den daraus entstandenen Frust und die Wut gleichzeitig kein Verständnis für die Ausschreitungen der letzten Stunden, die kein politisches Ziel kennen und mehr Selbstverherrlichung und Selbstzweck als ehrlichen Protest zeigen.

Das diskreditiert jeden und jede, die für eine gerechtere Globalisierung und die fairere Verteilung unseres unglaublichen, übermäßigen Wohlstands ernsthaft eintreten. Und dieser Einsatz ist wichtig.

Denn es kann nicht sein, dass sich die 20 Staaten mit der größten Wirtschaftskraft eine Stadt ohne jede demokratische Kontrolle für ein Wochenende zu Eigen machen, diese polizeilich abriegeln lassen und dort wiederum undemokratisch Beschlüsse fällen, die sogar mehr Menschen betreffen werden, als es BürgerInnen in diesen 20 Staaten gibt.

Wenn überhaupt Beschlüsse gefällt werden.

ReporterInnen anpöbeln, Pflastersteine werfen, Geschäfte leer räumen

Natürlich ist es wichtig, dass die StaatschefInnen der größten Länder miteinander reden. Aber wir als BürgerInnen sollten mitreden können. Ich bin traurig, dass ich nicht in Hamburg bin.

Nicht, weil ich Bock habe ReporterInnen anzupöbeln, Pflastersteine zu werfen, oder Geschäfte leer zu räumen.

Sondern weil ich glaube, dass diese Welt eine bessere wäre, wenn die Staatschefs dieser Welt gezwungen wären, transparente Prozesse zu entwerfen, an denen sich alle BürgerInnen beteiligen können.

DafĂĽr lohnt es sich zu protestieren. Ernsthaft und zielgerichtet. Und ja - auch radikal.

Mit radikalen Ideen, radikaler Kreativität und radikaler Überzeugung. Aber nicht mit radikaler Gewalt, die kein Ziel verfolgt außer sich damit selbst zu beweisen, was für ein/e toller HechtIn mensch doch ist.

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