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Zeichen setzen gegen geplante Obsoleszenz

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Was hält schon ein Leben lang? Jede zweite Ehe wird heute geschieden - und auch die Erwartungen an die Langlebigkeit von Produkten sinken zunehmend. Aus gutem Grund: Viele Dinge sind so konzipiert, dass sie nach einer bestimmten Zeit nicht mehr funktionieren.

Möbel, die keine zwei Umzüge mehr überstehen, anstatt wie früher von Generation zu Generation weitervererbt zu werden, Haushaltsgeräte, die mit einer Sollbruchstelle konstruiert werden... Beispiele dafür, dass Langlebigkeit hier schlicht nicht erwünscht ist, weil kürzere Produkt-Lebenszyklen mehr Profit versprechen. Die Verbraucher haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass wir schon beim Kauf unseres neuen Smartphones, Laptops oder Flachbild-TV daran denken, dass sie eines Tages das Zeitliche segnen werden.

Gerade bei Elektrogeräten wird viel über angeblich vorsätzlich herbeigeführte Gerätetode diskutiert - möglichst kurz nach Ablauf der Garantiezeit. Wir denken, dass man diesem Trend entgegenwirken und ein Zeichen gegen die sogenannte „geplante Obsoleszenz" setzen muss. Denn wenn wir mal ehrlich sind: Auch wenn wir uns schon darauf eingestellt haben, dass Technik heutzutage schnell kaputt geht, wer hat schon Lust, in etwas zu investieren, das absehbar nur eine begrenzte Zeit lang hält und dann auseinanderfällt? Ärgerlich ist das in jedem Fall.

Doch wie lassen sich Produkte erkennen, die statt auf (für den Anbieter profitable) Schnelllebigkeit auf nachhaltige Qualität setzen? Den Geräten selbst kann in den seltensten Fällen unter den Deckel geschaut werden. Was bleibt, sind die Umstände, unter denen ein solches Gerät, wie zum Beispiel ein Computer oder Drucksystem, verkauft wird. Es gibt einige ganz konkrete Fragen, die der Verbraucher stellen kann, um nachhaltige Produkte zu identifizieren und „Murks" zu erkennen. Dazu gehören z.B.: Gibt es einen entsprechenden Service? Wie sehen die Garantieleistungen aus? Werden Bedienungsanleitungen mitgeliefert? Sind Ersatzteile über einen längeren Zeitraum verfügbar? Gibt es einen Reparaturservice vor Ort?

Vor allem aber ist entscheidend, ob der Hersteller eine möglichst lange Lebensdauer der Geräte verspricht. Wir haben uns zum Beispiel als erster und bisher einziger Druckerhersteller dazu entschieden, auf unsere Produkte eine lebenslange Gewährleistung zu geben. Dadurch untermauern wir das Vertrauen in unsere Produkte und geben Kunden sowie Fachhändlern die Möglichkeit, sich langfristig abzusichern und nachhaltig ihr Business zu gestalten. Es lohnt sich, genau hinzusehen, ob und wie sich die verschiedenen Anbieter in diesem Punkt verhalten. Geben sie sich bedeckt und lenken mit umso schrilleren Werbesprüchen von der Thematik ab? Oder zeigen sie tatsächlich klare Kante und entschließen sich nicht nur zu holen Botschaften, sondern wirklichen Aktivitäten.

Nachhaltigkeitsexperten wettern keineswegs grundlos gegen den „Murks als Methode", denn er ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet Verbrauchervertrauen. Wer dieses Vertrauen - nachhaltig - wiederherstellen möchte, wird nicht darum herumkommen, Farbe zu bekennen und seine Produkte mit einer solchen Gewährleistung auszustatten.

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