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Die Axtattacke von Würzburg und die ewige Wiederholung sinnloser Angst

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TERRORISM NICE
Eric Gaillard / Reuters
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Den eigentlichen "Terror" fabrizieren die Medien und ihre sogenannten "Experten". Die Qualität der Veröffentlichung macht die verheerende Geistlosigkeit egoistischer Psychopathen erst erfolgreich. Während sich die "manipulierte Bürgerlichkeit" um Ursachen und Vermeidung solcher schrecklichen Verbrechen bemüht, ist allen klar: es wäre nicht zu verhindern gewesen.

Weder das Eine, noch das Andere. Die Suche nach den Ursachen mithilfe sogenannter "Experten" ist nur eine weitere Kaskade professioneller Verdrängung. Die Suche nach dem "Muster-Terroristen", den Biografien und Lebensumständen von Menschen sind ein vergeblicher Versuch der Kontrolle.

Kontrolle, als Sinnbild einer Konsumentengesellschaft, deren Frieden von Sicherheit und Stabilität abhängt, die nur aus reiner Habgier getrieben entstanden sind. Habgier und Konsum sind die wahrhaftigen Kernelemente unserer westlichen Gesellschaftsordnung. Die sonst propagierten "Werte" sind nur die Alibis, Leiden zu verdrängen, welches daraus permanent entsteht.

Die eigentliche Bedrohung entsteht aus der Verdrängung

Das diese Welt der wohlständigen Glückseligkeit auf Kosten aller anderen existiert, ist als Argument "linker Träumer" bedrohlich für die Menschen, die keinen anderen Sinn im Leben sehen, als zu konsumieren. Dieser Konsum verlangt eine Menge ab von jedem Einzelnen, denn es ist ein Sinnbild für Anerkennung und Bewunderung. Es muss hart gearbeitet werden, um sich der Vergnügung gesellschaftlicher Bewunderung anzunehmen.

Die Illusion einer Freiheit, die nichts anderes darstellt, als eine Art "goldene Gefangenschaft". Welchen Sinn hat es also, ein "richtiges Leben im Falschen" zu sichern, wenn die eigentliche Bedrohung aus der Verdrängung entsteht?

Wenn sich auch die "Experten" in ihren Ansichten überschlagen, lenken wir nur ab vom eigentlichen: vom lieblosen, sinnlosen und angstbesetzten Egoismus, einer an Sinnlosigkeit erkrankten Gesellschaft. Nur eine ganz klare Sicht ermöglicht nachhaltige Besserung.

Aus Einsamkeit wird Verzweiflung

Die Ereignisse sind tragisch und gerade für Eltern ist es schwer, das ihren Kindern zu erklären. In allen Fällen handelt es sich um narzistische, konsumierende Persönlichkeiten. Der unabdingbare Wunsch geliebt zu werden, Freunde zu haben und das soziale Miteinander bewusst zu erleben hat sich ins Gegenteil verkehrt.

Die extremen Gelüste, Liebe zu erfahren, kehren sich um. Einsamkeit macht Verzweiflung, macht Rache, macht "Durst" nach Geltung. Jetzt ist der Geist hochsensibel für alle Arten der Manipulation, Zuflucht zu finden.

Die Lieblosigkeit und Kälte, karrieregetriebener Muster einer eigentlich menschenverachtenden Gesinnung, sind nach westlichen Maßstäben die ehrlich formulierte Ursache von Erfolg und Anerkennung.

Der sensible Geist hat keine Chance, wenn ihm die gewohnte Umgebung fehlt und der Zuspruch seiner Liebenden, einen Faden zu finden. Es ist den wenigsten Menschen wirklich bewusst, welcher Tragik Flüchtlinge ausgeliefert sind, wo der Zusammenhalt von Familien zum eigentlichen Wert gehört. Das, was diese Menschen erleben, wäre für Deutsche keine 10 Minuten zu ertragen.

Europäische Werte als Alibis

Das Hochhalten sogenannter "europäischer Werte" sind Alibis die wir aufrechterhalten, um Wahrheit zu verdrängen und die natürlichen Quellen bis zur Verneinung ignorieren. Hier steht der Wert von Familie nur als Kosmetik im krassen Widerspruch zu den erzwungenen Lebensumständen: Egomanie, Habgier, Karriere.

Da ist der traditionelle Begriff von Familie nur störend, weil ein im realen Leben behindernder Kostenfaktor. BurnOut und Depressionen sind nur die Spitzen ungeahnter Lieblosigkeit, die wir als Gewohnheitskonsumenten als "Realität einer Zeit" hinnehmen.

Alle Angst, alle vergebliche Mühe in den Medien nach den "heiligen Ursachen" des islamistischen Terrors zu fahnden sind so sinnlos, wie es zu verhindern. Die Sorge vor der Beschneidung einer freien Gesellschaft ist in Wirklichkeit nur das Ergebnis "goldener Gefangenschaft" - wären wir "frei" im eigentlichen, natürlichen Sinn, würden die Wenigsten Interesse aufbringen an Nachrichtenlagen aller Art, denn, die Dinge gehen vorbei, ob Gute oder Schlechte und es entstehen immer wieder Neue.

Das ganze Leben, die ganze Natur ist ein ständiger, sekündlicher Prozess der Veränderungen. Materiell wie Immateriell - es macht also bei exakter Betrachtung gegebener Naturgesetze keinen Sinn, sich vor Dingen zu ängstigen, die im HIER und JETZT nur für die allerwenigsten eine reale Bedeutung haben.

Ein Krieg der Illusionen

Die Bedrohung existiert im Kopf. Auf allen Seiten. Im Kopf der Terroristen, im Kopf der Gesellschaften. Kampf und Krieg um Glaubensvorstellungen, ist ein Kampf und Krieg der Illusionen.

Wenn uns das klar wird, haben wir eine gute Grundlage Liebe und Mitgefühl zu entwickeln. Das daraus entstandene Vertrauen gibt die Kraft, zu verzeihen. Das unabdingbare Streben nach Habgier ist gleichermaßen eine Illusion wie das unabdingbare Streben nach scheinbarem "Heil".

Wer effektiv Hass und Gewalt verhindern will übt sich ausschließlich in Liebe und Mitgefühl. Alles andere macht keinen Sinn. Alle Mühen haben nur einen Zweck: unseren aus Habgier entstandenen Wohlstand zu sichern, dessen Dynamik alleine für den Untergang sorgen wird. Wir existieren in einem fatalen Widerspruch zu den Naturgesetzen und unsere ganze Kraft und Intelligenz kennt nur ein Ziel: Habgier zu sichern, zu halten und zu festigen.

Das ist die Kernursache aller menschenverachtenden Handlungen, ganz gleich aus welcher Richtung sie existieren.

Es wäre durchaus zu vergleichen, das 100.000 Volt Starkstrom in einfachen Leitungen zum Kurzschluss führt. Wieso so viel sinnlose Energie verschwenden, wenn am Ende alles nur zu einem Kurzschluss führt?

Umso extremer sich die westlichen Gesellschaften in ihrer Habgier vergnügen, umso extremer wird das Leiden. Die Bedrohung hat so viele Facetten, wie die Argumente, die Mittel dagegen zu heiligen.

Meine Empfehlung: Abschalten, ausmachen, loslassen.

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