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Burda Hackday: Von Bierernst bis Freibier

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Was geschieht, wenn man 120 Menschen ein ganzes Wochenende lang in einen Raum packt und Ihnen Internet, Essen und Bier spendiert? Nichts Produktives möchte man meinen, aber da liegt man nur teilweise richtig. So befremdlich die Grundidee klingen mag, auf Hackathons entstehen weit mehr spannende Ideen, als man glaubt.

Meistens nennen sich solche Events Hackday, Hackathon oder Idea Challenge. Die Aufgabenbereiche sind so vielfältig wie ihre Besucher aber im Grunde geht es immer darum: Binnen eines Wochenendes sollen die Teams von der Idee zur fertigen App oder gar zum durchstrukturierten Start-Up gelangen. Dabei steht der Spaß stets im Vordergrund und niemand ist verpflichtet, alles zu können.

Meistens finden sich die Teams nämlich erst an dem Wochenende selbst. Und dann wächst aus vielen Teil-Kompetenzen oftmals ein erstaunlich produktives. Nicht selten endet dieser Prozess in einem fertigen Produkt, bevor die Arbeitswoche wieder beginnt.

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So auch beim Burda Hackday in den Räumen von Stylight in München. Dieses Jahr steht das Event der unter dem Motto "The Future of Work". 21 Teams haben 24 Stunden lang die Köpfe zusammengesteckt und wollen mit ihren Ideen unsere Arbeitswelt in naher Zukunft gestalten. Alles ist erlaubt. Die Teams können zum Beispiel die API von Xing oder Microsoft nutzen. Außerdem haben die Deutsche Bahn, Software Factory und Kununu Challenges mitgebracht, bei denen Sonderpreise winken. Zwischen Laptops, leeren Club-Mate Flaschen und der ein oder anderen Virtual-Reality-Brille liegt der Sound geschäftigen Programmierens und der Geruch des eben servierten Mittagessens in der Luft.

Programmierer, Designer und Business Developer, erkennbar an ihren verschiedenfarbigen Lanyards arbeiten mit Hochdruck an etwas, für das große Unternehmen sonst Monate benötigen. Sei es ein neues Project Management Tool, das die Notizen auf dem Whiteboard automatisch nach Farben trennen kann und an die entsprechenden Abteilungen versendet, wie es Clairecut möglich machen will oder die moderne To-do Liste von WireTree, die diesmal wirklich alles kann aber trotzdem minimalistisch ist. Doch neben allem Ernst und dem Ansporn einen der heißbegehrten Preise zu ergattern gibt es auch Ausreißer.

"Im weitesten Sinne gehört Bier auch zur Arbeitswelt", sagt Uli. Er ist der Konzeptentwickler des fünfköpfigen Teams Freibeer. Sie haben sich auf die Fahne geschrieben, Sonntagabend mit einer voll entwickelten App aufzuwarten, die ihrem Nutzer ständig verrät wo es in der Stadt gerade Freibier gibt. Da nicht viel Zeit bleibt, hat die App nur einen einzigen Button.

Dieser erlaubt es jedem, eine Push-Nachricht an andere App-Nutzer zu senden, sobald er eine Freibierquelle aufgetan hat. Mancher mag sich jetzt wundern, inwiefern dies einem produktiven Alltag zuträglich sein kann. Doch auch hier ist das Team nicht um Worte verlegen: "Egal, ob man neu in der Stadt ist, oder ob ein Unternehmen auf After-Work-Events potentielle Mitarbeiter kennenlernen möchte, mit Freibeer geht das!", so Juliana, die neben ihrer Tätigkeit bei Uber Hackdays nutzt, um sich auch neben dem Job weiterzubilden.

Denn nirgends lernt man so schnell wie bei einem Hackday, an dem die Deadline ständig drohend über einem schwebt. Innerhalb von nur fünf Stunden hat das Team Freibeer schon eine Website, eine Facebookseite sowie einen funktionierenden Prototyp, der bis zum finalen Pitch an diesem Sonntag zu einer funktionalen App ausgebaut werden soll.

Trotz des großen Zeitdrucks scheinen alle Teams stets bei guter Laune zu sein. Aber vielleicht liegt das auch einfach am Freibier.