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Assange, Alamuddin & Clooney - das neue pro-arabische Triumvirat! Teil 2

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Ich verfolge den Fall Assange schon seit Längerem. In diesem Blog-Artikel schrieb ich über Assange's Instanzenzug durch die britische Gerichtsbarkeit. Ein Jahr später warf ich in diesem Blog-Artikel die Frage auf, ob Assange womöglich ein Antisemit ist und beantwortete die Frage zu seinen ungunsten. Nun schrieb ich über die Hochzeit von George Clooney und Amal Alamuddin und beschrieb den politschen Background der beiden frisch Vermählten.

Ich frage mich nun, ob Clooney's weibliche Fans wissen, dass ihr Filmheld eine Anwältin geheiratet hat, die einen mutmaßlichen Vergewaltiger verteidigt?!

Ich persönlich habe damit kein Problem. Bekanntlich leben wir im Westen in Rechtsstaaten, zu denen selbstverständlich auch das Vereinigte Königreich gehört. Man muss an dieser Stelle ergänzen, dass es sich hierbei, nach dem für die schottischen Separatisten missglückten Abspaltungs-Referendum, um das "Immer-noch-Vereinigte-Königreich" handelt.

Zum Wesen des Strafrechts im Rechtsstaat gehört die Unschuldsvermutung. Neben dem Recht auf ein faires Verfahren und dem Recht auf den gesetzlichen Richter ist das ein elementares Wesensmerkmal des demokratischen Rechtsstaates. Wichtig ist im Falle Assange nun, zu beachten, dass sich die Schweden ein im weltweiten Vergleich strenges Sexualstrafrecht aufgezwungen haben. Was dort als sexuelle Belästigung angesehen wird und möglicherweise gerichtlich verfolgt wird, das muss andernorts keineswegs genauso sein!

Bestimmt anders beurteilt werden solche Verhaltenskonstellationen im arabischen Raum, wo die gesellschaftliche Stellung der Frau mitunter miserabel ist. Ich bin mir sicher, dass Assange's Anwältin, Clooney's neue Gemahlin, diese kulturellen Unterschiede kennt. Immerhin stammt sie ja aus dem muslimisch-arabischen Libanon! Vielleicht beschrieb Assange ihr ja das ihm zur Last gelegte Verhalten und sie kam zu einer ganz anderen Beurteilung der Sachlage! Zumal verglichen mit der Stockhomer Staatsanwaltschaft, die das strenge schwedische Recht anwenden muss! "Andere Länder, andere Sitten!" heißt es doch bekanntlich!

Mit anderen Worten kann ich mir vorstellen, dass Frau Alamuddin eine gewisse Sympathie, vielleicht auch Mitleid gegenüber Assange empfindet. Ich schätze dieses Mandatsverhältnis jedenfalls so ein. Meine Annahme lautet mithin: Weil Alamuddin in einem Kulturkreis geprägt wurde, in dem Verhaltensweisen, wie sie ein Assange pflegt, nicht strafbewährt sind und die Rechtsanwältin das stark emanzipatorisch geprägte schwedische Sexualstrafrecht auch persönlich ablehnt, nahm sie das Mandat liebend gerne an.

Meine zweite Annahme lautet zudem: Weil Alamuddin die amerikanische Außenpolitik der vergangenen Jahre, und vielleicht Jahrzehnte, kritisch beäugt, fand sie in Assange, gelinde gesagt, einen Gesinnungsgenossen! Bestimmt dachte sie sich: "Endlich jemand, der mutig ist, sich dem Nahost-Kurs der US-Regierung entschieden und radikal entgegen zu stellen!"

Aus alledem ziehe ich daher die Schlussfolgerung, dass Alamuddin Assange nicht einfach nur anwaltlich vertritt, weil irgendjemand diesen Job im Rechtsstaat im Unterschied zu all den unzähligen, barbarischen Unrechtsstaaten, übernehmen muss. Nein, ganz im Gegenteil: Alamuddin sympathisiert mit Assange persönlich und politisch!

Und weil sich Frauenheld George Clooney in diese mutige und intelligente Frau verliebte und sie gar heiratete, liegt nunmehr natürlich die Vermutung nahe, dass auch Hollywood-Star Clooney selbst, persönlich und politisch mit Assange bestens klar kommt. In dieses Bild passt der von mir bereits dargestellte Umstand, dass Clooney Unterstützer des kriegsmüden US-Präsidenten ist.

Ich kann mir vorstellen, dass aus meinen Worten zwischen den Zeilen Kritik herauszulesen ist. Jedoch möchte ich zu guter letzt betonen, dass dies reiner Zufall ist. Ich wünsche dem frisch vermählten Ehepaar nur das Beste! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

Ich hoffe jedoch, dass sich diese neue pro-arabische Achse der insb. im Nahen Osten weit verbreiteten, antichristlichen und antisemitschen Gepflogenheiten bewusst ist und dies bei der zukünftigen Analyse persönlicher und politischer Ereignisse berücksichtigt! Nichts stößt mich persönlich nämlich mehr ab, als Christen- und Judenhass!