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So findet ihr heraus, welcher Erziehungsstil zu euch passt

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FATHER
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Erziehung. Ein gro├čes Wort, eine wichtige Aufgabe. Viele M├╝tter und V├Ąter fragen sich: Gelingt uns das ├╝berhaupt? ÔÇ×Das ist normal", sagt Erziehungsexperte Mathias Voelchert. Denn Eltern sind Anf├Ąnger, Patentrezepte gibt es nicht. Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden. Ein Leitfaden zur Orientierung.

Neulich in der Kita. Ein Vater sagt zu mir: ÔÇ×Eigentlich wollte ich es dir ja gar nicht erz├Ąhlen, aber jetzt kann ich es doch kurz erw├Ąhnen. Dein Sohn hat meinen vor ein paar Tagen blutig gekratzt. Du solltest mal dringend mit ihm reden." Das sa├č.

Sofort war es da: das schlechte Gewissen, gemischt mit lauten Zweifeln. Warum schl├Ągt mein Kind ein anderes? Fast gebetsm├╝hlenartig betone ich doch immer wieder: ÔÇ×Man darf nicht hauen!" In dieser Situation habe ich mir die Frage gestellt: Mache ich bei der Erziehung etwas falsch? Ich, Stephan Dittmar, Autor dieser Zeilen, und Vater von zwei S├Âhnen (4 und 1).

Das Beispiel zeigt: ├äu├čerungen wie diese k├Ânnen einen schnell aus der Fassung bringen und seine eigene Erziehung hinterfragen. Und das geht wahrscheinlich nicht nur mir so. Wie konsequent soll man sein? Was l├Ąsst man durchgehen? Wann macht man eine Ausnahme? Solche und andere Fragen stellen sich Eltern st├Ąndig. Und wer liefert die Antworten?

Die L├Âsung klingt fast ein wenig banal: Man selbst! Diesen Standpunkt vertritt Mathias Voelchert, Fachbuchautor, Gr├╝nder und Leiter des familylabs. Diese Einrichtung ber├Ąt Familien. Voelchert: ÔÇ×Gerade passiert etwas wunderbares. Die Erziehungsideen passen sich immer mehr den Menschen an. Jede Familie ist wie ein Mikrokosmos, mit eigenen Regeln, Werten und Vorstellungen."

Seine Schlussfolgerung: Eltern m├╝ssen ihren eigenen Weg bei der Erziehung finden. Sie sollten individuell auf jedes Kind eingehen. Dabei helfen Liebe, Respekt, Vertrauen und Vorbilder. Was hei├čt das in der Praxis? Wir haben sechs Grundregeln zusammengefasst, die helfen, einen individuellen Erziehungskurs zu finden.

Ach ja, der Zwischenfall in der Kita entpuppte sich nach R├╝cksprache mit der Erzieherin als harmlose Rangelei und zeigt mir pers├Ânlich eins: Nichts geht ├╝ber eine geh├Ârige Portion Gelassenheit - auch bei der Erziehung.

Liebe und N├Ąhe bilden das Fundament der Erziehung

Im Krei├čsaal: Braune Augen blicken mich ganz gro├č an, vorsichtig nehme ich ihn auf meinen Arm. Mein Sohn. So klein, so leicht, so wundervoll. Die ersten Momente werde ich niemals vergessen. So viel Stolz, so viel Gl├╝ck, so viel Liebe.

├ähnlich empfinden wahrscheinlich alle frisch gebackenen M├╝tter und V├Ąter. ÔÇ×Wie man seine Gef├╝hle aber dann ausdr├╝ckt, ist bei jedem anders. Bei manchen wird viel gekuschelt, bei anderen kommen Umarmungen und Streicheleinheiten eher selten vor.

Es kommt darauf an, liebevolle Gef├╝hle in liebevolles Verhalten und Gesten zu ├╝bersetzen", erl├Ąutert Voelchert. Fest steht: k├Ârperliche N├Ąhe spielt im Zusammenleben mit Kindern eine extrem wichtig Rolle - und damit auch bei der Erziehung.

N├Ąhe bedeutet Geborgenheit, st├Ąrkt die Bindung und f├Ârdert die Entwicklung des Selbstvertrauens. ÔÇ×Wer wei├č, dass er geliebt wird, traut sich mehr zu. Er hat nicht so viel Angst davor, Fehler zu machen."

Sobald ein Baby auf der Welt ist, geht es darum, seine Bed├╝rfnisse zu befriedigen: f├╝ttern, Windeln wechseln, schlafen, kuscheln - immer dann, wenn das Baby dies m├Âchte. Babys merken, dass sich jemand k├╝mmert, sie sch├Ątzen die Verl├Ąsslichkeit und entwickeln sich zu zufriedenen Menschen.

So wird eine wichtige Basis f├╝r die Erziehung gelegt - und die hei├čt Vertrauen und emotionale Sicherheit. In diesem Zusammenhang ganz wichtig: Babys kann man nicht verw├Âhnen! Sie wollen ihre Eltern nicht manipulieren, sie wollen besch├╝tzt werden.

Verst├Ąndnis und Absprachen sorgen f├╝r Zufriedenheit und Harmonie

Beim Einkaufen: Papa kauft den Schokoriegel, Mama nicht. Das Beispiel ist banal und kommt jeden Tag tausendfach vor. Und, was ist schon so schlimm daran, wenn ein Kind eine S├╝├čigkeit mehr isst? Doch so einfach ist das leider nicht. Denn f├╝r die Kleinen ist es verwirrend.

Sie bekommen die Botschaft: Na bitte, es geht doch - ich kriege, was ich will und das will ich jetzt immer. Beim n├Ąchsten Supermarktbesuch ist der Tobsuchtsanfall vorprogrammiert, wenn Mama anders entscheidet. Das birgt Konfliktpotenzial.

Eltern sollten eine gemeinsame Linie verabreden. Dabei geht es nicht nur um Organisatorisches, sondern um Grundlegendes: Welche Art von Erziehung habe ich selbst erlebt? Was ist mir wichtig? Welche Aufgaben m├Âchte ich in unserer Familie gerne ├╝bernehmen? Voelchert: ÔÇ×Partner sollten sich dar├╝ber austauschen.

Dann wird jedem schnell klar, was der andere richtig oder falsch findet und auch, welche Aufgaben ihm wichtig sind." Diese Art von Standortbestimmung ist extrem hilfreich. ÔÇ×Daraus resultieren oft Absichtserkl├Ąrungen, wie zum Beispiel: Nat├╝rlich werde ich die Kinder abends ins Bett bringen."

In diesem Zusammenhang sollten sich Partner auch ├╝ber ihre konkreten W├╝nsche unterhalten - etwa dar├╝ber, welche Freizeitaktivit├Ąten besonders wichtig sind und wie man sich gegenseitig bei der Organisation des Familienalltags gen├╝gend Freir├Ąume verschaffen kann.

Grenzen und Regeln geben Orientierung und Sicherheit

Kinder sind kleine Meister: im Toben, Quengeln,Schreien und manchmal auch im auf die Nerven gehen. Damit das nicht ausartet, sind Regeln und Grenzen wichtig. Die sollten konsequent eingehalten werden. Leichter gesagt als getan.

Geduld und Durchsetzungsverm├Âgen sind gefragt. Auch wenn der Anderthalbj├Ąhrige zum elften mal in Folgen auf den Wohnzimmertisch klettert, muss man in erneut runter heben und ihm erneut erkl├Ąren, warum dieses Verhalten nicht akzeptiert wird. Jeder st├Â├čt dabei irgendwann an seine Grenzen. Hilfreich ist, wenn der Partner einspringt und man sich einig ist.

Neben stetigen Wiederholungen ist Vorbildsein ein weiteres Instrument beim Erziehen. Zum Beispiel bei der Ordnungsliebe. Beim Aufr├Ąumen sollten Eltern ihre Hilfe anbieten. Es l├Ąsst sich mit einem kleinen Spiel verbinden. Dabei kommt es nat├╝rlich auf das Alter des Kindes an.

Mit einem f├╝nfj├Ąhrigen Kind kann man verabreden, dass es sein Spielzeug aufr├Ąumen soll. Bei einem Zweij├Ąhrigen ist das schwieriger. J├╝ngere Kinder kann man zum Mitmachen animieren. Partizipation ist das Schl├╝sselwort.

Wenn es zwei Aufbewahrungskisten gibt, reicht schon die Frage: ÔÇ×Na, wer bekommt seine Kiste zuerst mit Baukl├Âtzen voll?" Generell entscheidend ist, dass Eltern ihre Beweggr├╝nde f├╝r eine Regel genau erl├Ąutern. Dadurch f├╝hlen sich die Kleinen ernstgenommen.

Manchmal kommt es dann auch zum Streit, wenn man auf die Einhaltung pocht. Die Reaktion ist ganz nat├╝rlich: Auch Kinder m├╝ssen Emotionen wie Wut und Abneigung zeigen d├╝rfen. Als Erwachsener m├╝ssen Sie richtig darauf reagieren.

Lassen Sie Kinder immer ausreden, setzen Sie sich mit den Einw├Ąnden auseinander und machen Sie konstruktive L├Âsungsvorschl├Ąge. Auf diese Weise lernen die Kleinen viel ├╝ber eine richtige Streitkultur. Und Streit gibt es schlie├člich in jeder Familie.

Kommunikation und Dialog beherrschen schon die Kleinsten

Am Esstisch: Das Kind wird gef├╝ttert. Irgendwann schaut es weg. Der n├Ąchste Happen wird angeboten. Der Mund bleibt geschlossen. Komm schon, einer geht noch! ÔÇ×Ein L├Âffel f├╝r Oma" - manchmal klappt das auch, aber sind solche Ablenkungsman├Âver und Tricks gut?

ÔÇ×In dieser Situation hat der Erwachsene ganz klar die Signale des Kindes ignoriert. Genau das passiert leider viel zu h├Ąufig", wei├č Voelchert. Oft stehen Eigeninteresse und auch ├ängste der Eltern den Bed├╝rfnissen des Kindes gegen├╝ber.

Man selbst meint, das Kind ist noch nicht satt, es soll noch etwas mehr essen. Das Kind aber zeigt deutliche Signale, das dies nicht der Fall ist. Es ist satt. ÔÇ×Man sollte sich klar machen, dass Kinder schon sehr fr├╝h anfangen zu kommunizieren.

Eltern m├╝ssen lernen diese Signale und kleine Zeichen wahrzunehmen. Das ist der erste Schritt. Wenn es einem gelingt, die Signale mit den eigenen Pl├Ąnen und Vorstellungen in Einklang zu bringen, hat man schon eine gute Balance geschaffen."

Bei gr├Â├čeren Kinder sollte man einen regelm├Ą├čigen Dialog schaffen. Der sollte aber nicht einfach so zwischendurch stattfinden. Ratsam sind feste Rituale. Zum Beispiel das gemeinsame Abendessen, bei dem jeder berichtet, was er tags├╝ber alles erlebt hat.

Oder eine kleine Fragerunde vor dem Zubettgehen. Wenn jeder erz├Ąhlt, was ihm besonders gut oder auch nicht gefallen hat, dann werden auch ruhigere Kinder ermutiget, ihre Gef├╝hle, Sorgen und Gedanken auszudr├╝cken. ÔÇ×Eltern k├Ânnen so zu Verb├╝ndeten ihrer Kinder werden", so Voelchert.

Lob und Best├Ątigung schafft Selbstvertrauen

Jeder wei├č: Auf das Seepferdchen selbst kommt es nicht an. Was viel mehr z├Ąhlt, ist der Sprung ins Wasser und das Untertauchen mit dem Kopf. Daf├╝r brauchen KInder Mut. Damit sie ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln k├Ânnen, ben├Âtigen Kinder Anerkennung.

Wenn sie etwas Neues ausprobieren, ist v├Âllig klar, dass nicht schon die ersten Versuche von Erfolg gekr├Ânt sein werden. Die ersten Gehversuche enden auf dem Boden, genau so wie die erste Fahrt auf dem Lauf- oder dem Fahrrad.

Deswegen sollten Eltern ihre Kinder immer wieder ermutigen und auch kleinere Teilerfolge loben. Kleine Hilfestellungen im Alltag beugen in manchen Situationen m├Âglichen Frust vor. Zum Beispiel bei der Kleidung: Weite Pullover oder Schuhe mit Klettverschluss sind leichter selbst anzuziehen.

Und den Kindern bereitet es gro├če Freude, einen kleinen Schritt zu mehr Selbstst├Ąndigkeit geschafft zu haben. Wichtig ist vor allem eins: konkrete Aussagen. Ein ÔÇ×Das hast du gut gemacht" ist f├╝r die Kleinen viel zu allgemein. Besser ist: ÔÇ×Ah, du hast deine Schuhe schon ganz alleine angezogen."

Familie und Freunde helfen bei der Erziehung

Eltern zu sein ist eine der sch├Ânsten Aufgaben, die es gibt - aber auch eine der anstrengendsten. Deswegen sollten sich Eltern Auszeiten ohne Kinder genehmigen - auch, wenn es nur ein paar Stunden sind.

Einfach mal durchatmen, abschalten und neue Kraft f├╝r den Familienalltag tanken. Gro├čeltern, Familie und Freunde spielen eine wichtige Rolle. Ein Sprichwort lautet: ÔÇ×Eltern erziehen - Gro├čeltern verw├Âhnen". Darin steckt ein wahrer Kern.

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Dennoch ist es ratsam, ein paar Grundregeln f├╝r die Zeit mit Oma und Opa zu verabreden und ihnen die eigenen Vorstellungen von Erziehung zu erl├Ąutern. Aber es geh├Ârt auch dazu, zu akzeptieren, dass bei Oma und Opa Dinge erlaubt sind, die zu Hause nicht erlaubt sind.

Allen sollte klar sein, dass das Wochenende bei den Gro├čeltern oder der Babysitter-Einsatz der besten Freunde eben nicht der Alltag ist. Keine Panik: In dieser Zeitspanne k├Ânnen Ihre Erziehungsideale und -ziele sicher nicht ├╝ber den Haufen geworfen werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei babywelt - Mein Elternmagazin von ROSSMANN.

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