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Trendmonitor 2017. Trends im Gamesmarkt 2017. 4K, VR und vor allem Seamless. Die Grenzen im Videospielmarkt werden 2017 weiter verschwimmen

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Yuri_Arcurs via Getty Images
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Der Start der Playstation Pro am 10. November 2016 läutete einen Paradigmenwechsel am Konsolenmarkt ein. Der Markt, der bislang durch etwa 5- bis 8-jährige Zyklen gekennzeichnet war, entwickelt nun hardwareseitig Zwischengenerationen, die keine Wachablösung sondern lediglich eine Evolution der jeweiligen Vorgänger bedeuten.

Ähnlich wie im Smartphonemarkt bestehen Geräte nebeneinander weiter, werden Vorgängerversionen zu Einführungsmodellen heruntergestuft. Eine Konsole steht nicht mehr für eine ganz spezifische Qualität. Doch nicht nur zwischen den Konsolengenerationen verschwimmen die Grenzen: Auch zwischen mobilem und stationärem Gaming und ganz generell zwischen Realität und Virtualität werden die Übergänge fließender.

4K-Gaming kommt auf Playstation Pro und Xbox Scorpio

Bereits drei Jahre nach Start der Playstation 4 bringt Marktführer Sony einen Nachfolger auf den Markt, der jedoch den Vorgänger nicht ablöst, sondern Sonys Konsolen-Portfolio erweitert. Die Playstation Pro liefert einen deutlichen Grafikschub und 4K-Unterstützung und damit endlich einen echten Kaufgrund für Ultra-HD-Fernseher [LINK https://kress.de/news/detail/beitrag/133574-fernsehen-extrascharf-uhd-wird-2016-wichtiger-treiber-in-mehreren-maerkten.html], die nun auch preislich immer attraktiver werden.

Die Playstation 4 wird in einer schlankeren Form als Einsteigermodell weiterhin bestehen bleiben. Alle Spiele werden auf beiden Konsolen, teilweise jedoch in unterschiedlichen Qualitäten, verfügbar sein. Einen ähnlichen Weg geht auch Microsoft. Die im August dieses Jahres erschienene XBox One S ist der kleine Bruder der für Herbst 2017 angekündigten Scorpio, die dann Microsofts neues Technik-Flaggschiff sein soll.

Bei Nintendo verschwimmen Grenzen von stationärem und mobilem Gaming

Aus der Reihe tanzt mit Nintendo der dritte Hersteller im Konsolenmarkt, der sich experimentierfreudiger zeigt als die Konkurrenz. Mit dem im März 2017 erscheinenden Nintendo Switch setzen die Japaner, anders als Microsoft und Sony, nicht auf schiere Grafikpower, sondern auf ein innovatives Konzept, das stationäres und mobiles Spielen nahtlos möglich macht.

Nintendo spielt hier den Faktor Mobile aus: ein Feld, in dem die Japaner seit der Einführung des Gameboys 1989 traditionell stark sind - zuletzt mit dem 3DS, der sich weltweit bislang rund 60 Mio. Mal verkaufte und damit die erfolgreichste aller aktuellen Videospielkonsolen ist. Mit diesem „Seamless"-Konzept hat Nintendo nach der gefloppten WiiU nun eine klare Botschaft für seine neue Konsole und könnte 2017 im Kampf um die Aufmerksamkeit auf dem Wohnzimmerscreen wieder deutlich aufholen.

Nach Pokémon Go kommt Mario Run

Mit Pokémon Go konnte Nintendo im Sommer 2016 zwischenzeitlich mehr als 45 Mio. Spieler gleichzeitig für seine Augmented Reality (AR)-Monsterjagd begeistern. AR kam damit zwar im Massenmarkt an, allerdings sind AR-Games, die auch nur annähernd an diesen Erfolg anknüpfen können, derzeit nicht in Sicht.

Nintendo selbst setzt mit seinem am 15. Dezember erscheinenden nächsten Smartphone-Release Mario Run stattdessen auf einen Endlessrunner im klassischen 2D-Look und lässt damit die weltweit bekannteste Videospielfigur erstmals abseits seiner eigenen Plattformen auf die breite Masse los.

Beim Umsatz dürften die Zahlen des Free-to-play-Games Pokémon Go übertroffen werden: Mario Run ist zwar ebenfalls kostenfrei herunterladbar - jedoch nur in einer eingeschränkten Demoversion. Das vollständige Spiel hat mit 9,99 Euro für ein Mobile Game einen stolzen Preis.

Playstation VR macht Virtual Reality-Gaming massenmarktfähig

Und noch ein Trend dringt unaufhaltsam in die internationale Spielewelt: Mit Playstation VR hat Sony die erste Virtual Reality-Brille released, die auf Spiele ausgelegt und für einen, gegenüber der Konkurrenz Oculus Rift und HTC Vive, deutlich niedrigeren Preis erhältlich ist.

Die Playstation VR ist damit ein wichtiges Puzzlestück für das noch junge Feld des Virtual Reality-Gaming auf dem Weg in den Massenmarkt und treibt das Verschwimmen der Grenzen zwischen virtueller und realer Welt weiter voran.

Mathias Birkel, Senior Manager Goldmedia

Der Artikel ist Teil des Goldmedia Trendmonitors 2017. Goldmedia gibt im Trendmonitor alljährlich in Form von Analysten-Kommentaren einen Ausblick auf relevante Trends in den Bereichen Medien, Internet und Telekommunikation des kommenden Jahres in Deutschland. www.Goldmedia.com

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