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Die wunderbare Welt der Sprachen

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Fremdsprachenunterricht wird in der Schule oft als lĂ€stige Pflicht empfunden, um spĂ€ter im Beruf bessere Chancen zu haben. Eine Sprache freiwillig zu lernen macht Spaß.

Es gibt mehr als 6.500 Sprachen auf der Welt. Die grĂ¶ĂŸte Sprachfamilie stellt die indogermanische mit schĂ€tzungsweise 2.500 Muttersprachlern. Hierzu gehören die Sprachen germanischen Ursprungs, die romanischen und slawischen Sprachgruppen, aber auch Griechisch und Keltisch.

Die folgende Auflistung beschrĂ€nkt sich auf Europa, ist unvollstĂ€ndig und völlig subjektiv. Beschrieben sind nur jene Fremdsprachen, mit denen die Autorin persönliche Lernerfahrungen gemacht hat. GlĂŒcklicherweise gibt es derart viele verschiedene Sprachen auf der Welt, dass wohl jeder seine Lieblingssprache findet, um sie im besten Falle aus purem VergnĂŒgen zu lernen.

Englisch - weltweit die Nummer 1

Nicht nur in vielen wissenschaftlich-technischen Berufen kommt man heutzutage nicht mehr ohne Englisch aus. Auch auf Reisen erleichtert es weltweit die Kommunikation. Rund 340 Millionen Menschen sprechen Englisch als Muttersprache, eine knappe Milliarde als Zweitsprache. Zwar verstÀndigen sich weltweit mehr Sprecher auf Chinesisch (Mandarin) und Indisch (Hindi). Dennoch entwickelte sich nach dem zweiten Weltkrieg Englisch als die universale Sprache in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Handel.

Im Grunde sind wir Deutschen damit in einer glĂŒcklichen Lage. Beides sind germanische Sprachen, wodurch Englisch vor allem fĂŒr Norddeutsche, die von der letzten Lautverschiebung verschont wurden, relativ einfach zu erlernen ist. AuffĂ€lligstes Beispiel fĂŒr die enge Verwandschaft des Englischen mit dem Niederdeutschen ist wohl das Wort „water" fĂŒr Wasser.

Die meisten Kinder machen erste Erfahrungen mit dem Englischen bereits in Kindergarten und Grundschule. Zudem ist das erlernen der Sprache durch Popsongs und Rockmusik im Radio, Sprachen-Apps, Online-WörterbĂŒcher und stimme ĂŒbersetzer sowie englische Originalausgaben beliebter BĂŒcher - neuerdings zum Beispiel durch den Harry-Potter-Boom - derart weit verbreitet, dass Jugendliche da leicht hineinwachsen. Wer als Erwachsener sein Englisch auffrischen möchte oder muss, hat die Qual der Wahl vom Business-Englischkurs an der IHK bis hin zum Literaturzirkel fĂŒr Anglophile.

Französisch - Liebe auf den zweiten Blick

Franzosen tun sich mit dem Englischen weit schwerer. Und auch den meisten Deutschen fĂ€llt es nicht gerade leicht, Französisch zu lernen oder gar perfekt zu parlieren. Eine Ausnahme bilden die Menschen in den Grenzregionen zu Frankreich und der Schweiz, die von Kindheit an zweisprachig aufwachsen, ob am Bodensee, im Elsass oder im Saarland. FĂŒr alle anderen ist der Zugang sicher kein Kinderspiel. Dies liegt zum einen an der schwierigen Aussprache und Schreibweise, die durch eine Reihe stummer Endungen gekennzeichnet ist.

Auch machen die komplizierte Grammatik mit ihren verschiedenen Vergangenheitsformen und unzĂ€hlige unregelmĂ€ĂŸige Verben Französisch Lernenden das Leben schwer. Da mag man die rund 160 Millionen Menschen beneiden, die Französisch als Muttersprache und 340 Millionen, die es als zweite Sprache beherrschen. Französisch ist Amtssprache in der kanadischen Provinz Quebec, in vielen ehemals französischen Kolonien in Afrika und der Karibik und nicht zu vergessen in den französischen Überseedepartments.

Französisch zu können erleichtert also das Reisen immens. Zumal vor allem Ă€ltere Franzosen Englisch wenn ĂŒberhaupt eher schlecht sprechen und viel offener auf den Gast zugehen, wenn dieser sich zumindest ein wenig in der Landessprache verstĂ€ndigen kann. Warum also nicht mal das eingerostete Schulfranzösisch aufpolieren, zum Beispiel in einem Konversationskurs an der Volkshochschule? Und wer Chansons liebt, ist dieser melodischen Sprache meist sowieso rettungslos verfallen.

Spanisch lernen bei Tapas und Flamenco

Wer nun glaubt, Spanisch sei leichter zu erlernen liegt nicht ganz falsch. Die Worte werden weitgehend so ausgesprochen, wie man sie schreibt und die - im Gegensatz etwa zum melodisch-weichen Italienisch - relative harte Sprechweise macht uns Deutschen den Einstieg einfacher, als beim komplizierteren Französisch. Aber genau wie dort verdirbt die spanische Grammatik manchen Lernwilligen den Spaß spĂ€testens beim „subjuntivo".

Doch das Lernen lohnt sich, denn auch mit Spanisch reist es sich gut um die Welt, nicht nur in Mittel- und SĂŒdamerika. Knapp 390 Millionen Menschen sprechen Spanisch als Muttersprache. Wer es erlernen will, dem sei ein Seminar an einer der unzĂ€hligen spanischen Sprachschulen empfohlen. Morgens ist Unterricht, nachmittags kann man am interessanten Ausflugsprogramm teilnehmen. Es gibt auch kombinierte Angebote, zum Beispiel mit einem Schnupperkurs Flamenco.

Mit Polnisch Gemeinsamkeiten entdecken

Die Beziehung zwischen Deutschen und Polen gilt als schwierig, bedingt durch Krieg, Flucht und Vertreibung. Vorurteile gibt es auf beiden Seiten. Wie so oft bei Nachbarn betont man gern das Trennende. Dabei haben beide LĂ€nder mehr gemeinsam als deftige Hausmannskost wie Schweinebraten mit KlĂ¶ĂŸen und die Grenze. Letzteres ist wörtlich zu nehmen, stammt das Wort doch vom polnischen „granica" ab.

Heute teilt man sich sogar eine Ostseeinsel. Es ist die mit den meisten Sonnenstunden in ganz Deutschland. Warum also nicht mal Urlaub auf Usedom machen und - der Osterweiterung sei Dank - ganz locker vom Seebad Ahlbeck ĂŒber die Landesgrenze nach Swinoujscie, dem ehemaligen SwinemĂŒnde, spazieren? Viele Polen sprechen und verstehen zumindest ein wenig Deutsch.

Wer sich in dieser Hinsicht revanchieren möchte, kann einen der zahlreichen Sommerkurse belegen, wie sie zum Beispiel die Uni Krakau bietet. Im Land lernt es sich immer leichter, und da verliert vielleicht auch die polnische Grammatik mit den sieben FÀllen ein wenig von ihrem Schrecken.

Russisch - die Herausforderung eine neue Schrift zu lernen

Zumindest was die Aussprache betrifft, tun sich Deutsche mit dem Russischen ein wenig leichter als mit Polnisch und dessen vielen Konsonanten in Folge. Russische Wörter werden meist genauso gesprochen wie man sie schreibt, besser gesagt liest. Doch damit fangen die Schwierigkeiten schon an. Denn zunÀchst gilt es erst einmal das kyrillische Alphabet zu erlernen, was uns sicher schwerer fÀllt als den rund 280 Menschen, die Russisch als Muttersprache oder zweite Sprache beherrschen.

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