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Stillen - das neue alte Superfood für die Kleinsten

12/08/2017 12:21 CEST | Aktualisiert 12/08/2017 12:22 CEST
Rohappy via Getty Images

Diese Woche ist Weltstillwoche!

Stillen ist einer der einfachsten und kosteneffektivsten Wege, um Kinder gesünder und Familien stärker zu machen, denn Muttermilch und körperliche Nähe sind die Grundlage für nachhaltige Entwicklung und soziale Kompetenz.

Stillen ist vor allem für Kinder in Entwicklungsländern buchstäblich überlebenswichtig. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen. Zwar sank seit 1990 die Zahl der Kinder unter 5, die aus vermeidbaren Gründen starben, um 47 Prozent. Dennoch sterben immer noch 5,9 Millionen Kinder jedes Jahr vor ihrem fünften Geburtstag, mehr als 40 Prozent davon sind Neugeborene.

Schon das Stillen in der allerersten Lebensstunde kann einen von fünf Todesfällen vermeiden - das sind mehr als 500 000 Kinder jährlich und mehr als 1500 täglich. Der Zusammenhang zwischen Stillen und der Senkung der Kindersterblichkeit - ist damit eindeutig.

"Eine echte Superpower"

Doch Stillen senkt nicht nur die Sterberate der Kleinen. Es bringt Menschen lebenslang anhaltende Vorteile. Es ist die Basis für einen gesunden Ernährungsstatus und senkt das Risiko, dass Kinder an Mangelernährung leiden, fettleibig werden oder andere ernährungsbedingte Krankheiten bekommen. Auch die Gehirnentwicklung wird durch eine gute Ernährung und durch die enge Bindung zwischen Mutter und Kind unterstützt.

Der Beginn des Stillens innerhalb der ersten Lebensstunde kann die Überlebenschancen eines Neugeborenen um bis zu 20 Prozent verbessern. Ausschließliches Stillen versorgt nicht nur das Baby mit perfekt angepasster Nahrung, sondern schützt sogar auf natürlichem Wege die Mutter vor einer verfrühten nächsten Schwangerschaft. Diese einfachste Intervention hat das Potenzial, Hunderttausende von Babies zu retten und die Widerstandskraft von Millionen weiteren zu stärken! Eine echte Superpower für die kleinen Lebensbeginner!

Tragisch: Mehr als 50% der Neugeborenen werden nicht gestillt

Bei solchen Vorteilen ist es schwer zu glauben, dass weniger als die Hälfte aller Neugeborenen weltweit gestillt werden. Noch weniger werden in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt. Häufig erhalten sie z.B. Tees aus verunreinigtem Wasser oder selbst hergestellte Babybreie, die sie noch nicht richtig verdauen können. Erkrankt ein Baby deswegen an Durchfall, kann das tödlich enden.

Um diesen Trend zu verändern, müssen die Stillpraktiken verbessert werden. Mehr Frauen sollten über die Vorteile informiert und zum Stillen ermutigt werden. Das geht aber natürlich nur in Zusammenarbeit mit Dorfgemeinschaften und Familien und als sektorübergreifende Anstrengung: Die Bereiche Ernährung, Mutter-Kind-Gesundheit und frühkindliche Entwicklung müssen einbezogen werden.

Die Veränderung beginnt mit 7-11

Genau das versucht World Vision mit dem 7-11-Konzept. 7-11 umfasst sieben Maßnahmen für (werdende) Mütter und elf für Babys und Kleinkinder. Durch sie wird die Mutter-Kind-Gesundheit im Allgemeinen und ganz speziell das ausschließliche Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten und das weitergeführte Stillen bis zum zweiten Lebensjahr gefördert - damit Kinder von Anfang an eine Chance auf ein gutes Leben bekommen.

Projektbeispiele aus unserer Arbeit

Seit vielen Jahren unterstützt World Vision in seiner Projektarbeit das ausschließliche Stillen. Informieren Sie sich hier über diese Arbeit (auf Englisch)!

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So hat zum Beispiel World Vision Philippinen eigens einen Raum für Mitarbeiterinnen reserviert, damit sie dort auch während der Arbeitszeit ihre Babies stillen können (Video).

Auch in der Projektarbeit für Kindergesundheit auf Papua Neuguinea spielt Aufklärung über die Vorteile des ausschließlichen Stillen eine wichtige Rolle (Video).

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