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"Egal ob Alkohol, Videospiele oder Medikamente": Warum Millionen Deutsche suchtkrank sind

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DRINKING ADDICTION
Cheryl Ravelo / Reuters
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Eine Sucht ist das Symptom von drei Dingen: einem unglücklichen Leben, Einsamkeit und unterdrückter Trauer. Dinge wie Drogen, Sex und Videospiele geben uns die Gelegenheit, diesen unangenehmen Situationen für ein paar Stunden zu entkommen.

3,4 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 64 Jahren sind Studien zufolge alkoholabhängig. Das sind 1,77 Millionen Menschen.

Schätzungen legen nahe, dass 2,3 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig sind, während 600.000 Deutsche einen gefährlichen Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen aufweisen.

560.000 Deutsche flüchten sich nicht etwa in Alkohol und Drogen, sondern in die Welt von Videospielen und dem Internet.

Doch woher kommt das Verlangen nach diesen Aktivitäten?

Die Antwort ist einfach: Wir brauchen es, um uns gut zu fühlen und unserem eigenen Leben zu entfliehen.

Das Verlangen ist nicht in biologischen Gründen, Veranlagungen, Beschaffenheit der Zellen oder ähnliches zu finden, sondern einfach in unserem unglücklichen Leben.

Die Sucht - ein Symptom für ein unglückliches Leben

Du brauchst dich für deine Sucht und für dein Leben nicht schämen. Trotzdem musst du einsehen, dass du unglücklich bist und ein unglückliches Leben führst. Nur so kannst du es verändern.

Kein glücklicher Mensch würde 10 Stunden am Tag Computerspiele spielen. Menschen, die so eine Sucht haben, sind einfach nur todunglücklich. Sie versuchen ihrem schlechten Leben zu entkommen. Sie fliehen in eine virtuelle Welt, in der sie der Held sind.

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Sie brauchen ihren Computer um Spaß zu haben, da sie in ihrem wirklichen Leben keinen Spaß haben können. Wenn du dein Leben verändert, es Spaß macht und du so "dein eigener Held" bist, dann brauchst du keine Computerspiele mehr, um diese Dinge zu genießen.

Meiner Erfahrung nach muss man sein Leben verändern, um seine Sucht zu überwinden. Wenn man glücklich ist und sein Leben liebt, dann muss man seinem Leben auch nicht mehr mit Drogen oder Computerspielen entfliehen. Dieser Lösungsansatz ist meiner Ansicht nachwesentlich effektiver als irgendwelche Therapien.

Deine Aufgabe:

1. Nimm dir einen Stift und einen Zettel in die Hand
2. Überlege dir welches Leben du erschaffen würdest, wenn du alles mit einem Fingerschnippen verändern könntest
3. Schreibe es auf
4. Schwöre dir, dass du alles notwendige tun wirst, um dieses Leben zu erreichen
5. Überlege dir, was du jeden Tag tun kannst, um diesem Leben näher zu kommen
6. Setze es um

Verändere dein Leben

Tu alles nötige, um glücklich zu werden. Wenn du auf dein ideales Leben hinarbeitest, anstatt deinem aktuellen Leben zu entfliehen, dann wird sich deine Sucht verringern.

Früher oder später könnte deine Sucht sogar einfach wegfallen. Wenn du ein tolles Leben führst, musst du deinem Leben nicht mehr entkommen, indem du Drogen nimmst.

Mehr zum Thema: Die wahre Ursache von Sucht geht auf diese 6 Erlebnisse aus der Kindheit zurück

Die meisten Menschen wissen nicht, wo und wie sie anfangen sollen, um ihr Leben zu verändern. Das ist ganz normal und verständlich.

Dabei ist nur eins wichtig: Fang an! Tue das, was du machen kannst und gib alles. Arbeite jeden Tag, so gut du kannst auf dein ideales Leben hin. Wenn du das machst, dann wirst du früher oder später ankommen.

Akzeptiere deine Trauer

Jeder kennt die Redensart "den Kummer ertränken". Das ist nicht nur eine Redensart, sondern eine medizinische Wahrheit über die Ursache einer Alkoholsucht: Man versucht seiner Trauer mit Alkohol zu entkommen.

Jetzt stell ich dir eine Frage: Was würde passieren, wenn du deine Trauer akzeptieren und zulassen würdest? Richtig, dann bräuchtest du sie nicht mehr ertränken.

Was die meisten Menschen nicht wissen: Wenn man seine Trauer akzeptiert, zulässt und fühlt, dann verschwindet sie und man ist nach kurzer Zeit und man ist wieder glücklich. Da du diese Trauer sprichwörtlich nicht mehr ertränken musst, verschwindet auch deine Sucht.

Das ist der zweite Teil der Gleichung. Akzeptiere deine Gefühle und verändere dein Leben. Das ist meiner Erfahrung nach der beste und nachhaltigste Weg um seine Sucht zu überwinden.

Die meisten dieser Gefühle kommen aus der Kindheit

Wenn sich unsere Eltern getrennt haben, unser Vater uns nicht geliebt hat oder wir oft Streit mit unseren Geschwistern hatten, dann haben wir diese Trauer unterdrückt, da wir sie in dieser Situation nicht bewältigen konnten.

Diese Trauer ist aber nicht weggegangen: Wir tragen sie immer noch mit uns herum und sie lebt in uns weiter. Diese verdrängte Trauer fühlen wir nun Tag und Nacht; das ist der Grund, warum wir als Erwachsene so todunglücklich sind und an Depressionen und Süchten leiden.

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Diese Gefühle kommen täglich hoch, wenn wir erwachsen sind. Wir machen allerdings den Fehler und lenken uns vor ihnen ab, indem wir zum Beispiel fernsehen, Alkohol trinken und Überstunden machen. Alles mit dem Ziel, diese Trauer nicht fühlen zu müssen und ihr zu entkommen.

Kannst du glücklich sein, wenn du dein ganzes Leben lang vor deinen Gefühlen wegläufst? Nein, natürlich nicht! Deswegen: Hör auf vor deiner Trauer wegzulaufen und akzeptiere sie. Nur, wenn du sie akzeptierst und fühlst, geht sie weg. Das ist der einzige Weg, um wirklich glücklich zu sein.

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