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Was Deutschland von Hohenschönhausen lernen kann

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HOHENSCHOENHAUSEN
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Hohenschönhausen ist mein Heimatbezirk. In den Neubauten der Ribnitzer Straße bin ich aufgewachsen. Dadurch kenne ich die Probleme der Menschen vor Ort aus eigener Erfahrung, ich bin einer von ihnen.

Die Politik muss gewährleisten, dass niemand abgehängt wird, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden, es genügend bezahlbaren Wohnraum und ausreichend Rente für die ältere Generation gibt.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk ist per Juli 2017 mit 7,5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Damit liegt sie sogar unter der Berliner Erwerbslosenquote von 8,8 Prozent.

Die­ser his­to­ri­sche Tief­stand in Lich­ten­berg basiert auf einer lang­jäh­rig soli­den Poli­tik in der Bun­des­re­gie­rung und im Ber­li­ner Senat unter Betei­li­gung der CDU, aber auch auf einem enga­gier­ten Wir­ken aller betei­lig­ten Akteu­re vor Ort.

Hohenschönhausen beweist, dass soziale Durchmischung funktionieren kann

In den vergangenen vier Jahren habe ich unter anderem ein Tandem-Job-Programm mit jeweils einem geflüchteten Menschen und einem Langzeitarbeitslosen auf den Weg gebracht, sowie das Bündnis für Jugendbeschäftigung und Ausbildung etabliert.

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Außerdem treffe ich bei meinen regelmäßigen Wahlkreistouren zahlreiche Menschen, die sich täglich für eine Verbesserung der Arbeitsmarktsituation einsetzen. Nur durch dieses Engagement und zielgerichtete Maßnahmen kann sich ein Bezirk weiterentwickeln und für seine Bewohner attraktiv bleiben.

Zudem beweist Hohenschönhausen, dass soziale Durchmischung funktionieren kann. Hier leben wir in Vielfalt.

In den Sozialwohnungen, Einfamilienhäusern und Villen leben Senioren und junge Familien, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Arbeiter und Akademiker. Wir alle nutzen die zahlreichen Freizeitangebote der Vereine unseres Bezirks gemeinsam.

Der TuS Hohenschönhausen ist mir dabei persönlich besonders ans Herz gewachsen. Seit meinem 18. Lebensjahr engagiere ich mich ehrenamtlich und war einige Jahre Übungsleiter in der Abteilung Tischtennis.

Ich habe Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainiert und stets versucht, ihnen nicht nur den Sport, sondern auch die Motivation, über sich selbst hinauszuwachsen, zu vermitteln.

Hier wird Integration groß geschrieben

Auch im Barnim-Gymnasium wird Integration großgeschrieben. In fast allen Jahrgangsstufen lernen Schüler unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft, mit oder ohne Handicaps, sonderpädagogischem Förderbedarf und Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten gemeinsam.

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Durch den unermüdlichen Einsatz der Lehrer an dieser Schule habe auch ich damals den Aufstieg durch Bildung geschafft. Hohenschönhausen kann Inklusion und Förderung - trotz aller Vorurteile.

Alles, was ich geschafft und erreicht habe, verdanke ich meinem Heimatbezirk Hohenschönhausen.

Ich bin stolz hier aufgewachsen zu sein und zu sehen, wie sich unser Bezirk kontinuierlich weiterentwickelt. Dafür werde ich mich auch weiterhin einsetzen.

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