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Deshalb sind Herausforderungen so gut für uns

25/11/2015 15:26 CET | Aktualisiert 25/11/2016 11:12 CET
Holly Wilmeth via Getty Images

Was habt Ihr eigentlich so am Wochenende gemacht? Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne beim Angeln entspanne. Ein Hobby, das ich schon in meiner frühen Jugend für mich entdeckt habe. Dabei kann ich richtig runterkommen, wenn ich in der Woche wieder überall und nirgends war und quer durch die Weltgeschichte gegondelt bin.

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Früher war ich auch so ein Getriebener. Höher, schneller, weiter - am besten ohne Pause durch. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass das nicht gut ist. Du musst deine Mitte finden. Klingt jetzt erst mal nach esoterischem Quatsch, doch da steckt eine ganze Menge Wahrheit drin. Nur wenn du privat eine solide Basis hast, kannst du im Job richtig Gas geben.

Damit meine ich nicht nur eine stabile Beziehung. Schau dir deine Freunde an: Mit was für Menschen umgibst du dich, tun sie dir gut? Und womit beschäftigst du dich nach Feierabend - mit etwas, was dir Freude macht? Wenn du diese Fragen mit einem entschiedenen „Ja" beantworten kannst, bist du auf dem richtigen Weg.

Routine verhindert Wachstum

Doch wie mit allen schönen Dingen gibt es hier auch eine Kehrseite: Selbst die tollste Sache wird irgendwann langweilig, wenn du sie immer wieder machst. Ein Freund von mir hat über 30 Jahre Bodybuilding gemacht. Als wir uns neulich trafen, erzählte er mir, dass er mal was völlig Neues ausprobieren wollte - und jetzt Armbrustschießen lernt.

Du fragst dich, wie um alles in der Welt einer von Schwarzenegger zu Wilhelm Tell kommt? Darum geht es gar nicht. Entscheidend ist, dass du dir immer wieder eine neue Herausforderung suchst, an der du wachsen kannst. In einer Sache wieder Amateur zu sein, von ganz unten anzufangen - das ist eine tolle Sache!

Denn so bleibst du neugierig und verlernst nie, dich anzustrengen. Ich habe zum Geburtstag von meiner Partnerin eine Lachsrute geschenkt bekommen. Ehrlich, ich habe vor 30 Jahren oder mehr zuletzt Lachse geangelt. Und ich sage Euch was: Ich habe mich gefreut wie ein kleiner Junge!

Und diese Freude solltest du dir immer im Herzen behalten, egal was du tust. Direkt am nächsten Wochenende bin ich losgezogen und habe mich mit ein paar Freunden verabredet, die bereits Profis mit der Lachsrute sind und mir tolle Tipps gegeben haben.

Nicht reden, machen!

Wir leben unser Leben in so festgefahrenen Bahnen, dass wir gar nicht bemerken, was wir alles verpassen. Das fängt schon bei den kleinen Dingen an: Fahrt mal durch einen anderen Eingang in eure Stadt, nehmt einen neuen Weg zur Arbeit, joggt mal nicht die gewohnte Route - es sind diese neuen Erfahrungen, an denen du wächst.

In meinen Trainings habe ich immer wieder Teilnehmer, die Sachen sagen wie: „Ich würde ja gerne mehr verkaufen, doch die Telefonakquise liegt mir einfach nicht." Der Konjunktiv ist der Tod jedes Ergebnisses! Greif zum Hörer und beiß dich durch - mit jedem Anruf bekommst du mehr Übung und wirst besser und damit selbstsicherer.

Traut Euch, einen Schritt aus der Komfortzone zu machen! Wer immer nur halbe Kraft fährt und jede Anstrengung meidet, wird für immer im Mittelfeld vor sich hin dümpeln. Nur an Herausforderungen kannst du wachsen! Und um nochmal aufs Angeln zurück zu kommen:

Klar kann ich mir den Fisch auch im Laden kaufen. Das geht viel schneller als wenn ich den ganzen Tag am See sitze und darauf warte, dass einer anbeißt. Doch was meinst du, fühlt sich besser an? Wenn ich am Abend stolz wie Oskar mit meinem Fang nach Hause komme und den dann zubereite - oder wenn ich bloß den tiefgefrorenen Fisch in den Ofen schiebe?

Ich denke, die Antwort ist klar. Knie dich ordentlich rein, denn nur dann kannst du auch die Früchte deiner Arbeit genießen.

The Sky is the Limit

Gerne möchte ich noch auf etwas anderes eingehen, was ich bereits mehrfach erlebt habe. Egal, auf welcher Stufe der Karriereleiter du stehst: Herausforderungen gibt es immer. Es liegt einzig und allein an dir, sie anzunehmen. Wie hat Steve Jobs doch so treffend gesagt: The Sky is the Limit!

Also verkriech dich nicht in deinem Elfenbeinturm. Denn auf der Spitze des Berges ist weniger Platz als am Fuß. Um dort oben zu bleiben, musst du deinen Stand entsprechend sichern. Das ist etwas, was manche Vertriebsleiter noch nicht verstanden haben. Sobald sie ihre Position inne haben, ziehen sie sich aus dem operativen Geschäft zurück.

Frei nach dem Motto: „Das habe ich nicht mehr nötig, sollen sich doch die anderen die Finger wund wählen." Das ist gefährlich. Viele Führungskräfte im Vertrieb sehen sich am liebsten in der Trainerrolle. Da wird an der Seitenlinie getobt und gezetert, wenn die Abschlusszahlen zu niedrig sind. Doch das reicht nicht. Wessen Stuhl wackelt als erstes, wenn es nicht rund läuft?

Richtig, der Trainer wird als Erster abgesägt. Vertriebsleiter müssen nicht die besten Verkäufer sein, doch sie müssen Flagge zeigen und Vorbild sein, um ihre Mannschaft in die Spur zu bringen und auch dort zu halten.

Dazu gehört auch, dass sie selbst zum Telefon greifen und akquirieren und Akquise machen und ihrer Mannschaft signalisieren: Wir sitzen alle im selben Boot.

Kontinuierliche Herausforderungen

Egal wer du bist und was du tust: Dein Leben hält kontinuierlich Herausforderungen für dich bereit. Freu dich darüber, anstatt dich zu ärgern und stell dich ihnen. Denn alle Hindernisse sind letztendlich Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.

Und wenn mal was schief geht, geht es eben schief. Was meinst du, wie oft ich schon ohne einen einzigen Fisch nach Hause gekommen bin und dann was anderes essen musste? Das spornt mich nur noch mehr an, bald wieder mein Glück zu versuchen. In diesem Sinne: Petri heil! :-)

Martin Limbeck ist Autor des Buchs Warum keiner will, dass du nach oben kommst ...

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