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Alles eine Frage der Einstellung: Erfolg fÀngt bei Dir an!

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ERFOLG
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„Mensch Martin, wie machst Du das nur? Heute in Frankfurt, morgen in ZĂŒrich, am selben Tag noch zurĂŒck nach Hannover ... Das wĂ€re ja nichts fĂŒr mich." Ich habe irgendwann aufgehört, zu zĂ€hlen, wie oft mir diese Frage gestellt wurde.

Allerdings bin ich jedes Mal wieder erstaunt, wie die zugehörige Reaktion meines GegenĂŒbers ausfĂ€llt. Erfolg wollen sie alle, die notwendige Anstrengung steht allerdings nicht hoch im Kurs. Was soll ich dazu jetzt sagen? Von nichts kommt nichts, fĂŒr mich ist das ein ganz klarer Fall. In den vergangenen vier Wochen bin ich mit drei Preisen ausgezeichnet worden.

So richtig glauben kann ich das immer noch nicht. NatĂŒrlich bin ich super happy, doch zwischen den vielen GlĂŒckwĂŒnschen fanden sich auch wieder die obligatorischen Trolle.

Das wĂ€re ja alles Schiebung, ich brĂ€uchte mich ja gar nicht anstrengen und bekĂ€me alles geschenkt ... Eins möchte ich klarstellen: Mir ist der Erfolg beileibe nicht in den Schoß gefallen. Diese Auszeichnungen sind viel mehr die FrĂŒchte, die auf Basis meiner ĂŒber zwanzigjĂ€hrigen harten Arbeit gereift sind.

Doch das ĂŒbersehen einige anscheinend gern. Fakt ist: Der Weg an die Spitze ist alles andere als leicht. Abgesehen vom Anfang, denn der liegt ganz bei dir: Entscheidend ist nĂ€mlich vor allem deine innere Einstellung. Erfolg beginnt auf den 15 Zentimetern zwischen deinen Ohren!

Sieger haben keine Angst vor dem Scheitern

Hast du schon mal in dich reingehorcht und dich gefragt, wieso du eigentlich vor einem Kundentermin schwitzige HĂ€nde bekommst und nervös durchs BĂŒro tigerst? Ganz einfach: Weil du Angst vor dem Scheitern hast!

Zugegeben, ich finde das auch nicht gerade geil. NatĂŒrlich möchte ich am liebsten aus jedem meiner Kundentermine als Sieger hervorgehen. Mit stolzgeschwellter Brust und unterschriebenem Auftrag in der Tasche. Doch das Leben ist kein Ponyhof! Schon zu Beginn meiner Laufbahn als VerkĂ€ufer habe ich gemerkt, dass der Job kein Zuckerschlecken ist.

Du musst eine verdammt dicke Haut haben. Ich glaube, in keinem anderen Beruf hagelt es so viele Absagen wie im Vertrieb. Und damit meine ich nicht nur handfeste Neins auf meine Angebote. Fadenscheinige Ausreden, freche LĂŒgen und Terminstornierungen kurz vor knapp - die Liste ist lang.

Von den MĂŒhen, die du mit ungerechtfertigten Reklamationsversuchen und zögerlichen Kunden hast, mal ganz zu schweigen. An manchen Tagen zieht mich das auch runter. Denn auch ich habe sie, diese Tage, an denen einfach alles schief geht.

Der entscheidende Punkt ist, was du in dieser Situation tust. Alles hinschmeißen, den Job an den Nagel hĂ€ngen und Profi-Angler werden? Kannst du machen - ich bin allerdings nicht der Typ fĂŒrs Aufgeben. Denn es ist vielleicht schon der nĂ€chste Anruf, der dir den Deal deines Lebens beschert.

Programmier Dich auf Erfolg!

Gerade wenn es mal nicht so gut lĂ€uft, ist mentale StĂ€rke deine beste Verteidigung. Manchmal ist die Straße ganz schön holprig und du beginnst zu zweifeln, ob du dein Ziel jemals erreichst. Entscheidend ist, wie du damit umgehst.

Du kannst den Kopf in den Sand stecken und TrĂŒbsal blasen - oder dich ĂŒber die kleinen Erfolge des Tages freuen. Denn mal ehrlich: Irgendwas Schönes wird dir doch passiert sein, oder? Vielleicht hast du den Großauftrag nicht geholt, doch dafĂŒr mit einem Bestandskunden eine VertragsverlĂ€ngerung ausgemacht.

Selbst wenn es nur dein Mittagessen oder das LĂ€cheln der Kassiererin an der Tankstelle war. Konzentrier' dich auf das Wesentliche und glaube an deine FĂ€higkeiten! Ist dein Glas halbvoll oder halbleer? Auch wenn der Spruch schon echt einen Bart hat, ist er absolut wahr. Nur wenn du jeden Morgen mit dem GefĂŒhl aufstehst, die Welt erobern zu wollen, schaffst du es auch irgendwann!

Ab auf die Bettkante!

Dazu gehört auch, dass du erkennst, wann es Zeit fĂŒr einen Richtungswechsel ist. Denn die Chance, dass du ohne Umwege, Stolperfallen und Sackgassen bequem auf den Gipfel des Erfolgs spazierst, ist eher gering. NatĂŒrlich hat die Sache einen Haken: VerĂ€nderungen erfordern Mut und können erst mal ganz schön ungemĂŒtlich sein.

Doch es hat keinen Sinn, an Sachen oder Personen festzuhalten, die dir nicht gut tun! Ich habe fĂŒr mich eine simple Übung entdeckt, die mir verlĂ€sslich dabei hilft - die sogenannte „BettkantenĂŒbung". Sobald der Wecker morgens klingelt, setze ich mich auf die Bettkante.

Ja, ich weiß. Eigentlich wĂŒrde ich jetzt auch viel lieber nochmal die Augen schließen und das Aufstehen so lange wie möglich herauszögern. Doch so funktioniert das nicht. Also raus aus den Federn, ab auf die Bettkante und stell dir folgende Frage: Mal angenommen, mein Arbeitstag wird heute wieder genauso, wie er die letzten drei Wochen war.

Habe ich dann Lust, auch in einem halben Jahr noch diesen Job zu machen? Mag erst mal albern klingen, ist aber extrem effektiv! Denn eine bessere Gelegenheit, um dir möglichst unverfÀlscht deiner Einstellung und Motivation bewusst zu werden, wirst du im Laufe des Tages nicht mehr bekommen. Also, wie sieht es aus - Top oder Flop?

Lern aus deinen Fehlern!

Die Übung funktioniert ĂŒbrigens genauso gut, wenn es um Beziehungsfragen geht. Viel zu viele Menschen dĂŒmpeln in lauwarmen Partnerschaften vor sich hin, die eher nach dem Bruder-Schwester-Prinzip gefĂŒhrt werden. Zugegeben - in der Situation habe ich auch gesteckt.

Viel zu lange habe ich die Augen davor verschlossen, dass meine Frau und ich uns entfremdet hatten. Ich war jung - vielleicht zu jung - und gierig auf den Erfolg, den ich als Verkaufstrainer hatte. Immer schneller, immer weiter, so lautete mein Mantra. Meine Partnerin konnte das nicht verstehen, sie wollte lieber mehr gemeinsame Zeit mit mir zuhause haben.

Es war eindeutig mein Fehler, dass ich zu lange nicht bemerkt habe, was sich da aufbaute. Doch Fehler sind vor allem dazu da, um aus ihnen zu lernen. Heute stelle ich mir lieber regelmĂ€ĂŸig die Frage, ob ich auch in einem Jahr noch mit meiner Liebsten zusammen sein möchte. Und zwar unter der Bedingung, dass unsere Beziehung so weiterlĂ€uft wie in den letzten Wochen.

Dann sehe ich genau, woran ich bin. Entscheidend ist, dass du in so einer Situation die nötigen Eier in der Hose hast, etwas zu Ă€ndern. Entweder, indem du den Haussegen wieder gerade rĂŒckst - oder deine Sachen packst. Ich wĂŒnsche mir heute nur, dass ich viel frĂŒher auf diese Methode gestoßen wĂ€re. Dann hĂ€tte ich so manche unschöne Episode zumindest deutlich abkĂŒrzen können. Doch wie heißt es so schön: You live, you learn.

Martin Limbecks neues Buch "Limbeck Laws - Das Gesetzbuch des Erfolgs in Vertrieb und Verkauf" ist gerade im GABAL Verlag erschienen.

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