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Welche Brille führt dich in die virtuelle Realität?

Veröffentlicht: Aktualisiert:
VIRTUAL REALITY
Choreograph via Getty Images
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Das Smartphone im Brillengestell - auf dieses Konzept setzt Samsung mit der Gear VR, um 360°-Videos erlebbar zu machen und uns in virtuelle Realitäten zu entführen. Das Thema Virtual Reality beherrscht derzeit wie kaum ein anderer Trend das Social Web sowie die Schlagzeilen der Technik-, Marketing- oder Kultur-Ressorts deutscher Medien. Zukunftsforscher prognostizieren eine gewaltige Kulturdebatte, viele sehen die größte Neuerung seit Einführung des iPhones und die verschiedenen Branchen das riesige Wachstumspotential - egal ob im Journalismus, im Tourismus oder natürlich in der Porno-Industrie. Doch während die Gedanken mit Geruchsimulationen allzu oft schon wieder in die Zukunft reichen, passiert jetzt gerade vor allen Dingen eines: Virtual Reality wird massentauglich - auch dank Samsungs Gear VR.

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©Halfpoint @shutterstock.com

Neben der erstmals marktreifen Oculus Rift, die in erster Linie die Gaming-Szene ansprechen soll, bietet Samsung mit 99€ einen kostengünstigen Einstieg in die virtuelle Realität, welcher der Technik endgültig zum Durchbruch verhelfen könnte. Denn die Verbindung der VR-Brille mit dem Smartphone bietet riesiges Potential. Schon jetzt ist Video eine der beliebtesten Online-Aktivitäten in der Freizeit. Bis 2019 werden mindestens 80 Prozent aller Daten, die im Netz übertragen werden, Videodaten sein. Und die User konsumieren diese Videos immer häufiger mobil, direkt auf dem Smartphone - oder verbinden letzteres mit ihrem Streaming-Gerät für den TV-Bildschirm. Warum also nicht auch das Smartphone als Tür zur Virtual Reality nutzen?

#VirtualReality wird massentauglich: Das Smartphone als Tür in die virtuelle Realität.

Diese 3 Kategorien bestimmen die virtuelle Realität

Natürlich ist die Gear VR nicht der einzige Markttreiber im VR-Bereich, zumal die verschiedenen Hersteller ganz unterschiedliche Richtungen eingeschlagen haben. Insgesamt lässt sich die Entwicklung von Virtual-Reality-Brillen in drei Kategorien einteilen, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Hier stelle ich die verschiedenen Einsatzbereiche und einige der wichtigsten Brillen vor.

1. Die Brille für das Smartphone

Smartphone-gebundene VR-Brillen machen das Virtual-Reality-Erlebnis einfach zugänglich und in erster Linie bezahlbar. Google hat hier mit seinem Cardboard-Prinzip seit 2014 für mächtig Schwung gesorgt. Ob einfache „Pappkiste" für 14,99$ oder die Brille aus Plastik für bis zu 120$ - die Handhabung ist mit entsprechenden Apps für das Smartphone kinderleicht und die Möglichkeiten für Entwickler sind nahezu endlos. Auch die Produktion von 360°-Videos ist in den vergangenen Monaten bereits merklich gewachsen.

Eine Nische im Bereich der Smartphone-gebundenen Brillen besetzt nun Samsung mit der elektronischen Gear VR-Reihe. Denn anders als die Cardboard-Modelle dockt sich die Brille an das Samsung Galaxy Note 4 per USB an und nutzt die Rechenkapazität und den hochauflösenden Bildschirm des Geräts. Eine Rückenkamera lässt den Träger außerdem per Knopfdruck sehen, was um ihn herum passiert.

2. Virtual Reality für PC oder Konsole

Vorreiter in Sachen Virtual Reality ist seit Beginn die Gaming Szene, die maßgeblich zur Entwicklung der PC- oder Konsolen-gebundenen VR-Brillen beigetragen hat. Die bereits erwähnte Oculus Rift ist sicher das bekannteste Beispiel. Sie erlaubt es, in verschiedene Spielewelten einzutauchen, soll künftig aber auch für ernsthafte Anwendungen wie Arzt- oder Hochschulbesuche genutzt werden können.

Konkurrenz für die von Facebook aufgekaufte Oculus Rift kommt u.a. aus dem Hause Sony mit der Playstation VR oder auch von HTC. Mit der HTC Vive und einer entsprechenden App kann man seit kurzem virtuell seine Ikea-Küche planen. Hier zeigt sich bereits, dass die Einsatzmöglichkeiten der VR-Brillen sicher nicht auf das Gaming beschränkt bleiben werden.

3. Mit der Brille in die Augmented Reality

Schon 2012 konnten Ikea-Kunden in 3D simulieren, wie sich Möbelstücke in ihren eigenen vier Wänden machen würden - dank des Augmented-Reality-Spezialisten Metaio und einer entsprechenden App. 2015 übernahm Apple das Münchener Unternehmen, um sich im VR-Wettbewerb besser aufzustellen.

Der Realität nicht mithilfe einer Brille zu entfliehen, sondern sie zu erweitern, daran arbeiten auch die anderen Internet- und Technik-Riesen. Google Glass konnte sich zwar nicht wirklich durchsetzen, doch angeblich plant Google derzeit schon die Produktion einer Virtual-Reality-Brille, die weder ein Smartphone noch einen PC oder eine Konsole voraussetzt.

Und Microsoft will mit HoloLens die nackte Wand zum Flat-Screen, den Schreibtisch zur Tastatur und die Wohnung zum Spielszenario machen. Auch Interaktion und Kommunikation sollen sich durch eine virtuelle 3D-Teleportation grundlegend verändern, wie das folgende Video beweist:

Schon bald werden wir uns fragen: Welche Brille bringt dich in die #VirtualReality?

Virtual Reality ist längst real

Während Augmented Reality im Vergleich noch immer in den Kinderschuhen steckt, ist die virtuelle Realität schon jetzt real. Je mehr Anwendungsbereiche und Inhalte in naher Zukunft entwickelt werden, desto schneller wird sich auch das ganze Potential der VR-Brillen entfalten.

Dank neuer Modelle, die ohne zusätzlichen Anschluss an ein anderes teures Gerät wie einen PC oder eine Spielkonsole auskommen, eröffnet sich nun auch für die Video- und TV-Branche die Möglichkeit, mit Virtual Reality zu experimentieren. Als TV-Produzent freue ich mich schon jetzt auf die ganz neuen Formate, die sich dank VR künftig realisieren lassen. Für die gesamte Branche gilt es nun, die neuen Chancen zu ergreifen - denn schon bald wird es ganz normal sein, sich gegenseitig zu fragen: „Und? Welche Brille führt dich in die virtuelle Realität?"

Die Erstveröffentlichung meines Beitrags finden Sie auf meiner Homepage: www.martinbaumannblog.de

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