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Virtual Reality: Cannes präsentiert die neue Dimension des Filmerlebnisses

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Virtual Reality: Cannes präsentiert die neue Dimension des Filmerlebnisses | © d100 @ Shutterstock.de

Er kann es nicht lassen - und so dreht das New Yorker Urgestein Woody Allen mit 80 Jahren noch einen Film über die Glitzerwelt von Hollywood. Der vierfache Oscarpreisträger liefert mit „Café Society" eine Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen Kristen Stewart, Jesse Eisenberg und Steve Carell, die den Zuschauer in die späten 30er Jahre versetzt.

Beachtlicherweise macht Allen mit diesem Film aber einen Zeitsprung in die entgegensetzte Richtung: Bei seinem 47. Kinowerk drehte er erstmals auf digitalem Material. Es hat sich gelohnt: Mit schöneren Bildern hätten die 69. Filmfestspiele von Cannes 2016 nicht eröffnet werden können, bei denen auch Virtual Reality eine entscheidende Rolle spielte.

Cinemathon: Auf der Suche nach der Zukunft des Kinos

Die Open-Source-Initiative Cinemathon präsentierte am 14. Mai im NEXT-Programm des Marché du Film in Cannes die Prototypen für das Kinoerlebnis der Zukunft. Ziel der Initiative: Innovationsstrategien aus der Start-up-Welt in die Filmbranche zu übertragen.

Um bereits im Vorfeld ein verändertes Nachdenken über das neue Kino zu ermöglichen, hatte Cinemathon zusammen mit der Design- und Innovationsagentur Ideo im April einen „Design Thinking"-Workshop organisiert.

2016-05-19-1463661658-8244721-Jurybeiden69.FilmfestspieleninCannes1024x751.jpgJury bei den 69. Filmfestspielen in Cannes | © taniavolobueva @ Shutterstock.de

Zwei Tage lang arbeiteten die 25 ausgewählten internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in interdisziplinären Teams aus den Bereichen Businessstrategie, Technik, Architektur, Festivalorganisation, Design, Kunst, Gastronomie und virtuelle Realität an der Entwicklung von Prototypen für das Kinoerlebnis der Zukunft. In Cannes werden die entwickelten Prototypen von den Cinemathon-Gründern Susanne Marian und Erwin M. Schmidt zum ersten Mal öffentlich präsentiert.

Cannes wartet mit herausragenden Beispielen für Virtual Reality-Filmprojekte auf

Im NEXT-Pavillon sollte eine Plattform für innovative Unternehmer des Filmmarkts geboten werden. Der Blick fiel hier unter anderem auf zwei luxemburgische Virtual Reality-Projekte: „Fan Club" von Regisseur Vincent Ravale und produziert von a_BAHN sowie der Film „Next", der unter der Regie von Olivier Pesch entstand und von Samsa Film produziert wurde.

Außerdem wurde der 360° VR-Film „AMANI" im Rahmen des NEXT Programms präsentiert. Der Kurzfilm wurde für das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk Terre des Hommes produziert und entstand unter der Regie der Niederländer Joris Weerts und Eelko Ferwerda.

Für die zweite Ausgabe von Beyond Cinema, einer Initiative zur Förderung digitaler Kultur aus der Schweiz, wurden im Zentrum des „Marché du film" auf der Croisette drei Schweizer Projekte präsentiert. Sie spiegeln das Schweizer Know-how im Bereich der virtuellen Realität besonders eindrucksvoll wider:

Birdly (Somniacs, ZH), ein Flugsimulator zum Nacherleben eines
Vogelflugs, Real Virtuality (Artanim, GE), ein interaktives 3D-Erlebnis, das auch schon Hollywood-Legende Robert Redford begeistern konnte, und Spatial Stories (apelab, GE), ein Tool zur einfacheren Entwicklung immersiver 360°-Erzählwelten.

Mittendrin: #Cannes lieferte Beispiele dafür, wie intensiv Handlungen im 360° #VR-Film sein können.

Diese Projekte haben bereits weltweit Aufsehen erregt und wurden unter
anderem auf der Game Developers Conference (California, USA) und dem Sundance Film Festival (Utah, USA) präsentiert.

Die Schweiz sorgt im Bereich Virtual Reality mit talentierten und starken Startups international für Furore. Immer mehr Filmemacher interessieren sich inzwischen für Virtual Reality-Brillen.

Wenn aus Zuschauen Erleben wird: 360° Sphären und Echtzeit 3D Experience

Kein Wunder: Die Technik mit der 360-Grad-Optik ermöglicht neue Seheindrücke. Normalerweise hat der Zuschauer eine 60°-Umsicht im Kino, nun findet er sich selbst in einem dreidimensionalen Raum wieder, den der Zuschauer komplett ermessen kann.

Diese neue Sicht steigert nicht zuletzt die Immersion in den Charakter, stellt die Produzenten aber auch vor große Herausforderungen - gerade wenn es um einen komplexe Handlungsaufbau geht.

„Die Handlung muss so aufgebaut sein, dass der Zuschauer nichts verpasst, nur weil er gerade vielleicht in eine andere Richtung blickt" - so erklärt der britische Filmemacher Daniel Cheetham von Happy Finish.

Neue Dimension der #Immersion: #VirtualReality lässt Zuschauer die Handlung stärker (mit)erleben.

Virtual Reality-Kinos läuten die Revolution des Filmerlebnisses für jedermann ein




Fest steht: Virtuelle Realität wird den Film revolutionieren. Spätestens seit der Eröffnung des ersten deutschen VR-Kinos in Berlin im April 2016 gibt es auch hierzulande einen Vorgeschmack auf das, was uns bald durch immer neuere Geräte (wie Oculus Rift oder HTC Vive) erwarten wird: Ebenso wie 3D inzwischen zum Kino-Standardrepertoire gehört, wird sich VR dort in den nächsten Jahren als dritte Säule etablieren.

Auf diese Weise kommen auch Zuschauer in den VR-Genuss, denen die Anschaffungskosten für den Eigengebrauch zu hoch sind.

Auch wenn es momentan noch ausschließlich 30-minütige Kurzfilme sind, die auf diese Weise konsumiert werden können, nimmt die VR-Sparte bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes neben Stars und Sternchen auf dem roten Teppich eine zukunftsweisende Position ein.

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