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Erfolgreiches TV: Fans statt Zuschauer gewinnen

13/12/2016 12:34 CET | Aktualisiert 14/12/2017 11:12 CET
Grisha Bruev / Shutterstock.com

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Erfolgreiches TV: Fans statt Zuschauer gewinnen | © Grisha Bruev @ Shutterstock.com

Das klassische Fernsehen steckt in der Krise. Gerade das junge Publikum kehrt TV-Sendungen immer mehr den Rücken zu und sucht sich seine Inhalte bei YouTube oder Video-on-Demand-Diensten wie Netflix und Amazon Instant Video. In den USA geht diese Entwicklung sogar schon soweit, dass das Fernsehen für die ganz Kleinen zur Strafe wird. Das lineare TV ist dabei, seinen Nachwuchs zu verlieren - und kann dem wohl nur noch online entgegenwirken.

Denn Erfahrungen aus den USA zeigen auch, dass Online-Archive die Einschaltquoten des linearen Programms unterstützen können - bei Serien und längeren TV-Formaten ein logisches Konzept. Zuschauer haben so die Möglichkeit - wie auch bei Netflix & Co. - bequem ab der ersten Folge einzusteigen und verpasste Sendungen ganz einfach nachzuholen.

Damals wie heute - der gemeine TV-Talker braucht Gesprächsstoff


Der positive Nebeneffekt: Der Konsument kann sich gleich online über das Gesehene austauschen. 28 Prozent der Fernsehzuschauer sehen mehr TV seit sie begonnen haben, Sendungen online zu diskutieren. Diese „TV-Talker" und den sozialen Aspekt des Fernsehens gilt es zu bedienen - eigentlich keine revolutionäre Neuerung.



Schon immer wurde über das Fernsehprogramm gesprochen. Vom außergewöhnlich begabten Wettkönig bei „Wetten, dass.." bis zur letzten Dschungelprüfung bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" - damals wie heute braucht der gemeine Fernseh-Talker Gesprächsstoff, offline und neuerdings eben vermehrt im Netz.

„Der gemeine TV-Talker braucht Gesprächsstoff - auch im Netz. Hier muss Fernsehen ansetzen."

Tatsächlich setzen immer mehr klassische Sender in diesem Zusammenhang auf Social Media. In Live-Sendungen werden Tweets und Facebook-Postings vorgelesen und Zuschauer können via Second-Screen miteinander kommunizieren und Programme beeinflussen.

Die Diskussionen aus dem Netz direkt in das TV zu übertragen ist sicherlich kein schlechter Ansatz - doch erreicht man so kaum den reinen Online-Nutzer, der sich längst auf YouTube und anderen Portalen „eingelebt" und „eingerichtet" hat.

YouTube-Stars wie LeFloid, Y-Titty, Gronkh und Dagi Bee - um nur einige Namen zu nennen - stehen bei der jungen Generation ganz hoch im Kurs und werden millionenfach angeklickt. Sie schaffen das, was klassische TV-Sender mit ihren Trailern und häppchenweise ins Netz gestellten Inhalten kaum noch schaffen: Sie gewinnen unter der Online-Gemeinde Fans statt nur Zuschauer - und damit treue Abonnenten.

Das Fernsehen braucht den viralen Hit


Um in diesem Umfeld bestehen zu können, müssen auch klassische TV-Sender Inhalte bieten, die von der Netz-Gemeinde geteilt und über Social Media weiterverbreitet werden wollen. Das Fernsehen braucht sozusagen den viralen Hit - und dafür neben dem reinen Bewegtbild auch Qualität und Witz.



Ein Musterbeispiel dafür, wie man eine zusätzliche Fan-Gemeinde im Netz gewinnen kann, kommt aus den USA. Der Talkmaster Jimmy Kimmel stellt nicht nur immer wieder Ausschnitte und Performances aus seiner Sendung ins Netz. Er versteht es auch, seine Zuschauer für weitere Späße zu animieren.



Seine Idee, Eltern sollten ihren Kindern erzählen, sie hätten ihre Halloween-Süßigkeiten gegessen und sie dabei filmen, war auf YouTube ein so großer Erfolg, dass er die Aktion in den Folgejahren sogar ganz einfach wiederholte.





Und auch die sozialen Medien bindet Kimmel geschickt in seine Sendung ein. Prominente aus Sport, Musik, Fernsehen oder sogar der Politik gemeine Tweets über sich selbst vorlesen zu lassen, hält der Online-Welt den Spiegel vor und sorgt für neuen Gesprächsstoff in allen Social-Media-Kanälen.





Gute Inhalte wie diese können sich in den sozialen Netzwerken rasend schnell verbreiten. Doch dafür müssen sie von den Sendern auch angeboten werden. Welcher Sender diese Mechanismen versteht, kommt ins Gespräch und gewinnt auch unter den Online-Nutzern neue Fans, die im Idealfall alle „Produktionen" konsumieren.


„Das Fernsehen braucht den viralen Hit. Online lassen sich Fans statt nur Zuschauer gewinnen."

Die Erstveröffentlichung meines Beitrags finden Sie auf martinbaumannblog.de

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