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Franken leben glücklicher

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MARLENE MORTLER
ullstein bild via Getty Images
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Franken steht nicht nur für gute Küche und malerische Landschaften, sondern auch für eine hohe Lebenszufriedenheit der Menschen. Angesichts der vielen Krisen, die uns politisch in den letzten Jahren und Monaten bewegt haben, freue ich mich umso mehr über den fünften Platz meiner Heimat im „Glücksatlas 2015".

Insgesamt hat sich die Region in der bundesweiten Umfrage im Vergleich zum letzten Jahr um fünf Plätze nach oben gearbeitet. Für mich ein klares Signal dafür, dass nicht nur die politischen Vertreter der Region ihre Arbeit gut gemacht haben. Dieses Ergebnis fußt vor allem auf dem großen Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Wirtschaft, Gesellschaft und Ehrenamt. Stillstand ist nie ein guter Ratgeber. Das Erreichte soll uns ein Ansporn für die Zukunft sein.

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Franken punktet auf den Gebieten Arbeiten, Wohnen und Freizeit

Gegenüber Gesamtdeutschland punktet Franken nach der Glücksumfrage insbesondere auf den Gebieten Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Der Landkreis Nürnberger Land in meinem Wahlkreis profitiert von den sogenannten weichen Standortfaktoren wie Landschaft, Kultur, Brauchtum und Gastronomie.

Im Bereich Bildung liegt er ebenfalls vorne. Er wurde jüngst mit dem Gütesiegel „Bildungsregion in Bayern" ausgezeichnet. Außerdem steht der Landkreis Roth in meinem Wahlkreis für die wohl größte Produktvielfalt in ganz Bayern. Das zeigt sich schon in der Landwirtschaft. Von Milchprodukten, über ein einzigartiges Wurst- und Fleischangebot bis hin zu Haselnüssen, Holunder und Kürbissen - bei uns gibt es nichts, was es nicht gibt.

Über 50 Prozent der beiden Landkreisflächen sind zudem bewaldet. Niemand käme in diesem Zusammenhang auf die Idee, von einer Monokultur zu sprechen. Für die Menschen bietet der Wald einen hohen Freizeitwert und ist wertvoller Sauerstofflieferant sowie -speicher.

Ohnehin haben wir eine vitale und regional sowie international erfolgreiche Landwirtschaft. Denn ob Wochenmarkt oder Weltmarkt - wir können beides. Bei unseren Bauern allerdings war die Stimmung dieses Jahr nicht so gut. 2015 wird als echtes Krisenjahr der Landwirtschaft in Erinnerung bleiben.

Bauernfeindliche Töne

Die Erzeugerpreise sind in den Keller gerutscht, die Ernte war nach einem heißen und trockenen Sommer miserabel und auch bauernfeindliche Töne mancher politischer Protagonisten konnten keine Freude machen. Immerhin ist es auf Betreiben der CSU gelungen, unseren Bauern zum Jahresende noch einmal kräftig unter die Arme zu greifen. Wir haben die Bundeszuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung deutlich erhöht und Liquiditätshilfen für Betriebe geschaffen, die Kredite aufgenommen haben und nun vor einem Scherbenhaufen stehen.

Ansonsten ist die Wirtschaftslage in unserer Region gut. Aber auch das ist kein Selbstläufer. So wie im Bund müssen wir auch in den Landkreisen auf schwarze Zahlen achten. Der Landkreis Nürnberger Land hat und macht zu viele Schulden. Die regionale Politik muss etwas dagegen tun und eine Schuldenbremse installieren.

Wie politische Entscheidungen bei den Unternehmen und den Menschen ankommen, sehe ich bei meinen zahlreichen Terminen in der Region Mittelfranken. Damit unsere Produkte und Dienstleistungen auch in Zukunft gefragt sind, brauchen wir gute Rahmenbedingungen. Innovationen machen die Klasse und den Vorsprung unserer Betriebe aus - weltweit, denn Provinzklasse ist nicht unsere Sache.

Auch die aktuelle Flüchtlingssituation macht vor meinem Wahlkreis nicht halt. Ich nehme die diesbezüglichen Sorgen der Menschen vor Ort sehr ernst. Sowohl die Schutzsuchenden als auch die Bevölkerung brauchen Sicherheit und deswegen eine klare Perspektive sowie schnelle Verfahren. Dafür setze ich mich in Berlin ein.

Die aktuellen Herausforderungen zeigen: Es gibt viel zu tun. Wenn wir alle - Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - an einem Strang ziehen, wird Franken auch im Jahr 2016 zu den glücklichsten Regionen in Deutschland gehören. Unabhängig davon gilt: Ich liebe meine Heimat!

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Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen, denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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