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Das „Next Big Thing" haben wir alle schon auf dem Smartphone

08/11/2013 10:11 CET | Aktualisiert 08/01/2014 11:12 CET

Viele Diskussionen gibt es seit dem Großwerden von Facebook in Deutschland. Was kommt als nächstes aus Kalifornien zu uns über den Teich, das unser Leben verändern könnte? Was ist das „Next Big Thing" in Social Media? Für Deutschland gibt es da eine Antwort.

Das Warten hat ein Ende

Mein Schlüsselerlebnis: Sommer, Mittagspause - ich bin mit einer Arbeitskollegin bei einem in Düsseldorf sehr bekannten Frozen Yogurt Laden. Die Portionen sehen wirklich toll aus. Mandeln, Mango und Schokosauce. Jeder, der im Bereich Social Media aktiv ist, macht ein Foto und lädt es auf Facebook, Twitter, Instagram oder vielleicht noch Food-Spotting hoch. Eben so, wie ich es bei meinem ersten Besuch mit der uns Onlinern innewohnenden Windeseile getan habe.

Für meine Kollegin ist dies der erste Besuch und auch sie hat ein Foto von ihrem zweifelsohne sehr pittoresken Frozen Yogurt gemacht. Auf die Bemerkung, dass sie, als sonst sehr passive Facebook Nutzerin, nun endlich mal was zu posten gefunden hat, sagt sie: „Nö, warum sollte ich das auf Facebook teilen? Ich teile das mit den Mädels auf Whatsapp."

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Hey There - I'm Using Whatsapp - so wie alle anderen auch

Das musste ich genauer wissen. Also habe ich auf den nächsten beiden Workshops die Teilnehmer zu ihrem Facebook-Nutzungsverhalten befragt. Viele, oder besser: fast alle hatten starke Bauchschmerzen, als es um Datenschutz und so weiter ging.

Und Whatsapp? Selbst Smartphoneuser der Generation 50+ hatten so gut wie alle die App installiert und beschrieben eine fast tägliche Nutzung. Datenschutzbedenken? Keine, dafür Vorteile satt: „Da brauche ich ja keine SMS mehr zu bezahlen" oder „sonst weiß ich ja gar nicht, wann unsere Gruppe sich das nächste Mal zum Sport trifft", waren typische Antworten.

Und noch genauer. Ich habe, und dafür sollte ich mich bei meinen Mitmenschen entschuldigen, so ziemlich jeden in der letzten Zeit zur Whatsappnutzung befragt. Was dabei herauskam ist eindeutig: Bei der Arbeit, in meiner Squashliga, sogar meine Eltern: Alle nutzen den „SMS-Ersatz". Eine Verbreitung, die Facebook nie geschafft hat und wohl auch nicht schaffen wird. Generationenübergreifend. Einzige Einschränkung... Nicht-Smartphonenutzer.

Was geteilt wird, sind neben Textnachrichten vor allem Bilder, genau adressiert an eine spezielle Gruppe. Für viele ist das ein entscheidender Vorteil zu Facebook und Instagram.

Randnotiz: Ein Freund sagte, seine Frau brauchte diesen Sommer jetzt auch ein Smartphone, da sie nicht mehr mitbekommen hätte, auf welchem Spielplatz sich die Kinder (mit Anhang) treffen. Dies würde alles in einer Whatsapp-Gruppe abgesprochen werden. Danke, keine weiteren Fragen.

Der Vorteil: Das Gefühl von Sicherheit

Von meiner Arbeitskollegin (von oben) auf die Sicherheit von Whatsapp angesprochen, bekam ich zu hören, dass die Gruppe ja geschlossen wäre. Der Vorteil zu Facebook ist hier die wahrgenommene Sicherheit. Man kann, ähnlich der SMS, den Empfänger eindeutig bestimmen. Da kann aus dem näheren Umfeld keiner reinschauen, der sich nicht besser mit Datenklau auskennt oder das gute alte Schnüffeln im Handy des Partners beherrscht. Letzteres soll weiter verbreitet sein...

Wie sicher Whatsapp wirklich ist, kann ich hier nicht qualifiziert sagen, dafür kenne ich mich schlichtweg auch nicht ausreichend in den Hinterhöfen aus. Was ich hingegen sagen kann: Whatsapp ist gigantisch groß. 20 Millionen Nutzer sollen es in Deutschland sein. Da fehlen nicht mehr viele zu Facebooks 25 Millionen.

Wie geht es weiter?

Spannender Gedanke: Was passiert, wenn Whatsapp weitere Netzwerk-Elemente einbaut? Oder Werbung schaltet? Würde es dem Netzwerk schaden? Ich kann mich noch an die Diskussion erinnern, als Whatsapp auf einmal Geld kosten sollte. Ich glaube es waren 0,89 Cent/Jahr oder umgerechnet knapp fünf SMS. Ein Skandal war das imho nicht. Firmen werden das Netzwerk für sich entdecken. Auch hier stehen Werbe- und CRM-Ideen in den Startlöchern.

Nach dem Warten ist vor dem Warten. Bleibt die Frage: Was wird das „Next Big Thing", also das nach Whatsapp? Wenn man sich zum Beispiel die Line Nutzung in Asien anschaut, (platt gesagt) Whatsapp mit (zusätzlich) kostenloser Telefonfunktion und Desktopversion, kommt da noch einiges auf uns zu. Ich freue mich darauf.