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Wie Sie sich gegen die Kündigung vom Bausparvertrag wehren!

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Sie haben sich viele Jahre eine schöne Bausparsumme angespart und plötzlich wird Ihnen gekündigt. Bausparkassen kündigen Verträge, obwohl die Bausparsumme noch nicht komplett angespart ist, um für die hoch verzinsten Verträge nicht mehr aufkommen zu müssen. Doch ist das erlaubt?

Darf Ihnen der Bausparvertrag gekündigt werden?

Viele Deutsche haben einen Bausparvertrag vor über 20 Jahren abgeschlossen mit Zinssätzen um bis zu 5%. Die Anbieter wollen für dieses Versprechen nun nicht mehr gerade stehen und kündigen die alten Verträge.

Von mehreren Gerichten wurde bestätigt, dass Ihnen gekündigt werden darf, wenn die Summe erreicht ist. Ziel der Anlage ist es, dass Sie Geld ansparen. Wenn der Zweck des Bausparens nicht mehr besteht, gibt es auch keinen Grund mehr das Darlehen in Anspruch zu nehmen.

Dagegen ist umstritten, wenn der Vertrag bereits zuteilungsreif ist, aber noch nicht komplett erspart ist. Die Bausparkassen berufen sich dabei auf das Kündigungsrecht, wonach seit Eintritt der Zuteilungsreife zehn Jahre verstrichen sein müssen. Bei einem Bausparvertrag muss beachtet werden, dass die Rollen des Darlehensgebers und des Darlehensnehmers während des Vertragsverhältnisses getauscht werden. Nach dieser Ansicht erhält der Darlehensnehmer Raten vom Bausparer und der Kunde bekommt Zinsen. Demnach hat die Bausparkasse als Darlehensnehmer nach zehn Jahren das Recht auf Kündigung des Darlehens.

Wie können Sie sich als Bausparer sich gegen eine Kündigung zur Wehr setzen?

Wenn Sie mit der Kündigung nicht einverstanden sind, können Sie Widerspruch einlegen. Wenn die Bausparkasse trotz Widerspruch auf die Darlehenskündigung besteht, sollten Sie sich professionelle Hilfe von einem Anwalt einholen. Grundsätzlich ist bei einem Widerspruch mit Widerstand der Bausparkasse zu rechnen. Deshalb empfiehlt es sich zu Beginn, von einem Anwalt unterstützen zu lassen.
Versierte Anwälte aus dem Bereich Bankrecht unterstützen Sie dabei hilfreich!