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Massenentlassungen bei Air Berlin: Kündigung unwirksam - so wehren Sie sich!

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Air Berlin ist pleite - die Filetstücke gehen an die Rivalin und Höchstbietende, die Deutsche Lufthansa. Der Betrag zur Übernahme des Billig-Konkurrenten ist bereits unterzeichnet. Für die Beschäftigten von Air Berlin bedeutet das jetzt große Ernüchterung. Gerade nach einer Insolvenz des Arbeitgebers trifft es Angestellte besonders hart. Am heutigen Montag hat die Gewerkschaft Verdi zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen, eine Protestaktion zur Forderung einer Transfergesellschaft. --

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Tausende Arbeitsplätze bis Ende Oktober gestrichen - Air Berlin Beschäftigte in Katerstimmung

Gefordert wird soziale Verantwortung von Air Berlin, Lufthansa und anderen Investoren und den tausenden betroffenen Beschäftigen, denen eine Kündigung zum Ende diesen Monats droht, eine sichere Perspektive zu geben. Die Lufthansa als neuer Inhaber signalisierte bislang allerdings keine Bereitschaft an einer finanziellen Beteiligung zur Einrichtung einer Auffanggesellschaft.
Während sie beim Ticketverkauf durch die Probleme bei Air Berlin profitiert, scheint das Schicksal von knapp 3.000 Mitarbeitern dem Airline-Riesen vollkommen gleichgültig zu sein.

So wenig Rückhalt sorgt in der Belegschaft von Air Berlin natürlich zu Katerstimmung. Bis Ende Oktober droht knapp 1.400 Mitarbeitern die Kündigung -- bei Einstellung des kompletten Flugverkehrs zum 28.10.2017 wird mit etwa 8.000 weiteren Kündigungen gerechnet. Lufthansa selbst übernimmt nur eine geringe Anzahl von Personal aus der Übernahme.

Schwacher Trost für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal -- Wie geht's weiter?

Derzeit sehen 1.200 Piloten einer ungewissen Zukunft entgegen. Neu-Inhaber Lufthansa schreibt 1.300 von insgesamt 3.000 Stellen aus, die es noch zu besetzen gilt. Wer für den Flugbetrieb benötigt wird, muss erst Ende Februar 2018 mit Entlassung rechnen. Doch das ist nur ein schwacher Trost für Flug- und Bodenpersonal.

*** Sie sind betroffen von den Massenentlassungen bei Air Berlin? Lassen Sie Ihren Arbeitsvertrag und Ihre Kündigung kostenfrei prüfen! ***

In der Regel setzt nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine dreimonatige Kündigungsfrist ein. Bei Air Berlin ist mit einer Eröffnung zum 01.11.2017 zu rechnen, wodurch sich ungeachtet der tarif- oder arbeitsvertraglichen Bestimmungen die Kündigungsfrist für Arbeitnehmer auf drei Monate verringert. Es gilt § 113 Insolvenzordnung für alle -- auch vermeintlich unkündbare Mitarbeiter wie Schwangere oder leitende Angestellte.

Gute Chancen haben Sie, wenn Sie rechtzeitig eine Kündigungsschutzklage einreichen. Hier sind ebenfalls Fristen wichtig: Ab Zugang der Kündigung haben Sie drei Wochen zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht.

Ihre Vorteile einer Kündigungsschutzklage auf einen Blick:

  • Im Insolvenzverfahren muss eine Sozialauswahl durchgeführt werden, nicht jede Kündigung ist auch legitim
  • Ein Insolvenzverfahren ist per se kein gesetzlicher Kündigungsgrund -- auch der Insolvenzverwalter hat betriebliche Gründe vorzulegen, er ist hier in der Beweispflicht
  • Im Kündigungsschutzverfahren kann eine angemessene Abfindung erstritten werden
  • Ansprüche auf Überstundenvergütung sowie Urlaubsabgeltung oder auch ein inhaltlich verhandelbares Arbeitszeugnis können bei der Kündigungsschutzklage durchgesetzt werden

Kündigungen bei Air Berlin durch Betriebsübergang unwirksam!

Gemäß § 613 a BGB liegt bei Air Berlin ein Betriebsübergang vor. An die Veräußerung von Flugzeugen sind auch Start- und Landerechte gekoppelt, ebenso bleiben Mitarbeiter, die für den Fortbestand des Flugbetriebs nötig sind, weiter beschäftigt. Bei der Übernahme von Maschinen und Teilen der Belegschaft kann zumindest von einem Betriebsteilübergang sprechen!

Ausgesprochene Kündigungen bei Betriebsübergang sind damit unwirksam. Das Arbeitsverhältnis geht an den Betriebserwerber Lufthansa über, der nicht nur neuer Arbeitgeber auf dem Papier, sondern auch möglicher Anspruchsgegner im Kündigungsschutzverfahren ist.

Dringend gegen Ihre Kündigung vorgehen

Betroffene von den Entlassungen bei Ari Berlin können jetzt wirksam gegen Ihre Kündigung vorgehen. Eine Kündigungsschutzklage kann u.a. auf Wiedereinstellung oder Zahlung einer angemessenen Abfindung erhoben werden!

Aufgrund unserer exklusiven Kooperation mit einem Prozessfinanzierer ist es sogar möglich ohne Rechtsschutzversicherung gegen die Kündigung gerichtlich vorzugehen. Wir bieten eine erfolgsorientierte Lösung durch erfolgsabhängige Vergütung. Im Falle eines negativen Ausgangs Ihrer Kündigungsschutzklage trägt der Prozessfinanzierer vollständig alle Kosten des Verfahrens.