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Diesel-Abgasskandal: Wie VW seine Kunden auch 2 Jahre später noch an der Nase rumführt!

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Über zwei Jahre ist es nun her, dass der Diesel-Abgasskandal bei VW öffentlich geworden ist. Am 15.09.2015 kam ans Licht, dass der Volkswagen-Konzern den US-Behörden illegale Abschalteinrichtungen verschwiegen hatte, die bewirken, dass auf dem Prüfstand andere Abgaswerte entstanden, als auf der Straße.

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Zu diesem Zeitpunkt versprach VW noch eine umfassende Aufklärung der Manipulation, sowie die Wiedergutmachung sämtlicher Schäden. Bedenkt man, dass immer mehr Hersteller nun auch von der Abgasaffäre betroffen sind (Audi, Porsche und Skoda), klingt dies aus heutiger Schicht fast schon spöttisch. Vor allem dann, wenn man bedenkt, wie wenig Volkswagen bislang für deutsche geschädigte Kunden getan hat.

4 Punkte, die deutsche VW-Kunden auch heute noch sauer machen:

1. Kunden in den USA, die einen manipulierten VW besitzen, werden gänzlich anders entschädigt!

Pro Fahrzeug erhalten sie eine Pauschale von 5000 Euro. Wird es gewünscht, muss VW manipulierte Fahrzeuge sogar zurückkaufen. Der Rückruf in den USA umfasst zudem, eine 10-Jahres-Garantie und ab dem Jahr 2018 sogar den kostenlosen Austausch gewisser Verschleißteile. In Deutschland umfasst der Rückruf lediglich ein Softwareupdate und gar keine Garantie.

2. Die Behörden setzen VW-Kunden unter Druck!

Obwohl nach dem Einspielen des Updates bei einigen Motortypen auf langfristige Sicht Probleme entstehen, bleibt Kunden kaum eine andere Wahl als das Softwareupdate trotzdem installieren zu lassen. Tun sie dies nämlich nicht, droht ihnen die Löschung der Betriebserlaubnis durch das Kraftfahrtbundesamt, sowie die Verweigerung der TÜV-Plakette. Wollen Kunden dieses Risiko nicht eingehen, müssen die Langzeitschäden am Fahrzeug zwangsläufig in Kauf nehmen.

3. Der Wertverlust des Autos!

Betroffene Autofahrer sind in vielerlei Hinsicht im Endeffekt diejenigen, die blöd aus der Wäsche gucken. Denn durch den Diesel-Abgasskandal verliert ihr Auto an Wert. Experten zu Folge beläuft sich der Wertverlust bereits jetzt auf 10 bis 20 Prozent.

4. Auch andere Hersteller haben möglicherweise betrogen!

Was besonders ärgerlich ist: Nicht nur VW-Fahrzeuge scheinen manipulierte Abgaswerte aufzuweisen. Auch andere Hersteller weisen unterschiedliche Werte auf dem Prüfstand und der Straße auf. Beispielsweise schneiden Renault und Fiat im Test sehr schlecht ab. Inwiefern hier manipuliert wurde oder sich aber lediglich am Rande der Legalität bewegt wurde, ist noch unklar.

Eins steht jedoch im Hinblick auf diese vier Punkte fest: VW hat seine Versprechen gegenüber deutschen Kunden bisher keinesfalls erfüllt. Daher bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen diesbezüglich entwickeln.