BLOG

Prüfen Sie Ihren Darlehensvertrag der ING-DiBa auf Widerruf!

11/11/2015 20:32 CET | Aktualisiert 11/11/2016 11:12 CET
BernardaSv via Getty Images

Der Abschluss eines Darlehens bei privaten Kreditinstituten zählt zu den wichtigsten Perspektiven für Privathaushalte, neue finanzielle Spielräume zu erhalten.

Seit dem Jahr 2002 müssen Banken bei der Vermittlung von Darlehen ausführlich über das Widerrufsrecht für einen Rücktritt vom abgeschlossenen Vertrag informieren, seit 2010 gibt es sogar branchenweit eingeführte Muster-Widerrufsbelehrungen für eine größtmögliche Rechtssicherheit.

Durch inhaltliche oder formale Fehler einzelner Banken und Kreditinstitute bleiben verschiedene Darlehensverträge jedoch immer noch Jahre später durch einen Widerruf anfechtbar, im konkreten Fall Kreditverträge der ING-DiBa aus dem Jahr 2012.

Wer ist vom potenziellen Widerruf des Darlehensvertrags betroffen?

Nach gültiger Rechtsprechung (Az. 2-27 O 173/15) besteht das Widerrufsrecht für eine Reihe von Darlehensverträgen, die bei der ING-DiBa zwischen den Jahren 2002 und 2010 abgeschlossen wurden.

Nach diesem Zeitpunkt kam es zwar zur Einführung der Muster-Bedingungen, doch durch individuelle, fehlerhafte Anpassungen seitens der Bank kann auch die Widerrufsbelehrung eines Darlehensvertrags aus dem Februar 2012 fehlerhaft sein. Je nach Gestaltung der Dokumente liegen formale oder inhaltliche Fehler vor, die Sie auch noch im laufenden Jahre 2015 zu einem Widerruf befähigen.

Was genau sind die Fehler in den Widerrufsbelehrungen?

Jedes Kreditinstitut in Deutschland ist dazu angehalten, ausführlich und deutlich auf die Möglichkeiten des Widerrufs mit sämtlichen Konditionen hinzuweisen.

Die schriftliche Gestaltung der Widerrufsbelehrung spielt für die Verdeutlichung eine wesentliche Rolle, so müssen relevante Passagen im Druckbild z. B. durch größere Schrift oder Fettdruck hervorgehoben werden.

Bei den betreffenden Verträgen ist dies nicht erfolgt, hier unterscheidet sich die Widerrufsbelehrung nicht vom weiteren Vertragstext.

Je nach Belehrung wurde außerdem nur eine einseitige Form des sogenannten Rückgewährschuldverhältnisses dargestellt. Nach Formulierung der fehlerhaften Belehrung müsse bei erfolgtem Widerruf innerhalb von 30 Tagen die von der Bank bis zum entsprechenden Zeitpunkt geleistete Darlehenssumme an diese zurückgezahlt werden.

Dass dieses Rückgewährschuldverhältnis auch seitens des Kreditnehmers gilt, ist nicht explizit in der Widerrufsbelehrung zu finden, gehört jedoch als Tatsache nach gültigem Recht hier hinein.

Möglichkeit eines Widerrufs überprüfen lassen

Ob diese oder andere Mängel zu einem Widerruf befähigen, lässt sich vom einfachen Kreditkunden nicht einfach ermitteln. Selbst wenn der Verdacht auf einen der obigen Fehler besteht, ist das Durchsetzen des Rechtes und die Rückabwicklung des Vertrags kaum eigenständig möglich.

Wir bieten dazu den bestehenden Darlehensvertrag mit seiner Widerrufsbelehrung zu überprüfen. Hierbei zeigt sich nicht nur schnell, ob eine gute Aussicht auf Widerruf besteht. Vielmehr wissen Sie einen kompetenten Partner an Ihrer Seite, der Ihnen zu Ihrem Recht verhilft.

Die Zeit läuft: Widerruf bis zum Sommer 2016 geltend machen

Wenn Sie potenzielles Interesse an einer Überprüfung Ihres Darlehensvertrags haben, sollten Sie nicht mehr viele Monate verstreichen lassen. Der Gesetzgeber hat der Möglichkeit, Jahre und Jahrzehnte später einen Widerruf durch fehlerhafte Belehrungen auszusprechen, einen Riegel vorgeschoben.

Festgelegter Stichtag ist der 21. Juni 2016, bis zu diesem Datum müssen Sie Ihren Widerruf geltend gemacht haben.

Da ein erfolgreicher Widerruf bares Geld wert ist und nicht selten Immobilienverträge mit hohen Kreditsummen betrifft, sollten Sie zum Wohle Ihres Vermögens den Weg zum Anwalt unternehmen.

Lohnt der Widerruf in jedem Fall?

Sie sind weder zum Widerruf Ihres Darlehensvertrags verpflichtet, noch ist dieser pauschal ohne weitere Überlegungen in jeder Situation durchzuführen. Wenn Sie mit Ihren aktuellen Kreditkonditionen zufrieden sind und den betroffenen Kreditvertrag gerne wie vereinbart tilgen möchten, ist Ihnen dies unbenommen.

Im Falle zu hoher Zinsen und dem Wunsch nach einer Umschuldung empfehlen wir jedoch dringend, bestehende Darlehensverträge anwaltlich prüfen zu lassen.

Für aktuell zu tilgende oder vor wenigen Jahren gekündigte Verträge gilt gleichermaßen: Die Rückabwicklung nach einem erfolgreichen Widerruf bietet große finanzielle Vorteile, beispielsweise weil Sie nicht wie bei einer Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung leisten müssen.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite