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Betroffene des Sturmtiefs Xavier - Welche Schäden werden von der Versicherung übernommen?

09/10/2017 21:00 CEST | Aktualisiert 09/10/2017 21:00 CEST

Durch den Sturm „Xavier", welcher vor wenigen Tagen überwiegend in Nord- und Ostdeutschland gewüstet hat, sind schwere Schäden entstanden. Unter anderem wurden Häuser und Straßen beschädigt sowie zahlreiche Bahnstrecken gesperrt. Aufräum- und Reparaturarbeiten sind in vollem Gange. Was Geschädigte nun über Versicherungsfragen wissen müssen, steht im Folgenden!

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Sturmschäden an Haus und Auto - Wer kommt dafür auf?

Für Sturmschäden an Haus und Auto kommt die Teilkaskoversicherung auf. Diese sollten Sie als Geschädigter mit Fotos für einen Vorher-Nachher-Beweis oder auch Zeugenberichten dokumentieren und schnellstmöglich Ihrer Versicherung melden. Wichtig ist, die Sturmschäden nicht vor Rücksprache mit der Versicherung zu beseitigen, da sie zunächst ein eigenes Gutachten des Vorfalls erstellen muss. Zur Dokumentation von Schäden, die der Sturm am Auto hervorgerufen hat, muss die Polizei allerdings nicht gerufen werden.

In der Regel kommen auch die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung für Sturmschäden auf. Schäden, die am Haus durch umgefallene Bäume, durch abgedeckte Dächer oder Folgeschäden entstanden sind, werden von der Gebäudeversicherung übernommen. Die Hausratversicherung zahlt stattdessen für Schäden an allen beweglichen Sachen wie Möbeln, Kleidungsstücken oder Vorräten.

Für Schäden, die durch Überschwemmungen hervorgerufen wurden, tritt die Elementarschadenversicherung ein.

Sturmschäden auf Bahngleisen - Wozu ist die Deutsche Bahn verpflichtet?

Fallen sturmbedingt mehrere Züge ersatzlos aus, ist das Bahnunternehmen dazu verpflichtet, den betroffenen Fahrgästen den Ticketpreis zu erstatten. Dasselbe gilt bei Sparpreis-Tickets. Dabei sind bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag der Fahrkarte 19 Euro fällig. Nicht genutzte Zugtickets von Donnerstag (5. Oktober) können alternativ auch am Freitag genutzt werden.

Bei erheblichen Verspätungen der Züge muss die Deutsche Bahn einen Teil des Ticketpreises zurückzahlen. Ab 60 Minuten Verspätung sind 25 % und ab 120 Minuten 50 % des Fahrpreises zu erstatten. Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) geht hervor, dass das Gegenargument, das Unwetter sei eine höhere Gewalt gegen die die Deutsche Bahn nicht ankomme und somit nicht zahlen müsse, nicht greife.

Das Flugzeug kann nicht abheben - Was jetzt?

Wer im Flughafen bereits am Terminal steht und bestellen muss, dass der Flug gecancelt wurde, hat das Recht den Anspruch auf einen Ersatzflug geltend zu machen. Hebt das Flugzeug zwar ab, allerdings mit mehreren Stunden Verspätung, so haben Sie die Möglichkeit, vom Flug zurückzutreten und sich den Preis zurückzahlen zu lassen. Landet das Flugzeug mit mindestens drei Stunden Verspätung am Ankunftsort, können die Flugpassagiere eine Entschädigung einfordern.

Welche Pflichten habe ich als Geschädigter?

Als Betroffenen haben Sie im Schadensfall die Pflicht, die Versicherung unverzüglich zu benachrichtigen. Zudem haben Sie eine Schadenminderungspflicht, nach der Maßnahmen getroffen werden müssen, um den Schaden nicht ausweiten zu lassen. Dokumentieren Sie den Vorfall immer mit Fotos und stellen Sie eine Liste der beschädigten Gegenstände auf!

Wenn Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Sie erhalten eine kostenfreie telefonische Ersteinschätzung. Weitere Rechtswege finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

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