BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Markus Mingers Headshot

Aachener Bausparkasse kündigt Verträge: Sagen Sie der Kündigung den Kampf an!

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

„Störung der Geschäftsgrundlage" - so lautet der aktuelle Grund für zahlreiche Kündigungen der Aachener Bausparkasse. Wie Sie sich als Kunde gegen den dreisten Rauswurf aus ihrem Vertrag wehren können, haben wir für Sie zusammengefasst!

2017-10-25-1508916456-6132304-shutterstock_5776194821.jpg

Niedrinzinsphase bringt Aachener Bausparkasse in Notlage

Die weiterhin anhaltende Niedrigzinsphase macht es mittlerweile selbst großen Bausparkassen schwer Guthabenzinsen zu erwirtschaften. Einziger Ausweg: Die Kündigung sämtlicher Verträge - zum Nachteil der Kunden.

Kündigung der Verträge sind rechtswidrig!

Laut Gesetzgebung ist die Kündigung eines Bausparvertrages erst dann möglich, wenn 1. das Guthaben die Bausparsumme übersteigt und 2. kein Darlehen abgerufen wurde, obwohl der Vertrag nach zehn Jahren bereits das erste mal zuteilungsreif war.
Die Zinsen befinden sich aktuell in einem Rekordtief, was den Fortbestand alter Verträge immer schwieriger macht. Die Folge: Die Aachener Bausparkasse erfindet einen neuen Kündigungsgrund, um gut verzinste Altverträgen abzustoßen.
Folgender Grund wird im Kündigungsschreiben genannt: Störung der Geschäftsgrundlage gem. § 313 BGB zur Kündigung aus wichtigem Grund gem. § 314 BGB.

Das dreiste Spiel der Aachener Bausparkasse fand ihren Anfang in einem Tarifwechsel, der den Kunden nahegelegt wurde. Sie sollten ihre bestehenden Verträge mit einer Verzinsung von 2 Prozent gegen eine Verzinsung von 0,15 Prozent tauschen. Ein Bonus war bei Darlehensverzicht nicht vorgesehen.
Ein paar Wochen später erhielten Kunden dann ein Schreiben mit folgender Botschaft: Entweder Sie wechseln den Tarif innerhalb der nächsten 14 Tage oder die Aachener Bausparkasse behält sich vor, Altverträge zu kündigen. Bereits 6.000 Kunden erhielten in diesem Jahr die Kündigung ihres Bausparvertrags.
Aber: Die Kündigung ist rechtswidrig. Der Bundesgerichtshof stellte bereits fest, dass die Kündigung aufgrund einer Niedrigzinsphase nicht zulässig ist. Man müsse sich trotzdem an im Vertrag festgehaltene Pflichten und Garantien halten. Auch Entscheidungen der Oberlandesgerichte Celle, Stuttgart und Karlsruhe schlossen eine Kündigung aufgrund einer „Störung der Geschäftsgrundlage" aus.

Alleinstellungsmerkmal Kündigung

Obwohl auch sie vom Rekordtief der Zinsen betroffen sind, denken Bausparkassen wie die LBS West und die Wüstenrot nicht an die Kündigung von Altverträgen. In der Branche des Bausparens isoliert sich die Aachener Bausparkasse mit ihrem dreisten Vorgehen. Damit verspielt die Aachener Bausparkasse sich das Vertrauen ihrer Kunden, denn Bausparen bringt nur etwas, wenn ein verlässliches Fundament gegeben ist.

Rechtswidrige Kündigung: Was Betroffene jetzt tun sollten!

Haben auch Sie eine Kündigung aufgrund der Störung der Geschäftsgrundlage gem. § 313 BGB erhalten? Dann handeln Sie jetzt!
Da sich aus dem oben genannten Paragraph kein Kündigungsrecht ableiten lässt, sollten Sie so schnell es geht Widerspruch einlegen. Der Bausparvertrag bringt Pflichten mit sich und eine gebotene Vertragstreue, an die sich die Bausparkassen halten müssen. Die Unzumutbarkeit eines Fortbestandes der Altverträge muss durch die Bausparkassen nachvollziehbar dargelegt werden. Scheuen Sie sich daher nicht Ihren Vertrag von unseren Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen zu lassen!

Fall 1: Ein Abrechnung des Vertrages hat noch nicht stattgefunden.
Ihnen steht somit die Fortsetzung des gekündigten Vertrages zu.


Fall 2: Eine Abrechnung fand bereits statt und Ihr Guthaben wurde ausbezahlt.
Sie können Ihren rechtswidrig gekündigten Vertrag rückwirkend fortsetzen und auf eine nachträgliche Gutschrift der Zinsen bestehen.

Warten Sie nicht länger und wehren Sie sich gegen die Kündigung Ihres gut verzinsten Altvertrages. Wir kämpfen für Ihr gutes Recht!