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Wie ihr euch Ausreden ausredet

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TIMEOUT PARENTING
SIphotography via Getty Images
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Überlegt mal, was euch in den letzten Monaten so als Plan oder Idee durch den Kopf gegangen ist. Da waren sicher schöne Dinge dabei. Vielleicht wolltet ihr die alte Gitarre vom Speicher holen und den Beatles Song wieder üben. Oder ihr wollt endlich mal den netten Nachbarn zum Kaffee einladen? Oder mit dem Mountainbike den Herbstwald erleben? Und: Was davon habt ihr getan? Wahrscheinlich nicht alles. Oder sogar nichts davon?

Und warum?

Ihr habt für euch sicher gute, plausible Gründe gefunden, warum ihr noch nicht einmal einen Versuch gemacht habt. Und wenn ihr jetzt eure Gründe mal ganz genau betrachtet: In jedem steckt ein Quäntchen Wahrheit, aber waren die Hindernisse wirklich nicht aus dem Weg zu räumen? Lagen sie so unverrückbar zwischen euch und der Idee?

Beantwortet euch die Frage ganz ehrlich. Tut euch selbst einen Gefallen, wenn ihr eure internen Ausreden zumindest jetzt im Nachhinein entlarvt. Denn ihr werdet sehen: Wir alle haben unsere persönlichen Lieblings-Ausreden, die schon fast automatisch hochploppen, wenn wir uns einem neuen Vorhaben gegenüber sehen.

Wenn ihr sie erst einmal erkannt habt und sie sich das nächste Mal automatisch aufdrängen, könnt ihr sie sehenden Auges freundlich begrüßen, ohne ihnen sofort zu unterliegen - denn ihr habt sie ja nun als lahme Ausreden enttarnt.

Schreibt Eure Lieblingsausrede auf einen großen Zettel, streicht sie fett mit rotem Edding durch und hängt den Zettel dann an Euren Kühlschrank. Weg mit euch, Ausreden!

Der Ausreden-FlĂĽsterer

Ăśbrigens, alle Ausreden haben nur eine Funktion: Sie wollen uns Menschen mit Macht daran hindern, auf die Nase zu fallen, eine Niederlage zu erleben, zu scheitern. Da ist dieser Schweinehund in unserem Inneren, der uns abhalten will von allen negativen Erfahrungen. Er sieht bei jedem ein wenig anders aus, aber er hat immer dieselbe Vermeidungsstrategie.

Es ist gut, wenn ihr euren Schweinehund und seine Ausreden kennt, denn wenn ihr einen richtig groĂźen Schritt plant, wird er erst recht alle Ausreden ins Feld schicken, die ihm zur VerfĂĽgung stehen.

Ausreden einfach ausreden

Das könnt ihr gut bei Kindern beobachten, die Fahrrad fahren lernen wollen. Da gehören Stürze nämlich unvermeidlich mit dazu. Und das tut weh! Dafür lernt das Kind ab dem Zeitpunkt des Sturzes rasch.

Vielleicht fällt es noch ein paar Male hin. Dann jedoch fängt es zum ersten Mal den Sturz ab, der Lernfortschritt ist enorm. Und der Stolz ist grenzenlos. Die Kinderaugen strahlen!

Warum machen Kinder so etwas? Warum suchen die Kinder nicht gleich eine ganze Palette an Ausreden, warum sie nicht auf das Rad steigen können? Woher kommt diese Motivation, die über den Schmerz des Sturzes hinwegträgt? Es ist das Ziel: Ich will Fahrradfahren! Und „ich will" heißt für ein Kind: ICH WILL!

Wenn ihr also mit euch hadert, das Mountainbike aus dem Keller zu holen, etwas Neues zu wagen, schiebt die Ausreden beiseite, gebt eurem Schweinehund einen ordentlichen Tritt und sagt euch einfach: ICH WILL!

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