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Der Zombie in dir: Wie tot bist du?

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
ZOMBIES
Ian McDonnell via Getty Images
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"In einer Welt, in der man nur noch lebt,
damit man t├Ąglich roboten geht ..."

Erkennen Sie's? So steigt Campino von den Toten Hosen in den Megahit ÔÇ×Hier kommt Alex" ein. Und so sieht die Welt oft genug am Morgen um mich herum aus: Menschen, die sich in Z├╝ge und Stra├čenbahnen quetschen, um sich mit m├╝den Gesichtern zur Arbeit zu schleppen, ihre Pflicht zu tun, ihr Geld zu kassieren und wieder nach Hause zu gehen. Jeden Tag. Jedes Jahr. Bis die Rente sie aus ihrem Zombie-Dasein erl├Âst.

Zombie? Ja, richtig gelesen. Nichts anderes sind diese Menschen f├╝r mich. Noch nicht tot, nein, sie essen, gehen und reden ja. Aber lebendig sind sie auch nicht. Sie leben ihr Leben nicht. Sie warten nur ab. Warten auf das ÔÇ×Danach" - nach dem Feierabend, nach dem Freitag, nach dem letzten Tag im Job.

Und wenn Sie mal nachrechnen, wie viele Leute so durch Ihren Alltag gehen, dann wissen Sie, warum ich mich wie in Zombie Apocalypse f├╝hle. Ich pers├Ânlich m├Âchte ja arbeiten, solange ich irgend m├Âglich kann. Ich liebe meinen Job, er bereitet mir wahnsinnige Freude.
Aber: Was ist mit diesen Zombies um mich herum passiert?

Es ist noch niemand grundlos gestorben

Zwar gibt es gute Gr├╝nde, seinen Job nicht zu m├Âgen: Da ist der tyrannische Chef, die schlechte Stimmung im Team, der permanente Druck, die ├ťberlastung oder andersherum die Unterforderung und die daraus resultierende Langeweile. Das alles sind gute Gr├╝nde. Ich widerspreche keinem einzigen davon.

Aber die Schlussfolgerung, sie ich aus einer solchen Situation ziehen w├╝rde, die w├Ąre anders als die der Zombies. Ich w├╝rden mir nicht sagen: ÔÇ×Mist, da muss ich jetzt wohl durch. Sind ja nur noch zehn Jahre bis zur guten Rente." Sondern ich w├╝rde mir selbst in den Hintern treten: ÔÇ×Was, noch zehn Jahre diesen Mist hier mitmachen?! Das passt mir nicht. Ich will was ├Ąndern. Oder ich gehe gleich und fange neu an."

Ein Job ist kein Highway zur Rente

Ja, ich m├Âchte eine Revolution unter allen Arbeits-Untoten starten: Ein Job kann so viel mehr sein als eine reine Geldquelle! Er begleitet Sie ├╝ber Jahrzehnte Ihres Lebens, bestimmt, wie Sie sich entwickeln, was Sie lernen und welche F├Ąhigkeiten Sie perfektionieren. Er h├Ąlt Sie fit im Kopf und gibt Ihnen eine Aufgabe. Und daraus beziehen Sie wiederum einen gro├čen Teil Ihres Selbstwerts.

Wenn Menschen ihren Job nun aber nur noch automatisch machen und ohne wirklich dahinterzustehen, dann verlieren die Menschen all diese positiven Aspekte. Statt spannender Herausforderungen bietet der Job dann nur noch die immerselbe graue Monotoniesuppe und holt einen Teil der H├Âlle auf die Erde. Klar, dass da nur noch das Ende des Highways, die Rente, verlockend aussieht und die Menschen sich m├╝hsam durch die Tage bis dahin weiterschleppen.

Solche rentenfixierten Zombies tun mir leid - f├╝r sie selbst und f├╝r ihr Umfeld, das ja mitleiden muss! Denn, ohne jetzt schwarzmalerisch klingen zu wollen, wer wei├č denn schon so genau, ob es ein ÔÇ×nach dem Job" gibt? Und selbst wenn, habe ich die Bef├╝rchtung, dass diese Menschen auch in der Rente nicht zu lebensgenie├čenden Energiebestien transformieren werden.

Sorry, Ferrari!

Klar k├Ânnen Sie sich 40 Jahre lang zu einem Schei├čjob schleppen, der Sie nicht erf├╝llt, sich jeden Montag ins B├╝ro qu├Ąlen, Ihre mieslaunigen Gef├╝hle stoisch ertragen.

Aber was, wenn Sie dann eine der Geschichten werden, die sicher auch in Ihrem Bekanntenkreis herumspuken? Diese Geschichten, die Leute im Fl├╝sterton hinter vorgehaltener Hand und mit entsetzt geweiteten Augen erz├Ąhlen und die immer gleich enden: ÔÇ×Gott, das ist ja schrecklich. Schrecklich!" Es sind die Geschichten von denen, die krank geworden sind, bevor sie ins Rentenalter kamen - ÔÇ×Nein, tut mir leid, Schatz, dieser lange geplante Fallschirmsprung ist wirklich nicht drin mit meinem armen Herz."

Die ein k├Ârperliches Gebrechen entwickelten und nicht mehr gut laufen konnten - ÔÇ×Adieu, Jakobsweg zum 60. Geburtstag. Nach Santiago kann ich h├Âchstens fliegen." Deren Augen schneller als erwartet schlechter wurden - ÔÇ×Sorry, Ferrari, aus unseren Spritztouren wird wohl nichts."

Ich will Ihnen hier keine Angst machen. Ich m├Âchte Sie nur erinnern: Die beste Zeit, Ihren Traum zu leben, ist immer jetzt. Jetzt haben Sie die Chance, ihn umzusetzen, ihn auszubauen oder ihn ├╝berhaupt erst zu finden.

The Walking Dead - nix da!

Wenn Ihr aktueller Job Sie nicht erf├╝llt, dann warten Sie bitte, bitte nicht auf ein besseres Danach. Sorgen Sie lieber daf├╝r, dass Ihre vermaledeiten Montage wieder zu einer spannenden Herausforderung werden. Dazu brauchen Sie nicht einmal sofort einen nagelneuen Job suchen. Bilden Sie sich fort. Bewerben Sie sich intern auf eine andere Position. Oder erweitern bzw. ver├Ąndern Sie im Gespr├Ąch mit Ihrem Chef Ihr Aufgabenfeld, um frischen Wind in Ihre Arbeit zu bringen.

Auch kleine Ver├Ąnderungen am ├╝blichen Trott k├Ânnen Sie aufwecken und ins Leben zur├╝ckholen - und dem Zombie, dem wandelnden Toten in Ihnen schlie├člich den Garaus machen.
Wenn Sie diesen Schritt erst geschafft haben, k├Ânnen Sie sogar zum Zombie-Killer werden! Bearbeiten Sie einen Zombie-Kollegen und erwecken Sie ihn wieder zum Leben! Nur lassen Sie sich blo├č nicht erneut von seinem Zombie-Virus infizieren ...

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