Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Mark T. Fliegauf Headshot

Sozial ist das neue Digital

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DIGITAL
kai zhang via Getty Images
Drucken

Während wir uns noch mit den Herausforderungen der Digitalisierung beschäftigen, steht uns bereits die nächste Revolution ins Haus: Denn Sozial ist das neue Digital.

Hemd, Auto, Bildung - alles wird digital. Doch während wir uns noch Gedanken machen, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge unser Leben umwälzen, steht uns bereits die nächste Revolution ins Haus: Denn Sozial ist das neue Digital.

In den nächsten zwanzig Jahren wird sich die Social Economy zu einer immer stärkeren und zunehmend zentralen Triebkraft entwickeln. Der amerikanische Ökonom und Vordenker Jeremy Rifkin prophezeit sogar, dass sie „das dominante wirtschaftliche Paradigma des einundzwanzigsten Jahrhunderts" darstellen wird - zumindest in den saturierten Märkten in Europe und Nordamerika.

Soziales Unternehmertum

Soziales Unternehmertum bildet dabei die eine Säule der neuen Wirtschaftsordnung. Hier hat sich Großbritannien über die letzten 10 bis 15 Jahre eine Vorreiterstellung erarbeitet, indem gezielt eine Infrastruktur für Unternehmungen geschaffen wurde, die beides wollen: soziale oder ökologische Wirkung erzielen und damit nachhaltig Geld verdienen.

Gut 70.000 solcher Sozialunternehmen gibt es im Vereinigten Königreich bereits. Zusammen steuern sie über 30 Milliarden Euro pro Jahr zum Bruttosozialprodukt bei - Tendenz steigend. Und auch hierzulande etablieren sich Unternehmen, die "Gutes tun" als Geschäftsmodell entdeckt haben.

So wie beispielsweise auticon, das Menschen im Autismus-Spektrum als IT-Consultants beschäftigt oder Mobisol, ein Berliner Unternehmen, das Elektrizität in die entlegensten Wohngegenden in Ostafrika bringt.*

Sharing is Caring

Derweil bildet Teilhabe die zweite Säule der Social Economy. Teilhabe an und zu Gütern, die wir nicht mehr besitzen (müssen), sondern jederzeit nutzen können: Hollywoodfilme via Netflix oder iTunes ebenso wie Autos (via DriveNow) oder gar Wohnungen (via Airbnb).

Sharing is caring. Und so wechsle ich, wie nicht wenige Berliner, mittlerweile beinahe täglich zwischen Fahrrad, Auto, Bus, Bahn und - zumindest von März bis September - Elektroroller. Ohne auch nur einen einzigen meiner fahrbaren Untersätze mein Eigen nennen zu können.

Doing Good Is Good Business

Gutes zu tun ist ein zunehmend profitables Geschäftsmodell. Auch für „traditionelle" Unternehmen, wie Harvard-Professorin Rosabeth Moss Kanter argumentiert. Demnach vereinen die Vorzeigeunternehmen von morgen gesellschaftliche und kommerzielle Ziele und erhöhen so ihr Innovationspotenzial, ihr Wachstum und nicht zuletzt ihren Profit.

Und der (Management-)Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi fügt an: „[V]iele erfolgreiche Vorstände verstehen, dass ‚gutes Wirtschaften' mehr bedeutet als nur Geld zu verdienen." Das ist nicht nur gut fürs Gewissen, sondern auch fürs Ebit.

* Anmerkung: On Purpose Berlin arbeitet derzeit mit Mobisol zusammen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.