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So erkennt ihr, ob euer Chef ein Psychopath ist

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
CHEF PSYCHOPATH
Gettystock
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Tats├Ąchlich scheint der Anteil der Psychopathen unter den F├╝hrungskr├Ąften besonders gro├č zu sein. In der Gesamtbev├Âlkerung ist etwa jeder zweihundertste Mensch psychopathisch, in den F├╝hrungsebenen liegt der Anteil drei- bis viermal h├Âher. Mit der Hierarchieebene steigt auch der Anteil der psychopathischen Chefs. In der Fachliteratur wird stets vor Psychopathen gewarnt, und es wird geraten, ihnen aus dem Weg zu gehen. Aber das ist nicht immer m├Âglich. Was soll man tun, wenn der eigene Chef psychopathische Z├╝ge aufweist?

Sicher ist: Normale Menschen k├Ânnen sich kaum vorstellen, wie die Innenwelt eines Psychopathen aussieht. Sein Denken und F├╝hlen besitzt eine fremde Qualit├Ąt. Je weniger wir aber verstehen, was in einem Psychopathen vorgeht, desto mehr sind wir ihm ausgeliefert. Wir k├Ânnen sein Handeln weder nachvollziehen noch voraussehen. Damit besitzen wir keinerlei Einflussm├Âglichkeit. Wer gezwungen ist, mit einem psychopathischen Vorgesetzten zu arbeiten, braucht deshalb ein ausreichendes Verst├Ąndnis dieser Eigenart.

Was ist ein Psychopath?

Man geht heute davon aus, dass die Entstehung der Psychopathie auf biologische Komponenten zur├╝ckzuf├╝hren ist. Die Gene spielen m├Âglicherweise eine Rolle, oftmals auch fr├╝he und anhaltende Traumatisierungen. Die Betreffenden werden oft schon w├Ąhrend der Kindheit auff├Ąllig. Es gibt eine Reihe von Merkmalen, durch die Psychopathen sich auszeichnen:

  • Sie sind gef├╝hlskalt. Sie k├Ânnen ihre Empfindungen nur schwach wahrnehmen und es f├Ąllt ihnen schwer, Gef├╝hle zu differenzieren. Das hat vielf├Ąltige Folgen: So sind sie u.a. vergleichsweise angstfrei, was zu einer hohen Risikobereitschaft f├╝hrt. Auch Schuldgef├╝hle sind ihnen fremd. Sie werden nicht von einem schlechten Gewissen gequ├Ąlt. Da sie ihre eigenen Gef├╝hle nicht deutlich sp├╝ren, k├Ânnen sie kein Mitgef├╝hl aufbringen. Sie sind unf├Ąhig zur Einf├╝hlung in andere. Deswegen nehmen sie ohne weiteres das Leid anderer in Kauf, wenn sie ihre Ziele verfolgen. Es geht ihnen meist nicht darum, anderen aktiv zu schaden, sondern sie empfinden vielmehr Gleichg├╝ltigkeit angesichts fremder Gef├╝hle.
  • Psychopathen haben ein starkes Bed├╝rfnis nach Macht und Kontrolle. F├╝hrungspositionen kommen ihrem Dominanzstreben sehr entgegen.
  • Sie verhalten sich h├Ąufig impulsiv. Dann setzen sie sich beispielsweise kurzerhand ├╝ber Regeln hinweg. Diese Eigenschaft macht sie unberechenbar.
  • Dreiviertel aller Psychopathen sind zugleich Narzissten, d. h. sie halten sich f├╝r ├╝berlegen und glauben, wertvoller als andere zu sein. Sie nehmen sich ├╝bertrieben gro├čartig wahr und vermitteln dieses Bild auch nach au├čen. Sie brauchen die Aufmerksamkeit und Bewunderung ihrer Umgebung. Darum k├Ânnen sie nicht gut mit Kritik umgehen, reagieren oft sehr aggressiv, wenn sie sich in Frage gestellt sehen. Wenn sie ihren Kritiker bek├Ąmpfen, dann geschieht das oft ohne jeden Skrupel. Das macht sie zus├Ątzlich gef├Ąhrlich.

Die wenigsten Psychopathen begehen Gewaltverbrechen und werden zu Massenm├Ârdern, wie in zahlreichen Krimis. Die meisten von ihnen leben vielmehr unauff├Ąllig unter uns. Sie bleiben ihr Leben lang unentdeckt und k├Ânnen sich geschickt tarnen.

Wer glaubt, in seinem Vorgesetzten einen Psychopathen vor sich zu haben, sollte die betreffende Person zun├Ąchst genau beobachten. Eine einzelne auff├Ąllige Episode, wie beispielsweise eine grobe R├╝cksichtslosigkeit, kann auch andere Ursachen haben.

Umgang mit dem Psychopathen

Wenn man sich die typischen Merkmale der Psychopathie vor Augen f├╝hrt, lassen sich vollkommen logisch Verhaltensempfehlungen daraus ableiten:

  • Da der Psychopath nur wenig f├╝hlen kann, ist es beispielsweise sinnlos, an seine Gef├╝hle zu appellieren. Man darf keine seelische Unterst├╝tzung von ihm erwarten, keine R├╝cksichtnahme, kein Verst├Ąndnis, keine F├╝rsorge, keine Entschuldigung. Diese Dinge kann der Psychopath einfach nicht geben. Sie ihm abzuverlangen, ist ├Ąhnlich sinnlos wie die Erwartung, Eier von einer Kuh zu erhalten.
  • Da der Psychopath Machtstreben und Skrupellosigkeit in sich vereinigt, ist es sehr riskant, ihm offen entgegenzutreten. Bei einem psychopathischen Gegner sollte man zumindest auf alles gefasst sein und sich entsprechend wappnen.
  • Misstrauen ist jederzeit angebracht. Es w├Ąre naiv, einem psychopathischen Vorgesetzten Vertrauen entgegen zu bringen.
  • Die Impulsivit├Ąt und Unberechenbarkeit des Psychopathen lassen es geboten erscheinen, sich ihm zu entziehen, wann immer das m├Âglich ist. Mit Psychopathen pflegt man keinen engen Kontakt, sondern h├Ąlt so viel Abstand wie m├Âglich.
  • Seine narzisstische Veranlagung macht es dem Psychopathen unm├Âglich, Kritik anzunehmen und konstruktiv zu nutzen. Er wird vielmehr den Kritiker bek├Ąmpfen. Deshalb empfiehlt sich ein Umweg: Statt den psychopathischen Chef mit seinem Fehlverhalten zu konfrontieren, sollte man ihm das erw├╝nschte Verhalten schmackhaft machen und ihm den Vorteil vor Augen f├╝hren, den das Alternativverhalten f├╝r ihn selbst hat. Da er stets auf seinen Vorteil bedacht ist, hat man auf diese Weise die bestm├Âgliche Chance, ihn zu einer Verhaltens├Ąnderung zu bewegen.

Nat├╝rlich bleibt die Situation trotz all dieser Ma├čnahmen unbefriedigend. Aber so hat man immerhin die M├Âglichkeit, das Beste daraus zu machen und die Zeit mit dem psychopathischen Chef unbeschadet zu ├╝berstehen.

Zum Schluss sei noch folgendes angemerkt:

Erstens gibt es nat├╝rlich nicht nur M├Ąnner unter den Psychopathen. Sie bilden zwar die Mehrheit, aber es k├Ânnen durchaus auch psychopathische Frauen auf Chefsesseln sitzen.
Zweitens k├Ânnen Psychopathen zwar wegen ihrer Gef├╝hlsk├Ąlte, Risikofreude etc. sehr gef├Ąhrlich werden. Aber es gibt durchaus Situationen, in denen gerade diese Eigenschaften von Vorteil sind. Psychopathen k├Ânnen ihre Neigungen zuweilen effektiv zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen, z. B. im Katastrophenschutz.

Da sie weniger gef├╝hlsgesteuert sind als andere Menschen, k├Ânnen sie sich besser auf logische und strategische Aspekte konzentrieren. Das kann in manchen Situationen durchaus angemessen sein. Man nimmt sogar an, dass psychopathische F├╝hrungspers├Ânlichkeiten in der Evolution einst einen ├ťberlebensvorteil f├╝r ihre Gruppe darstellten. Ihre R├╝cksichtslosigkeit und Angstfreiheit konnte der Gruppe in manchen Situationen sehr n├╝tzlich sein. Vielleicht sollten wir uns einmal Gedanken dar├╝ber machen, was es ├╝ber unser System aussagt, wenn psychopathische Eigenschaften im wirtschaftlichen Alltag so offensichtlich von Vorteil sind.

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