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10 Gründe, warum Menschen mit Depressionen anders lieben

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DEPRESSIONEN LIEBE
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Der Satz "Niemand kann dich lieben, wenn du dich nicht selbst liebst" lässt Menschen, die an Depressionen leiden oder gelitten haben, zusammenzucken.

Für uns ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Das Perfide an Depressionen ist, dass die Krankheit dich gegen dich selbst aufbringt, sie treibt den Selbsthass auf ein ganz neues Level und macht es nahezu unmöglich, dich selbst zu lieben.

Was Depressionen betrifft, so brauchst du jemanden, der dich liebt und dich unterstützt, damit du dich selbst wieder lieben und leben kannst. Das ist OK, denn manchmal müssen wir alle uns eingestehen, dass wir diese Reise nicht alleine antreten können.

Depressive gehen anders mit Liebe um

Was jedoch nicht genug Beachtung findet, ist der lange Prozess, sich selbst und auch andere lieben zu können.

Menschen mit Depressionen neigen dazu, Dinge anders zu lieben, sie erlernen die Liebe und das Glück noch einmal neu. Ich glaube, um Depressionen besser bekämpfen zu können, ist es wichtig, die Art und Weise wie wir lieben zu verstehen:

1. Die Liebe, die wir anderen entgegenbringen, wird zu einer Stütze.

Verliebt man sich in uns, so werden wir uns langsam auch in euch verlieben. Aber unsere Liebe ist eine Art Stütze. Ob es nun die Liebe zu einem Freund, einem Familienmitglied oder einem Verbündeten ist, Menschen mit Depressionen drücken ihre Liebe dadurch aus, in dem sie sich oft per Telefon oder SMS melden oder stetig die Nähe suchen. Wir müssen uns mit anderen Menschen umgeben, um uns von unseren negativen Gedanken abzulenken.

2. Unsere Zuneigung steigt.

Menschen mit Depressionen zeigen häufig eine große Zuneigung zu den Menschen, die für sie da waren. Umarmungen und Küsse zeigen, dass wir auf dem Weg der Besserung sind. Es mag ein langer Weg sein, aber wir werden unser Ziel erreichen.

3. Wir legen uns ein kreatives Hobby zu.

Es ist nichts Neues, dass man sich durch Kreativität großartig ausdrücken kann. Menschen mit Depressionen lernen, das Leben zu lieben, indem sie sich durch Kunst, Musik, Schreiben oder auch Stricken ausdrücken. Es hilft, die dunklen Ecken aus unseren Köpfen zu verbannen.

4. Wir wollen einen Mehrwert in unserer Arbeit sehen.

Selbstmordgedanken kennen Menschen, die an Depressionen leiden, nur allzu gut. Die Depressionen rauben uns den Sinn einer Bestimmung, eines Zwecks. Schnell fühlen wir uns bedeutungslos und als wären wir eine Last für die Menschen um uns herum. Oft suchen wir erfolglos nach einem Sinn in unserer Arbeit, sei es nun im Vertrieb, in einem Bürojob oder als Angestellter in einem Supermarkt. Wir tun alles, um einen Sinn in unserem Tun zu finden.

5. Wir werden sehr empfindsam, was Musik und Filme betrifft.

Menschen mit Depressionen neigen dazu, ihr Interesse für Lieder und Filme zu verlieren, da sie in uns keine Emotionen mehr hervorrufen. Wenn wir aber lernen, diese Dinge wieder zu lieben, dann werden wir diesbezüglich hochempfindsam. Lieder mit einer sanften Melodie oder Filme mit emotionalen Szenen lassen bei uns schnell die Tränen kommen.

6. Wir heulen uns hemmungslos an eurer Schulter aus.

Auch wenn wir lernen, wieder zu lieben, erleiden Menschen mit Depressionen hin und wieder einen emotionalen Zusammenbruch. Manchmal ist es so schwer, zu lieben, dass wir eine Schulter zum Ausweinen brauchen.

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7. Wir bemühen uns, einen Sinn im Leben zu sehen.

Ich persönlich glaube, dass wir alle einen besonderen Sinn und Zweck im Leben haben, und Menschen mit Depressionen suchen besonders intensiv danach. Genauso wie mit unserer täglichen Arbeit suchen wir hier eine Bestimmung. Wie hinterlassen wir unsere Fußspuren in der Welt, so dass wir mit unseren Herzen die Liebe für das Leben und das Sein spüren können.

8. Wir sehen eine tiefe Bedeutung in kleinen Dingen.

Eine Bedeutung in den kleinen Freuden des Lebens zu sehen, etwa einem Burger-Essen mit Freunden oder einem Besuch in der Bibliothek, kann uns dabei helfen, das Leben mehr zu genießen. Wir tun es, weil...

9. Wir versuchen, so produktiv wie nur möglich zu sein.

Eine Sache, die an Depressionen wirklich nervt, ist, dass sie dich ans Bett fesseln. Schlimmer wird es noch, wenn sich Familienmitglieder dann Sorgen machen. Wir bringen anderen Menschen Liebe entgegen, indem wir so produktiv sind, wie es uns die Depressionen ermöglichen. Dazu gehört: das Geschirr abwaschen, backen, putzen (sogar das Badezimmer, egal wie ekelig es ist).

10. Manchmal ersuchen wir, spontan zu sein.

Menschen, die an Depressionen leiden, sind manchmal wagemutig. Wir fahren mit den abenteuerlichsten Achterbahnen oder fahren Go-Cart-Rennen, nur um den Adrenalinrausch zu spüren, der uns für einen Moment glauben lässt, dass wir leben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf puckermob.com und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)