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Super Mario und das achte Weltwunder

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MARIO DRAGHI
dpa
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Albert Einstein bezeichnete den Zinseszins-Effekt als das achte Weltwunder. Weil man damit reich werden kann. Doch durch Mario Draghi, auch Super-Mario genannt, wird das immer schwieriger.

Warren Buffet hat einmal gesagt, dass er unglaubliches Glück hatte. Und zwar, weil er in den USA der 1930er Jahre geboren wurde und es ein Wunder namens Zinseszins-Effekt gibt. Ohne dieses Wunder wäre Warren Buffet heute nicht so reich wie er ist. Sein Geheimnis: Er ließ sein Geld immer für sich arbeiten.

Albert Einstein prägte das achte Weltwunder indem er sagte: „Der Zinseszins-Effekt ist das achte Weltwunder. Wer es versteht, verdient daran. Wer es nicht versteht, bezahlt dafür." Er meinte damit: Wer den Zinseszins-Effekt für sich nutzt, verdient sich eine goldene Nase. Wer aber Schulden aufnimmt, der bezahlt durch den Zinseszins-Effekt eine riesige Menge Geld.

Was ist denn der Zinseszins-Effekt jetzt überhaupt?

Zinsen bekommst du, wenn du Geld verleihst. Du verzichtest auf den Konsum des Geldes und bekommst dafür eine kleine Zahlung von demjenigen, dem du dein Geld leihst. Meistens gibst du ja der Bank dein Geld und die arbeitet dann damit. Dafür bekommst du Zinsen.

Hier mal ein kleines Beispiel:
Du hast 1000 Euro auf dem Konto und bekommst dafür 5 Prozent Zinsen. In einem Jahr besitzt du 1050 Euro. Die Bank zahlte dir 50 Euro. Jetzt hast du die Wahl: Entweder du konsumierst die 50 Euro Gewinn und hast dann weiterhin 1000 Euro auf dem Konto oder du verzichtest auf den Konsum und lässt 1050 Euro drauf. Wenn du 1050 Euro erneut zu 5 Prozent Zinsen verleihst, bekommst du im nächsten Jahr schon 525 Euro. Weil du ja mehr Geld verliehen hast.

Die unglaubliche Kraft des Zinseszins

Und so funktioniert der Zinseszins-Effekt. Du lässt das gewonnene Geld direkt wieder für dich arbeiten. Wenn du das 20 Jahre lang mit den 1000 Euro machst, hast du am Ende 2530 Euro. Wenn du jedes Jahr nur die 1000 Euro verleihst und die 50 Euro Gewinn verbrauchst, hast du nach 20 Jahren 1950 Euro aus deinen 1000 gemacht. Ist zwar auch nicht schlecht, aber deutlich weniger.

Je länger du dein Geld für dich arbeiten lässt, desto mehr hast du davon. Deswegen ist es gerade für junge Leute ratsam, ein bisschen Geld anzulegen. Mit wenig Aufwand bekommt man dann sehr hohe Gewinne. Nach vierzig Jahren sieht der Unterschied so aus: Mit Zinseszins-Effekt besitzt du 6705 Euro. Ohne „nur" 2950 Euro. Einziger Nachteil: Beim Zinseszins-Effekt musst du auf den Konsum des Geldes verzichten. Dafür hast du später mehr. Wer also eine vernünftige Rente bekommen will, sollte ein bisschen was selber ansparen.

Und was ist jetzt mit Super-Mario?

So, jetzt hat Super-Mario (Mario Draghi) die Zinsen aber dermaßen in den Keller getrieben, dass das heute nicht mehr so einfach geht. Mario Draghi ist Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und pumpt ganz viel Geld in den Markt, damit die europäische Wirtschaft angekurbelt wird. Dadurch bekommen wir fast gar keine Zinsen mehr. Die Börsianer nennen ihn Super-Mario, da er die Börsen so hochgetrieben hat.

Aber den Zinseszins-Effekt können wir auch anders erreichen. Nämlich mit Aktien und Dividenden. Dividende nennt man den Betrag, den ein Unternehmen an seine Aktionäre zahlt. Die Dividende stammt aus dem Gewinn des Unternehmens. Im Durchschnitt bewegt sich die Dividendenrendite bei den DAX-Konzernen bei etwa 3 Prozent. Es gibt auch mehr oder weniger. Diese Dividende sollte man am besten dafür benutzen, um weitere Aktien zu kaufen. Dann erhält man auch den Zinseszins-Effekt.

Wenn du noch mehr zur Dividende und zu Aktien lesen möchtest, besuche meinen Blog www.kleingeldhelden.com . Ich zeige dir auch, wie du überhaupt erst mal Geld sparst.

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