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Win-Win-Modell revolutioniert die Gebührenpolitik der Banken

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Von SPIROS MARGARIS - THE BRAVE STEP

Verliert der Kunde Geld, dann erlässt ihm seine Bank einen Teil der Gebühren. Das spornt die Berater an und gibt dem Kunden ein gutes Gefühl.

Schon viele Banker und Vermögensberater mussten sich von ihren Kunden sagen lassen: „Und wenn ich mit Ihrer Anlageempfehlung Geld verliere, dann decken Sie meine Verluste aber auch nicht!".

Obwohl diese Aussage der Kunden wohl wahr ist, kann man mit dem neuen innovativen Win-Win-Gebührenmodell eine ausgeglichene Situation für Banker und Kunden schaffen, die die negative Rendite einer Anlageempfehlung reduziert.

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Die Banken bieten den Anlegern schon lange an, sich mit den sogenannten Kapitalschutzzertifikaten (strukturierte Produkte) ihr Anfangskapital bis Laufzeitende zu 100 Prozent schützen zu lassen. Je grösser der Wunsch des Kunden nach einem hohen prozentualen Kapitalschutz, umso tiefer wird jedoch die potenzielle Rendite ausfallen.

Aber auch mit diesen Kapitalschutzzertifikaten muss man mit gewissen Verlusten rechnen, insbesondere, wenn die Finanzmärkte korrigieren, da die zum Teil substantiellen Kaufkosten nicht rückvergütet werden.

Das Win-Win-Gebührenmodell (Win-Win Fee Model) geht einen anderen Weg.

Einen, der für den Kunden Sinn macht, verständlich ist und eine ausgeglichene Win-Win-Situation für Bank und Kunden schafft.

Es handelt sich hierbei nicht um ein Zertifikat, sondern um ein innovatives, vereinfachtes und intuitives Gebührenmodell.

Mit anderen Worten, das neue Modell ist eine Generalüberholung der Gebührenmodell-Politik der Banken. Die Gebühren der Anlageempfehlungen der Bank werden substanziell reduziert, falls diese innerhalb einer Laufzeit von 3 bis 5 Jahren eine negative Rendite aufweisen.

Das neue Modell nimmt einen mittelfristigen Anlagehorizont von 3 bis 5 Jahren an, da die Kunden generell die Anlageempfehlungen ihres Beraters nach spätestens fünf Jahren negativer Rendite überdenken sollten. Zudem ist dies ein Zeitrahmen, der für die meisten Kunden überschaubar ist.

Damit der Kunde vom Win-Win-Gebührenmodell profitieren kann, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein.

Der Kunde, der sich für dieses Modell entscheidet, muss am Stichtag des dritten, vierten oder fünften Jahres aus der Anlageempfehlung der Bank aussteigen. Er muss sich zwar nicht für eine Laufzeit verpflichten, muss aber mindestens drei Jahre in der Anlageempfehlung investiert bleiben um vom Modell profitieren zu können. Die Anlageempfehlung ihrerseits muss eine negative Rendite am Stichtag der jeweiligen Laufzeit aufweisen.

Das Win-Win-Gebührenmodell ist einfach aufgebaut

Falls die Bankempfehlung nach drei Jahren eine negative Rendite aufweist, muss die Bank dem Kunden 30 Prozent der verrechneten Gebühren rückvergüten. Bei einer Laufzeit des Modells von vier Jahren sind es 40 Prozent und bei fünf Jahren 50 Prozent der Gebühren, die rückvergütet werden bei negativer Rendite.

Die Bank muss von Anfang an 50 Prozent der Gebühren auf einem Sperrkonto zurückbehalten, darf aber die Zinserträge für sich behalten.

Selbstverständlich müssen die Gebühren (Ausgabe-, Vertriebs-, Verwaltungsgebühren, etc.), welche dem Kunden zum Teil rückvergütet werden, im Vorfeld genau definiert werden.

Der Marktwettbewerb zwischen den Banken wird auf eine natürliche Art diejenigen Gebühren definieren, welche im Modell berücksichtigt und vor allem vom Kunden erwünscht werden.

Die Bank kann auf Kundenwunsch hin die Komponente der negativen Rendite durch eine Mindestrendite oder Performance Hürde ersetzen. Das Win-Win-Gebührenmodell Prinzip hat viele Variationsmöglichkeiten.

Mit dem Win-Win-Gebührenmodell profitieren alle.

Das Modell führt automatisch zu einer Steigerung der Empfehlungsqualität der Produkte, was für Banken und Kunden einen klaren Mehrwert darstellt.

Der Kunde ist sich sicherer, dass die Bank bemüht sein wird, mit ihren Empfehlungen eine positive Rendite zu erwirtschaften. Zwar kann die allfällige Teilrückvergütung der Gebühren mögliche Verluste einer Anlageempfehlung nicht ersetzen, stellt aber einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar. Die Banken bieten bis jetzt nichts Vergleichbares an.

Die Teilrückvergütung der Gebühren kann die Rendite des Kundendepots massiv steigern und auch das Vermarktungspotenzial der Bankberatungs-Expertise erhöhen.

Auch die Bank profitiert vom neuen Modell. Sie kann damit neue Kunden gewinnen und diese vermehrt von ihren Anlageempfehlungen überzeugen. Sie setzt so neue und innovative Impulse, die sie von der Konkurrenz differenzieren, dem Kunden einen klaren Mehrwert bringen und Kundennähe schaffen.

Zudem muss sich die Bank nicht mehr von den Kunden sagen lassen, dass sie bei allfälligen Verlusten nicht mit dem Kunden mitleidet.

Die Bank hat damit die Chance, ihre Identität zu stärken und ihr Image aufzuwerten. Das Potential, sich als Leader des neuen und innovativen Win-Win-Marktsegments zu etablieren ist gross, der Rest ist dann für die nachfolgenden Wettbewerber nur Geschichte. Man denke nur an die Erfolgsgeschichte der iShares ETFs von BlackRock, um das Potential des Win-Win-Gebührenmodells zu erahnen.

Wie schon Warren Buffett (1930), amerikanischer Investor und Gründer des Unternehmens Berkshire Hathaway sagte:

„Price is what you pay. Value is what you get."

Im englischen Magazin THE BRAVE STEP Win-Win Fee Model finden Sie weitere Informationen und einen Abschnitt mit Fragen und Antworten zur weiteren Vertiefung.