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Feminismus: Networking für Gleichberechtigung

09/09/2015 12:07 CEST | Aktualisiert 09/09/2016 11:12 CEST
Steve Granitz

Einige der größten Stars der Popkultur sind Feministinnen.

Beyoncé lässt es uns unter anderem in ihren Liedtexten hören. Lena Dunham wird mitunter als „Feministin unseres Vertrauens" bezeichnet. Miley Cyrus sagt in einem Interview, dass Frauen vor nichts Angst haben müssten und bezeichnet sich gleichzeitig als "größte Feministin", weil sie eben das verkörpere.

Dennoch hat Feminismus heute nicht unbedingt das beste Image. Einige Frauen und Männer lehnen ihn ab mit der Begründung, dass wir Chancengleichheit bereits umgesetzt hätten. Dass dem nicht so ist, zeigen zahlreiche Studien und erleben viele Frauen gerade im beruflichen Alltag.

Umso erfreulicher ist es, wenn das Konzept der Gleichstellung in der Popkultur ankommt. Und man zum Beispiel Sprüche wie den unten abgebildeten auf einem T-Shirt bei H&M entdeckt.

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Doch den Feminismus auf ein T-Shirt zu drucken ist leichter, als ihn im alltäglichen Leben umzusetzen. So machen Frauen zwar die Hälfte der Bevölkerung aus; sie sind aber längst nicht überall entsprechend präsent. Nicht in Aufsichtsräten, nicht als Unternehmensgründerinnen, nicht auf den Podien dieser Welt. Genau deshalb ist es weiterhin wichtig, sich für Diversity einzusetzen.

7 Dinge, die wir für mehr Diversity brauchen

1. Wider das Impostor-Phänomen!

Wenn du dich auch schon mal gefragt hast, ob ein Verdienst wirklich DIR zuzuschreiben ist, wenn du dich bei einer Anfrage für ein Interview oder einen Vortrag häufiger fragst, ob wirklich DU die richtige Person dafür bist, dann solltest du ein paar Dinge über das Impostor-Phänomen wissen.

Seitdem ich es kenne, hat mir ein kurzes Innehalten und Neubewerten des Reflexes "Ach, ich kann das doch gar nicht so gut..." schon häufig geholfen. Denn Impostor bedeutet Hochstapler. Menschen, die davon betroffen sind, schreiben offensichtliche Erfolge oder persönliche Expertise nicht der eigenen Leistung zu, sondern erklären sie mit Glück, Zufall oder Überschätzung durch andere. Muss ich dazu sagen, dass vor allem Frauen davon betroffen sind?

Am besten gleich anfangen: Bei Wikipedia über das Impostor-Phänomen nachlesen und sich ein Stück weit selbst therapieren.

2. Baue dir ein Netzwerk auf!

Beruflich weiterkommen, ein Start Up gründen, über neue Entwicklungen in der eigenen Branche auf dem Laufenden bleiben - dafür und für vieles mehr ist Netzwerken entscheidend.

Hier baust du belastbare Geschäftsbeziehungen auf, findest gezielt Unterstützung und schaffst dir ein ermutigendes Umfeld bei Entscheidungen oder der Frage, wie du in einer bestimmten Situation am besten reagierst. Nutze die Erfahrungen anderer und gib bei Gelegenheit etwas zurück.

Am besten gleich anfangen: Bei den Digital Media Women in deiner Stadt anmelden und zu einem der regelmäßigen Netzwerktreffen kommen - oder ein passendes Netzwerk im eigenen Umfeld finden.

Du kannst auch einfach im Sinne von "Never lunch alone" Alltagsmomente zum Netzwerken nutzen und mit den Menschen im eigenen Umfeld über berufliche Wünsche und Ziele sprechen.

3. Suchen Sie Verbündete; seien Sie Verbündete_r!

Wie bei jedem Kampf braucht man auch bei dem gegen die Ungleichbehandlung der Geschlechter Verbündete. Wir brauchen insbesondere auch Männer als Partner. Denn viele von ihnen setzen sich seit Langem für ein Ende der Diskriminierung von Frauen ein - so sagt beispielsweise Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach alle Konferenzteilnahmen ab, wenn nicht ein gewisser Anteil an Frauen im Programm zu finden ist.

Am besten gleich anfangen: Männer als Multiplikatoren für Feminismus ansprechen. Wichtig und ermutigend ist in diesem Zusammenhang die UN-Kampagne "He for she", zu deren Start die Schauspielerin Emma Watson eine eindrucksvolle Rede hielt und Männer zur Unterstützung aufrief.

4. Hinterfrage Autoritäten und Strukturen!

Ja, Männer und Frauen sind biologisch unterschiedlich. Aber Fähigkeiten, die Führungskräfte ausmachen, wie Intelligenz, Innovationskraft und Kreativität, haben nichts mit diesen biologischen Unterschieden zu tun. Dennoch sind Positionen mit Macht und Prestige häufiger mit Männern als mit Frauen besetzt. Das müssen wir ändern! Hinterfragen ist der erste Schritt, ändern der nächste.

Am besten gleich anfangen: Die großartige Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie spricht in diesem TED-Talk über Gender-Ungerechtigkeiten und kulturelle Aspekte. Anschauen und mit Argumenten bewaffnen!

5. Suche dir Vorbilder!

An vielen Stellen wird deutlich: Frauen fehlen in den wichtigen und sichtbaren Positionen. Es gibt zu wenige Frauen in Führungspositionen, zu wenige Frauen in technischen Berufen, zu wenige Gründerinnen.

Vorbilder helfen, sich zu orientieren, sich zu entwickeln und Mut für bestimmte Schritte zu fassen. Lasse dich von starken Frauen im Sinne eines Vorbilds inspirieren und sei selbst Vorbild!

Am besten gleich anfangen: Die Berliner Veranstaltungsreihe RoleModels lädt regelmäßig spannende Frauen zum Fireside Chat. Die TED-Talks präsentieren viele interessante Frauen zu vielfältigen Themen - einfach reinschauen und inspirieren lassen.

6. Gründe dein eigenes Unternehmen!

Selbstbestimmt Arbeiten, Prozesse gestalten, mit den eigenen Ideen erfolgreich sein und einfach machen. Kaum jemand promotet Entrepreneurship eindringlicher als Catharina Bruns auf ihrem Twitter-Account @workisnotajob.

Dass Frauen zum Gründen andere Bedingungen brauchen, wird vielfach diskutiert. 30 Frauen rund um Gesche Joost haben dazu das EU-Start-Up-Manifesto formuliert, das verbesserte Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer fordert und mehr Frauen zum Gründen motivieren möchte.

Am besten gleich anfangen: Wenn du schon länger mit dem Gedanken spielst, selbst ein Unternehmen zu gründen, probiere dich aus!

7. Traue dich!

Man mag von Miley Cyrus halten, was man will, aber eines ist klar: Sie traut sich etwas. Das sollten wir auch tun, wenn wir etwas bewegen wollen. Zu uns passend, aber bitte ein Stück außerhalb unserer Komfortzone:

Sich bei Themen, in denen man sich auskennt oder die einem am Herzen liegen, zu Wort melden. Sich selbst bei Beförderungen ins Spiel bringen, eine Gehaltserhöhung aktiv ansprechen oder selbst ein Start Up gründen.

Diese Schritte kosten Überwindung, aber vielleicht helfen ja die oben genannten Punkte oder ein paar im Vorfeld eingeübte Machtposen, wie sie die Sozialpsychologin Amy Cuddy in diesem Video erklärt.

Am besten gleich anfangen: Du bist bereit, öffentlich über deine Themen zu sprechen - in kleinen oder großen Runden?! Dann einfach auf der Plattform speakerinnen.org ein Profil anlegen und so noch besser von Organisatorinnen und Organisatoren von Konferenzen oder Journalistinnen und Journalisten gefunden werden und öffentlich zu Wort kommen.

Maren Heltsche wird als Table Captain bei Bits & Pretzels mit dabei sein!

Um das Startup-Ökosystem zu stärken haben die Bits & Pretzels Veranstalter das Table Captain-Prinzip ins Leben gerufen. An jedem Tisch im Schottenhamel Festzelt wird ein Gast mit besonderer Expertise (CEO, CTO, Investor, Professor, Chief-Editor, etc.), ein sogenannter Table Captain, sitzen. So haben alle Teilnehmer die Möglichkeit in einer angenehmen Networking-Atmosphäre in Konversation mit Experten zu treten und ihr Wissen auf ein anderes Level zu bringen.

  • LeserInnen der Huffington Post bekommen mit dem Zugangscode (BP_HuffingtonPost) auf Bits & Pretzels Tickets einen extra Discount von 10%.
  • Das Gründerfestival „Bits & Pretzels", eines der größten Gründerevents in Europa (www.bitsandpretzels.com), findet vom 27. bis 29. September statt. Über 3.600 Gründer, Investoren und Innovatoren aus aller Welt - vor allem auch aus den Tech-Hochburgen Silicon Valley, London, Tel Aviv, Berlin und natürlich aus München werden erwartet. Als Highlight werden am dritten Tag (29. September) alle 3600 Teilnehmer das Networking im Schottenhamel Festzelt auf dem Oktoberfest ausklingen lassen.
  • Speaker bei Bits & Pretzels: Unter anderem mit dabei sind die Größen der erfolgreichen digitalen Unternehmen wie Phil Libin (CEO Evernote), Mikkel Svane (Co-Founder & CEO Zendesk), Florian Leibert (Co- Founder & CEO Mesosphere), Pieter van der Does (Co-Founder & CEO Adyen), Florian Gschwandtner (Co-Founder & CEO Runtastic) und Niklas Oestberg (Delivery Hero). Weitere Speaker auf http://www.bitsandpretzels.com/speaker/.

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