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Digitalisierung jetzt: Digitale Fähigkeiten & Leadership für einen erfolgreichen Wandel (Teil 1)

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Im Gespräch mit Carolin Desirée Töpfer: Sie unterstützt mittelständische Unternehmen bei einer nachhaltigen Digitalen Transformation. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Daten-Strategien, Datenschutz & IT-Sicherheit sowie der Vermittlung Digitaler Fähigkeiten. Ihre eigenen Digitalen Fähigkeiten entwickelt Töpfer seit ihrer Teenager-Zeit stetig weiter, als sie unter anderem eine Online-Community für lokale Bands aufbaute. Nach einem Politik-Studium und fünf Jahren Erfahrung in verschiedenen internationalen Unternehmen, machte sie sich als Beraterin selbständig: Fehlendes Verständnis für Zukunftstechnologien in den Führungsetagen, Generationen-Konflikte, Datensicherheit oder Nachholbedarf in Bezug auf die Infrastruktur - die Digitalstrategin Töpfer setzt als Sparring-Partner da an, wo Unternehmen in Sachen Digitalisierung gerade stehen. Auf Ihrem Blog Digitalisierung jetzt! beschreibt Töpfer die verschiedenen Aspekte der Digitalen Transformation. Im Rahmen des daraus entstandenen Diskussions-Formats b2g digital bittet sie Startups, Mittelständler, Forscher und Politiker an einen Tisch, um sich über die tatsächlichen Herausforderungen des Digitalen Wandels für Unternehmen und Gesellschaft auszutauschen.

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Foto und Copyright: Carolin Desirée Töpfer

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet für mich in erster Linie Verantwortung für die Zukunft und die Folgen des eigenen Handelns zu übernehmen. Es geht darum, langfristig zu denken sowie verschiedene Optionen, mögliche auftretende Probleme und Risiken vorab zu analysieren und zu durchdenken, um auf dieser Grundlage die beste Entscheidung treffen zu können. Besonders im Bereich Digitale Transformation ist es oft schwierig Kunden klar zu machen, dass unabhängige Beratung und langfristige Entscheidungen zielführender sind, als die Investition in kurzfristige Trends. Schließlich geht es darum, langfristig am Ball zu bleiben und nicht alle paar Monate wieder von vorne anzufangen.

Vor welchen Veränderungen steht die moderne Welt und was sind die Treiber?

Von meinem Standpunkt aus gesehen verändert sich die Welt gar nicht so radikal, wie es Medien und Verkaufsprospekte oft darstellen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Welt sich nicht vom einen Tag auf den anderen wandelt, sondern dass dies ein schleichender Prozess ist. Die Digitalisierung bringt viele Vorteile. Oft wird sie als unbeliebter Prozess dargestellt, der Menschen überfordert. Schaut man sich etwa die Verbreitung von Smartphones an, sieht man aber, dass längst alle Generationen aktiv an der Digitalen Transformation mitarbeiten - als Nutzer.
Ein großer Treiber der Digitalen Transformation ist Bequemlichkeit. Natürlich wissen wir alle zu schätzen, wenn ein Prozess nicht ewig lange dauert, sondern sich eben bequem mit Laptop oder Smartphone regeln lässt. Um uns diese Bequemlichkeit zu ermöglichen, müssen Unternehmen wiederum die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen. Oder sie bieten eine Plattform an, die unser Leben einfacher macht. Bestes Beispiel: Das Social Network Facebook, das uns eine Infrastruktur bereitstellt, um mit Kontakten in aller Welt in Verbindung zu bleiben und uns in Echtzeit mit Nachrichten, die unserem Interesse entsprechen, zu versorgen.
Von den Nutzern weniger wahrgenommen und vor allem für Unternehmen wichtig ist die massive Prozess-Optimierung, die sich durch die Digitalisierung erreichen lässt. Das geht Hand in Hand mit dem Plattform-Gedanken. Wenn ich intern mehr Daten erhebe und dadurch schneller agieren kann, kann ich meinem Kunden oder Nutzer auch schneller Informationen und Ergebnisse sowie zusätzliche Optionen zur Verfügung stellen und erreiche diesen damit wieder in seiner Bequemlichkeit.
Der stärkste Treiber der Digitalisierung für etablierte Unternehmen ist jedoch die Angst vor der Zukunft. Im Gegensatz zu Startups, die bei null anfangen können, müssen Sie alle ihre Mitarbeiter sowie bestehende Anlagen und Daten in die Zukunft überführen, um langfristig weiterhin erfolgreich am Markt bestehen zu können.

Was sind die entscheidenden Themen bzw. zentralen Prozesse bei dieser digitalen Transformation?

Für alle Angebote, die erfolgreich sein wollen, egal ob Software oder Hardware, ist vor allem die Usability - die Anwenderfreundlichkeit - eine entscheidende Herausforderung. Wir können uns bereits darauf einstellen, dass in Zukunft Menschen und Maschinen als erfolgreiche Teams zusammenarbeiten werden. Der nächste Schritt ist dann die permanente Interaktion, etwa durch Implantate, wie die noch kleine Gruppe der Cyborgs es bereits vormacht. Gleichzeitig werden auch Maschinen zunehmend permanent und direkt miteinander interagieren. Die Masse an Daten, die dabei ausgetauscht werden, wird weiterhin massiv zunehmen und deren Qualität steigen. Hier braucht es eine klare Strategie auf der Daten-Ebene sowie den ständigen Blick aus der Kundensicht bei der Entwicklung von Lösungen.

Wie sieht die aktuelle Lage aus und was ist nötig, um den Wandel achtsam und bewusst zu gestalten?

Die aktuelle Lage ist leider gerade in Deutschland nicht berauschend. Fehlende Aus- und Weiterbildung rund um den Umgang und die Arbeit mit Hardware, Software und dem Internet, was ich gerne als digitale Fähigkeiten zusammenfasse, hat bei uns zu einer weit verbreiteten Technologie-Angst geführt. Gleichzeitig stellt eine erfolgreiche Digitale Transformation einen einschneidenden Wandel in jedem einzelnen Bereich unseres Lebens dar. Diese dynamische Entwicklung trifft auf alte Organisations-Strukturen zwischen Politik, Verbänden und Konzernen sowie die Angst vor Veränderung.
Wer achtsam und bewusst agieren will und die Digitale Transformation im eigenen Unternehmen nachhaltig gestalten möchte, muss verstehen wie wichtig es ist, dass der Wandel aus dem Kern des Unternehmen heraus passiert und von den Mitarbeitern getragen wird. Unternehmen haben wiederum einen enormen Einfluss auf die Digitale Transformation der gesamten Gesellschaft. Zum einen, weil sie in der Lage sind, Forderungen an die Politik zu stellen und zum anderen, weil sie als Arbeitgeber die außerschulische Aus- und Weiterbildung mitorganisieren und über ihre Angebote und Produkte die Digitalisierung zum End-Verbraucher tragen können.

Was sind die zu erwartenden Herausforderungen und Veränderungen im Bereich Arbeit?

Wie bereits in meinem Beitrag zur Blogparade der Otto Group beschrieben, erzählen mir Arbeitgeber immer wieder, dass sie vor allem Wert auf Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und das Übernehmen von Verantwortung legen. Erst danach kommen die digitalen Fähigkeiten. Natürlich kann nicht jeder alle digitalen Tools beherrschen. Aber zumindest solche, die für den eigenen Job und die eigene Branche relevant sind, sollte man anwenden können. Wenn nicht sogar auf eine bestimmte Anwendung spezialisiert sein.
Erfüllt man die oben genannten Anforderungen, so bietet die Digitalisierung für den Einzelnen enorme Freiheiten. Wer etwas hat, das er ganz besonders gerne machen möchte, kann sich online informieren, weltweit vernetzen und weiterbilden. Das gilt nicht nur für Gründer, sondern vor allem auch für Arbeitnehmer. Der Einzelne kann sich mit vergleichsweise wenig Aufwand und finanziellem Einsatz am Arbeitsmarkt oder gegenüber dem eigenen Arbeitgeber wesentlich besser positionieren.

Welche Chancen bietet die Digitalisierung für Unternehmen?

Schaffen Unternehmen die entsprechenden Voraussetzungen und Freiräume für Mitarbeiter, um digitale Fähigkeiten zu entwickeln und sich mit Zukunftstechnologien auseinander zu setzen, birgt die Digitalisierung ebenso enorme Chancen für jedes Unternehmen. Nehmen wir alleine den Marketing-Bereich als Beispiel. Noch nie war es theoretisch so günstig so viele potentielle Kunden wie möglich zu erreichen. Etablierte Unternehmen können genau die gleichen digitalen Tools dafür nutzen wie junge hippe Startups. Und bietet somit nicht nur den bisherigen Mitarbeitern neue Anreize, sondern wirkt auch attraktiver auf Bewerber. Wer es schafft, die Digitalisierung kreativ und passend zum Geschäftsmodell umzusetzen, setzt zudem enormes Innovationspotential in den eigenen Reihen frei. Und genau das braucht es, um langfristig zu bestehen.

Wer treibt das Thema Digitalisierung in den Unternehmen?

Die Digitale Transformation eines Unternehmens muss von oberster Stelle gewollt sein. Der erste Ansprechpartner ist immer der Geschäftsführer oder CEO. Zwar kommt es auch vor, dass sich Mitarbeiter aus dem mittleren Management oder einzelne Teams für eine Modernisierung ihres Arbeitsumfelds einsetzen. Das ist aber nicht erfolgreich, wenn solche Wünsche von oben blockiert werden. Auch ein Chief Digital Officer (CDO) hat kaum eine Chance, wenn er keine Unterstützung von seinen direkten Kollegen aus dem Management erhält. Nicht nur aufgrund der Budget-Thematik. Sondern auch, weil eine nachhaltige Digitale Transformation einen Kulturwandel im gesamten Unternehmen in Gang bringt. Es handelt sich nicht um ein überschaubares Projekt, das irgendwann vollständig abgeschlossen ist. Digitale Kultur bedeutet, mit technischen Entwicklungen dauerhaft Schritt halten zu wollen und vielleicht sogar selber technische Innovationen hervorzubringen.

Wie unterstützen Sie Unternehmen dabei, die Digitalisierung erfolgreich zu meistern?

Neben der individuellen und unabhängigen Beratung und der Entwicklung von Daten-Strategien, biete ich Einzel-Coachings für Fach- und Führungskräfte an, damit diese sich in einem geschützten Umfeld mit Zukunftstechnologien und der Digitalisierung auseinander setzen können. Zudem führe ich Team-Workshops durch, um auch den Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, außerhalb des Arbeitsalltags digitale Fähigkeiten zu entwickeln und vor allem die Bedeutung von sauberen Datenströmen, Datenschutz und IT Sicherheit zu verstehen. Zusätzlich schreibe ich auf meinem Blog über alle Themen rund um die Digitale Transformation, erkläre Hintergründe und beleuchte die sozialen Perspektiven.

Vielen Dank für das Gespräch.

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