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Sparen beim Fahren: Elektroautos könnten in naher Zukunft zum Stromspeicher werden

20/05/2017 16:19 CEST | Aktualisiert 20/05/2017 16:19 CEST
wakila via Getty Images

Immer mehr Elektroautos strömen in Zukunft auf den Markt. Das zentrale Stromnetz der Städte wird Schwierigkeiten haben, auf diese Nachfrageschwankungen zu reagieren. Wodurch können diese Versorgungsengpässe behoben werden? Durch die Elektroautos selbst.

Das neue Schlagwort lautet Vehicle-to-Grid (V2G) und besagt, dass Elektroautos in Zukunft selbst zum Stromspeicher werden. Durch Technologien des „Smart-Grid" fließt Strom in zwei Richtungen. Elektroautos können so zum Beispiel nachts günstig geladenen Strom tagsüber an Haushalte abgeben.

Der Effekt ist, dass Elektroautos die Zukunft von Mikro-Stromnetzen mitbestimmen und einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass mithilfe von Micro-Grids und erneuerbaren Energiequellen Stromkosten gesenkt werden.

Dezentralisierte Energiesysteme

Dezentralisierte Energiesystemen, wie Photovoltaik-Anlagen, Windräder und Biogasanlagen machen es seit etwa 2000 möglich, dass sich die Stromproduktion und die Stromspeicherung an die Bedürfnislage der Stromkonsumenten anpassen.

Da weltweit verstärkt die Ansprüche an die Ressourcen-Effizienz steigen, ist in Deutschland seit 2016 der Smart-Meter-Rollout beschlossene Sache.

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Immer mehr Haushalte machen sich die neuen technischen Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich des Stromverbrauchs zunutze. Elektrische Geräte werden im Haushalt bald über Smartmeter Informationen zum Verbrauchsverhalten an den Verbraucher und an den Stromlieferanten weitergeben.

Spitzenlast-Zeiten können effektiver reduziert und Energie effizienter produziert werden. Das ist die nahe Zukunft. Doch Ingenieure, die die E-Auto-Technologie voranbringen, denken bereits weiter.

Elektroautos liefern Strom

Dank des V2G können Elektroautos können nicht nur angeben, wie viel Energie sie verbrauchen. Sondern sie sollen auch gespeicherte Energie an das Haus abgeben können. Sofern das Elektroauto so ein aktiver Bestandteil eines dezentralen Stromnetzes wird, kann es helfen, Energiekosten zu senken.

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In einigen europäischen Ländern gibt es derzeit Forschungsprojekte an Universitäten, die sich mit dem Energiepotenzial des Elektroautos für das Stromnetz befassen.

Elektroautos und eine erhöhte Effizienz bei der Gebäudetechnik

Das britische Projekt EFES untersucht den Einfluss, den das Elektroauto bei der Reduzierung des Stromverbrauchs in Gebäuden haben kann. Die Zukunft gehört den V2G-Ladestationen, die sich dann zwischen Gebäude und dem Elektroauto befinden.

Dadurch kann das Auto aufgeladen werden und in Engpasszeiten Strom über die Ladestation an das Haus zurückgeben. Ein V2G-Gateway regelt die Kommunikation zwischen einem virtuellen Kraftwerk, das eine Bündelung verschiedener dezentraler Stromerzeugungseinheiten ist, dem Auto und dem Gebäude. Das Projekt wurde im Januar 2017 abgeschlossen. Jetzt fehlt es nur noch an Business-Partnern, die bei der Finanzierung helfen.

Städte sind noch schlecht gerüstet für E-Autos

Ein anderes Projekt ist Smart Mobile Energy (SME). Hier wurden die Städte Birmingham, Berlin und Valencia auf ihre E-Car-Reife hin getestet. Ein Fazit: das Berliner Stromnetz ist nicht gut gerüstet. Einerseits können nur wenige Elektroautos zur selben Zeit aufgeladen werden, anderseits ist es rein stromtechnisch und auch verwaltungstechnisch schwer, mehr Energie vom Berliner Stromnetz zu erhalten.

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Smartmeter könnten einen Beitrag dazu leisten, dass die Kommunikation zwischen dem Stromnetz einer Stadt, den G2V-Stationen und den E-Cars besser funktioniert. Das schlägt zumindest der abschließende Projektbericht vor.

Wann Städte letztlich darauf vorbereitet sein werden, elektrische Autos als mobile und intelligente Energiespeicher, Energietransporteure und Energielieferanten nutzen zu können, wird die Zukunft politischer Intelligenz der Länder zeigen.

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