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Ich bin Feuerwehrmann und half bei einer Notgeburt - Minuten später hat sich mein Leben für immer verändert

13/04/2017 16:05 CEST | Aktualisiert 13/04/2017 16:05 CEST
Marc Hadden

Meine Schicht begann am 14. November 2011 genau wie immer- außer, dass ich an diesem Tag angewiesen wurde, nicht an meinem normalen Stützpunkt, sondern in einem medizinischen Versorgungszentrum zu arbeiten. Ich liebe es, Menschen zu helfen, die am Tiefpunkt sind. Aber die Arbeit im Krankenhaus bedeutete: Kein Schlaf für die nächsten 24 Stunden. Deshalb war ich nicht so glücklich über die Änderung.

Meine Schicht war überwiegend ruhig - natürlich nur, bis wir uns zum Abendessen gesetzt hatten. Im selben Moment, in dem wir uns niederließen, ging der Alarm los. Wir wurden zum nächsten Einsatz gerufen. Einer, der mein Leben für immer verändern sollte.

Wir halfen bei der Geburt

Eine Frau hatte den Anruf getätigt. Sie hatte starke Bauchschmerzen, aber als wir ankamen, kam heraus: Es war viel mehr als das. Die Patientin war schwanger und stand kurz vor der Geburt.

Wir schafften es, die Frau zurück ins Versorgungszentrum zu bringen, wo aus einer Patientin bald zwei wurden, als ein kleines Mädchen das Licht der Welt erblickte. Wir forderten Hilfe an und rückten schnell zum nächsten Krankenhaus aus. Dort angekommen, übergaben wir unsere Patienten in die Hände der Ärzte, kehrten zu unserer Station zurück und arbeiteten weiter.

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Einige Stunden später kehrten wir ins Krankenhaus zurück, um den Papierkram fertig zu machen. Dabei hörte ich, wie ein Arzt sagte, das Baby solle zur Adoption freigegeben werden. Zuerst nur aus Spaß sagte ich dem Doktor, ich würde gerne meinen Hut in den Ring werfen. Meine Frau und ich haben zwei Söhne und wollten immer mehr Kinder, konnten aber nicht. Wir hatten sogar schon einmal über Adoption nachgedacht, konnten es uns aber nicht leisten.

Die Ärzte sagten mir, das Baby komme zwar schon in ein schönes Zuhause, ich solle aber einfach mit der Mutter reden und Interesse zeigen. Und genau das tat ich - ich erzählte ihr über meine Familie, dass wir immer mehr Kinder wollten und wie sehr wir ihr kleines Mädchen lieben und pflegen würden.

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Dann ging ich hoffnungsvoll zurück zur Arbeit. Ich rief meine Frau an, schickte ihr ein Bild des Babys, bei dessen Geburt wir geholfen hatten. Auch sie fragte mich, zunächst aus Spaß, ob wir die Kleine nicht adoptieren könnten. Ich versicherte ihr, ich würde daran arbeiten.

48 Stunden später konnten wir sie mit nach Hause nehmen

Am nächsten Tag traf meine Frau die Mutter der Kleinen und nach einem Gespräch sagte sie ihr dann, sie wolle, dass ihr Baby bei uns aufwachse.

Meine Frau rief mich an und erzählte mir, dass es nun wirklich klappen könne. Sofort brach ich auf und traf mich mit meiner Frau im Krankenhaus. Kurz gesagt - 48 Stunden später brachten wir unser kleines Mädchen nach Hause.

Durch all das haben wir gelernt, dass der Adoptionsbedarf in den USA wirklich groß ist. Familien, die adoptieren wollen, sollten mehr Unterstützung bekommen. Natürlich sollte es einen streng vorgegebenen Prozess für Adoption geben, aber danach ist eine bessere finanzielle Unterstützung unentbehrlich.

Familien sollen den Prozess des Zusammenwachsens schließlich nicht verschuldet beginnen. Unsere Adoption hat uns viel Geld gekostet und ich weiß, dass wir in fünf Jahren immer noch dafür zahlen werden.

Ich könnte nicht stolzer sein

Ich hatte mir nie vorgestellt, eine kleine Tochter zu haben, aber sie hat unser Leben für immer verändert. Gracie ist ein großer Segen und passt perfekt in unsere Familie. Wir denken nicht mehr daran, dass sie adoptiert ist.

Es ist kaum zu glauben, wie schnell sie groß wird. Mir scheint, als wäre es erst gestern gewesen, dass sie in unsere Familie gekommen ist. Gracie ist jetzt fünf und liebt ihren Papa über alles. Sie mag Papa-Tochter-Dates und wenn ich sie frage, wo sie essen möchte, wählt sie immer das Chic-fa-la. Das findet sie großartig - jedenfalls bis es Zeit wird, die Spielecke zu verlassen.

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Ungefähr vor einem Jahr gab ich meinen Job auf, um mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. In meinen 20 Jahren als Polizist, und später dann Feuerwehrmann, war Gracie das erste und einzige Baby, bei dessen Geburt ich geholfen hatte. Sie ist im Turn-Team und spielt Fußball. Ich könnte nicht stolzer sein.

Der Beitrag erschien zuerst bei Huffington Post UK und wurde von Franziska Kiefl aus dem Englischen übersetzt.

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